Nachrichten Mittwoch, 23. Februar, 2000

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Premier Zeman zu Besuch in Frankreich

Der tschechische Premier Milos Zeman hat am Dienstag seinen zweitägigen offiziellen Frankreich-Besuch beendet. In Paris kam er auch mit Regierungschef Lionel Jospin und Staatspräsident Jacques Chirac zusammen. Nach Gesprächen mit den beiden Spitzenpolitkern gab Zeman seiner Genugtuung Ausdruck, dass Frankreich den EU-Beitritt Tschechiens im Jahre 2003 unterstütze. Am Dienstagvormittag rief der tschechische Regierungschef in der Französischen Zentrale für Aussenhandel mit Sitz in Paris zur Vertiefung französischer Investitionen in Tschechien auf. In diesem Zusammenhang äusserte er seine Enttäuschung über die Absenz der französischen Seite bei Privatisierungen im tschechischen Banksektor.

Die Arbeitsminister der beiden Länder, Vladimir Spidla und Martine Aubry, unterzeichneten in Paris ein auf ein Jahr befristetes Abkommen über die bilaterale Zusammenarbeit. Umweltminister Milos Kurvart, der ebenfalls der tschechischen Delegation angehörte, machte bei einer Besichtigung des kürzlich durch einen Orkan stark beschädigten Parks von Versailles eine Offerte - er will dem historischen Ort mehrere Hundert Baumsetzlinge nach Wahl der Franzosen schenken.

Zum Auftakt seiner Frankreich-Visite besuchte Zeman am Montag den Soldatenfriedhof im nordfranzösischen La Targette, auf dem tschechische und slowakische Soldaten begraben liegen. Er hielt auch eine Rede im Französischen Institut für internationale Beziehungen in Paris. Die Europäische Union sei nicht nur eine Wirtschaftsorganisation, sondern sie habe viele Dimensionen und in diesem Europa der Werte gebe es keinen Platz für Haider, sagte Zeman u.a. Er sprach sich des weiteren für eine parallele Ratifizierung der Reform der EU, sowie ihrer Osterweiterung aus. Der tschechische Premier hat seinen Staatsbesuch in Frankreich mit dem Ziel angetreten, dem tschechischen EU-Beitritt die Unterstützung Frankreichs zu sichern.

Tschechisch-griechische Gespräche auf Aussenministerebene

Mit der Unterzeichnung eines tschechisch-griechischen Memorandums über die bilaterale Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Regionen Südosteuropas beendet der seit Montag in Griechenland weilende tschechische Außenminister Jan Kavan seinen Besuch. Bei den vorangegangenen Verhandlungen mit dem griechischen Aussenminister Jorgos Papandreu bezeichneten beide Seiten übereinstimmend das Jahr 2003 als ein realistisches Datum für einen EU-Beitritt der Tschechischen Republik.. Der Chef der tschechischen Diplomatie wurde von Vertretern tschechischer Firmen begleitet, die sich an der ökonomischen Wiederbelebung der Balkanhalbinsel beteiligen wollen.

Wettbewerb für Journalisten ausgeschrieben

Die Assoziation europäischer Journalisten (AEJ) hat einen neuen Wettbewerb ausgeschrieben. Diejenigen Journalisten, die in tschechischen Massenmedien über den angestrebten EU-Beitritt Tschechiens berichten werden, können eine einwöchige Reise in einen der EU- Staaten gewinnen. Ziel des Wettbewerbs ist es, in Journalisten mehr Interesse am Thema" EU-Erweiterung" zu wecken. Wie der Nachrichtenagentur CTK mittgeteilt wurde, können die Beiträge vom März bis 13. November 2000 bei der Assoziation eingereicht werden. Der Wettbewerb findet im Rahmen des Projekts der Kommunikationsstrategie der Tschechischen Republik vor dem EU-Beitritt statt.

Europa-Rat-Experten für Roma-Fragen in Usti nad Labem

Sie seien nicht gekommen, um zu kritisieren, sondern um zuzuhören und zu helfen. Dies haben die Fachexperten des Europa-Rates für Roma-Fragen , John Murray und Robin Oakley, bei einem Treffen mit dem Oberbürgermeister von Usti nad Labem/Aussig an der Elbe, Miloslav Patek, gesagt. Vertreter der Stadt informierten die Gäste über eine Reihe von Sozialprojekten, die in der nordböhmischen Stadt als Hilfswerk für die Roma-Minderheit bestimmt sind. Murray und Oakley besuchten in der Stadt auch ein Bildungszentrum, das täglich von etwa 50 überwiegend Roma-Kindern besucht wird. Aufgrund ihrer Visite wollen beide Experten einen Bericht erarbeiten, der eine Empfehlung beinhalten soll, wie der Europa-Rat bei der Lösung der Roma-Frage in Usti Beistand leisten könnte.

Tschechen befürworten die Senkung des strafbaren Alters

Wie eine Umfrage des Prager Meinungsforschungsinstituts ergeben hat, würde mehr als die Hälfte der Tschechen die Senkung der Altersgrenze der Strafbarkeit der Jugendlichen unterstützen. Den gültigen Bestimmungen nach sind Jugendliche erst ab einem Alter von 15 Jahren strafbar. Das Hauptargument der Befürworter der vorgeschlagenen Regelung ist die steigende Kriminalität in Tschechien. Ihre Gegner behaupten hingegen, Kinder seien sich der Bedeutung ihrer Taten nicht bewußt. Einer Umfrage des Zentrums der Empirischen Forschung STEM zufolge sind neben Kriminalität auch Inflation und Preissteigerung eine der meistbefürchteten Probleme der tschechischen Bürger.

Karlstein wiedereröffnet

Die meistbesuchte tschechische Burg Karlstein ist am Dienstag nach einer dreimonatigen Saisoninstandsetzung wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Laut Kastellan Jaromir Kubu, können sich Touristen wieder das Innere des Kaiserpalais´ und des Marianenturms ansehen. Obwohl die Burg Karlstein jährlich von etwa 300 000 Turisten besucht wird, dürfen aus klimatischen und Sicherheitsgründen nur maximal 120 000 Interessenten pro Jahr den inneren Bereich der Burg besichtigen. Durch diese Einschränkung wird nur 10 Besuchern auf einmal den Zugang in das Burginnere ermöglicht.

Rundfunkorchester zu Gast in München

Das Symphonieorchester des Tschechischen Rundfunks gibt am Mittwoch in München ein Konzert . Im Saal der Münchner Philharmonie wird der renommierte Klangkörper, geleitet von Hanns-Martin Schneidt, u.a.Haydn´s Militärsymphonie vortragen. Im Konzert treten berühmte Sänger sowie der Münchener Bach-Chor auf.

Pläne für das Musifestival "Smetanova Litomysl"

Das internationale Musikfestival, das dem berühmten tschechischen Komponisten Bedrich Smetana gewidmet ist und jährlich im Juni in der ostböhmischen Stadt Litomysl statfindet, wird in diesem Jahr an das 400-jährige Bestehen der Oper erinnern. Auf dem Programm des Festivals steht deshalb auch Smetanas Oper Dalibor. Nach den Worten des Festivaldirektors, Vojtech Stritecky, biete keine tschechische Opernszene heutzutage eine befriedigende Aufführung von Smetanas Opernwerken. Dies sei also der Grund, warum sich die Organisatoren des Festivals entschieden haben, auf dem Schloßhof von Litomysl u.a. die Oper Dalibor vorzuführen.

Die Wettervorhersage:

Am Mittwoch wird über Böhmen meist klarer, in Mähren und Schlesien ein leicht bewölkter Himmel herrschen, örtlich können auch Schneeschauer auftreten. In der Nacht sinken die Temperaturen auf Minus 2 bis Minus 6 Grad Celsius, tagsüber ist mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt zu rechnen.