Nachrichten Mittwoch, 13. September, 2000

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Von Marketa Maurova

Tschechien hebt Sanktionen gegen Österreich auf

Die Tschechische Republik ist der Entscheidung der Europäischen Union gefolgt und hat die Sanktionen gegenüber Österreich aufgehoben. Wie Regierungssprecher Libor Roucek am Dienstag Abend informierte, nimmt Tschechien die Beziehungen zu Österreich mit sofortiger Wirkung wieder auf, die nach der Regierungsbildung in Österreich unter Beteiligung der FPÖ unterbrochen worden sind. Der tschechische Außenminister Jan Kavan versicherte seiner österreichischen Amtskollegin Benita Ferrero-Waldner während eines Treffens in New York, die Normalisierung der bilateralen Beziehungen im tschechischen Kabinett sofort zu initiieren. Er forderte andererseits die österreichische Regierung auf, gegen die Blockaden der tschechisch-österreichischen Grenzübergänge im Zusammenhang mit dem AKW Temelin einzugreifen, da sie die guten Nachbarschaftsbeziehungen beschädigen.

Tschechisches Außenministerium beunruhigt über den Standpunkt Österreichs zu den Grenzblockaden

Das tschechische Außenministerium hat am Dienstag seine Beunruhigung über die Grenzblockaden geäußert, die in den letzten zwei Wochen von österreichischen Gegnern des Kernkraftwerks Temelin organisiert und durchgeführt worden sind. Das Ministerium sei von der Unterstützung überrascht, die diese Protestblockaden seitens der österreichischen Landesorgane erhalten hätten, sowie von der Gleichgültigkeit, mit der sie von der Bundesregierung in Wien verfolgt worden seien, hieß es in einer Erklärung, die dem österreichischen Botschafter in Prag Klaus Daudlebski überreicht wurde. Die tschechische Seite äußerte des weiteren ihr Interesse daran, die regelmäßigen bilateralen Gespräche fortzusetzen.

Im AKW Temelin verstoße man gegen kein Gesetz

Die Energiegesellschaft CEZ richtet sich bei der Fertigstellung des AKWs Temelin nach den geltenden Gesetzen, erklärte der Sprecher der Firma, Ladislav Kriz. "Das Gesetz über die Auswertung der Auswirkungen auf die Umwelt vom Jahre 1992 bezieht sich nur auf Projektänderungen, die die Betriebskapazität, Technologie oder Nutzung des Baus ändern. Zu solchen Änderungen ist es im Kraftwerk nicht gekommen," sagte Kriz. Er reagierte damit auf die Forderung der österreichischen, deutschen und tschechischen Gegner des AKWs, wegen des fehlenden Gutachtens über die Auswirkungen auf die Umwelt die Arbeiten am Kernkraftwerk zu stoppen.

Philips beginnt den Bau eines Betriebs in Tschechien

Der niederländische Konzern Philips hat am Dienstag in der nordmährischen Stadt Hranice mit dem Bau einer neuen Fabrik für die Herstellung von Farbbildschirmen offiziell begonnen. Diese Fabrik ist die bisher größte Investition, die in Tschechien auf der grünen Wiese vorgenommen wird. Am feierlichen Spatenstich nahm u.a. der tschechische Premier Milos Zeman teil. Die Fabrik in Hranice wird nach ihrer Fertigstellung die weltweit zweitgrößte zur Herstellung von Farbbildschirmen sein.

Autobahnbrücke an der tschechisch-deutschen Grenze

Im Jahre 2005 wird eine Autobahn Prag mit der sächsischen Landeshauptstadt Dresden verbinden. Die Verkehrsminister der Tschechischen Republik und Deutschlands, Jaromir Schling und Reinhard Klimmt, haben am Dienstag in Berlin einen Vertrag unterzeichnet, der eine Verknüpfung der tschechischen Autobahn D 8 und der deutschen A 17 durch eine Autobahnbrücke an der gemeinsamen Staatsgrenze festlegt. Der tschechische Verkehrsminister besuchte während seines Berlin-Aufenthalts des weiteren die internationale Messe für Eisenbahntechnik Inno Trans 2000, an der über 800 Firmen aus nahezu 30 Ländern teilnehmen.

Wetter

Abschließend bringen wir den Wetterbericht. Am Mittwoch wird sich eine Kaltfront über das Gebiet der Tschechien Republik ziehen. Es soll leicht bewölkt seit, während des Tages wird die Bewölkung zunehmen und es können Regenschauer oder Gewitter vorkommen. Die Nachttemperaturen liegen zwischen 13 und 9 Grad, die Tageshöchstwerte steigen auf 21 bis 25 Grad Celsius.