Nachrichten Mittwoch, 18. März, 1998

r_2100x1400_radio_praha.png

Nachrichten 18.3.1998

Ahoj und willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, bei einem neuen halbstündigen Programm in deutscher Sprache auf den Wellen von Radio Prag. Die Nachrichten:

Pilip zur EU-Entscheidung

Der tschechische Finanzminister Ivan Pilip hat im Zusammenhang mit der Entscheidung der Europaischen Union, die Einfuhrzölle für tschechisches Schweine- und Geflügelfleisch zu erhöhen, vor einem Handelsstreit mit der EU gewarnt. Die jüngste Entscheidung der EU sei - so Pilip - ein ungutes Signal. Mehr zu diesem Thema im aktuellen Block im Anschluss an diese Nachrichten.

Sozialdemokraten erstatten Anzeige gegen Unbekannt

Die Sozialdemokratische Partei CSSD erstattet Anzeige gegen Unbekannt. Diesen Beschluss fasste das CSSD-Parteigremium am Dienstag im Zusammenhang mit der Kopie eines angeblichen Vertrags, demzufolge Parteichef Milos Zeman im Jahre 1995 mehreren in der Schweiz tätigen tschechischen Unternehmern als Gegenleistung für günstige Kredite bedeutende Positionen in der Staatsverwaltung versprochen haben soll. CSSD-Chef Zeman hatte die Vertragskopie am Dienstag als eine naive Fälschung bezeichnet.

Sedivy in Wien

Der tschechische Aussenminister Jaroslav Sedivy hält sich seit gestern abend zu einem Arbeitsbesuch in Wien auf. Mit seinem österreichischen Amtskollegen Wolfgang Schüssel verhandelt Sedivy über die gemeinsamen Beziehungen, die Erweiterung der Europäischen Union und allgemeine Fragen der europäischen Sicherheit.

Darüber hinaus wird Sedivy einen Vortrag auf der Konferenz über die Zukunft Europas halten, die heute von dem österreichischen Präsidenten Thomas Klestil eröffnet wird.

Abgeordnetendelegation in Island

Eine Abgeordnetendelegation des auswärtigen Ausschusses setzt heute ihren zweitägigen Island-Besuch in Reykjavik mit Gesprächen mit isländischen Abegordneten sowie mit Vertretern des isländischen Aussen - und Wirtschaftsministeriums fort. Inhalt der Gespräche bilden vor allem Fragen der Nato- Osterweiterung. Geplant sind zudem ein Besuch der Miltärbasis in Keflavik sowie ein Treffen mit den dortigen Nato-Offizieren.

Regierung setzt Verhandlungen fort

Die tschechische Regierung setzt heute ihre seit gestern dauernde Sitzung im mährischen Zidlochovice bei Brünn fort. Verhandlungsthemen bilden vor allem Fragen des Hochwasserschutzes, das Harmonogramm zur weiteren Privatisierung, die Bekämpfung rassistisch motivierter Straftaten sowie die Rückgabe von Kirchenbesitz.

Treffen tschechischer Kirchenvertreter mit deutschen Abgeordneten

Am Nachmittag treffen in Prag der Vorsitzende der Freiheitskämpfer, Jakub Cerny, der Vorsitzende der Parlamenstgruppe Freunde der Tschechischen Republik und Deutschlands, Jirir Vlach, sowie der Prager Weihbischof Vaclav Maly mit Abgeordneten des deutschen Bundestags zusammen. Gegenstand der zweitägigen Gespräche bilden die tschechisch- deutschen Beziehungen sowie die bisherige Erfüllung der tschechisch-deutschen Ausssöhnungserklärung.

In der deutschen Abgeordnetendelegation befinden sich nicht nur Vertreter der Regeierungsparteien CDU und FDP, sondern auch der oppositionellen SPD. Mit dabei ist auch der Parteisprecher der SPD, Günter Verheugen, der auch MItglied des Koordinationsrates des tschehcisch-deutschen Diskussionsforums ist.

Tschechische Bank eröffnet Filiale in Bangkok

Die tschechische Post- und Investmentbank IPB hat heute in der thaliändischen Hauptstadt Bangkok eine Niederlassung eröffnet. Die Entscheidung dazu war bereits vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise in Asien getroffen worden. Die IPB, die grösste tschechische Bank, ist das erste Kreditinstitut aus Mittel- und Osteuropa, das sich in Thailand engagiert.

Ziel der Repräsentanz ist die Förderung von Handel und Investitionen zwischen der Tschechischen Republik und allen neun Ländern der Asean-Gemeinschaft.

Sitzung des Assoziationsausschusses der CR und EU

Mit der Verabschiedung einer gemeinsamen Deklaration ist heute in Prag eine dreitägige Sitzung des Assoziationsausschusses der Tschechischen Republik und EU zu Ende gegangen. Der aus tschechischen Abgeordneten und Senatoren sowie aus Mitgliedern des Euopaparlaments bestehende Assoziatiosnausschuss tagt zweimal jährlich abwechselnd in Belgien und der Tschechischen Republik.

Der tschehcische Aussenminster Jaroslv Sedivy hatte im Rahmen dieser Sitzung zu Fragen eines EU-Beitritts der tschechischen Republik gesprochen.

Landwirtschaftsminister Josef Lux und Industrie- und Handelsminister Karel Kühnl hatten mit den Konferenzteilnehmern über die Gegenmassnahmen der EU im Hinblick auf die Importquoten von Apfeln aus der EU bzw. über Antidumping-Massnahmen diskutiert.

Sie horten die Nachrichten von Radio Prag.