Nachrichten Mittwoch, 29. März, 2000

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SAUDI-ARABIEN WILL IN PRAG EINEN BOTSCHAFTSSITZ

Der stellvertretende Aussenminister von Saudi-Arabien, Nizar Madani kam am Dienstag mit den ranghöchsten Vertretern des tschechischen Staates, Präsident Havel, Senatspräsidentin Benesova und dem Parlamentspräsidenten Klaus zusammen. Nach dem gestrigen Treffen mit dem tschechischen Aussenminister Jan Kavan, gab Madani bekannt, dass Saudi-Arabien künftig in Tschechien eine Botschaft eröffnen werde. Man verhandelte im Aussenministerium auch über die Ausweitung der Handelsbeziehungen beider Länder, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 869,5 Millionen Kronen erreichte, gesprochen wurde auch über ein Projekt, welches tschechische Militärschulen betrifft.

KONFERENZ ZU TELEKOMMUNIKATION IN PRAG

Die Entwicklung auf dem Telekommunikationsmarkt in Hinblick auf die Liberalisierung in Mitteleuropa ist Thema einer am Dienstag beginnenden dreitägigen Konferenz in Prag. Teilnehmer sind sowohl die zuständigen Minister aus Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Polen, als auch Vorsitzende von Telekommunikationsgesellschaften und Forschungsinstituten. Teil der Gespräche wird die Zukunft des Marktes nach dessen Öffnung für private Anbietergesellschaften sein.

ROMA MINDERHEIT IN AUSSIG AN DER ELBE

Wenige Monate nach dem Abriss der berüchtigten "Mauer von Aussig" bahnt sich in der nordböhmischen Stadt Usti nad Labem ein neuer Konflikt um das Zusammenleben von Tschechen und Angehörigen der Roma-Minderheit an. Auf den geplanten Zuzug einer 20-köpfigen Roma-Familie in den Stadtteil Predlice haben Hauseigentümer mit Empörung reagiert und gedroht, ihre Immobilien zu verkaufen. "Wenn die Stadt uns nicht hilft, müssen wir unserer Häuser verkaufen, bevor sie unverkäuflich werden", sagte ein Immobilienhändler der Nachrichtenagentur CTK am Dienstag.

TSCHECHEN MIT DER POLITIK IM LANDE UNZUFRIEDEN

Mit der politischen Situation in Tschechien ist derzeit jeder fünfte tschechische Bürger einverstanden. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Meinungsforschunginstituts IVVM hervor. Danch sind lediglich 21 Prozent der Befragten mit der aktuellen Politik einverstanden, 75 Prozent sind unzufrieden. Im Januar diesen Jahres waren der gleichen Umfrage zufolge noch 78 Prozent mit dem Regierungskurs nicht einverstanden, zufrieden mit der politischen Situation im Land zeigen sich vor allem junge Menschen, Studenten und Geschäftleute, sowie Sympathisanten der Regierungspartei CSSD und der bürgerlichen ODS. Vor allem sozial Schwächere und Wähler der kommunistischen Partei KSCM äusserten sich unzufrieden mit dem Stand der derzeitigen Politik.

BAYRISCHE LANDESREGIERUNG ZU SUDETENDEUTSCHER FRAGE

Anlässlich des 50. Jahrestages der Entstehung der Sudetendeutschen Landsmannschaft, verlangt die bayrische Landesregierung von der Tschechischen Republik eine Entschuldigung für die Vertreibung der Sudetendeutschen aus Tschechien. Die Vizevorsitzende der bayrischen Landesregierung, Barbara Stamm gab in diesem Zusammenhang am Montag bekannt, dass es notwenig sei, auf die Unrechtmässigkeit der Festlegung, auf deren Grundlage die Sudetendeutschen nach dem 2. Weltkreig enteignet und vertrieben wurden, hinzuweisen. Dies sei laut Stamm vor allem auch wegen des EU-Beitritts Tschechiens nötig, man dürfe offene Fragen nicht vor sich herschieben, über diese Fragen müsse seriös und partnerschaftlich gesprochen werden, so Barbara Stamm.

EXPO BETEILIGUNG TSCHECHIENS AUF GUTEM WEG

Die Tschechische Republik wird es trotz verschiedener Schwierigkeiten bis zum Juni schaffen, seinen Pavillon an der EXPO 2000 in Hannover fertigzustellen, wie heute der Generalkommisar für die tschechische Beteiligung an der Weltaustellung, Vaclav Bartuska bekannt gab. Der tschechische Pavillon ist seit Ende Februar fertig, momentan wird an der Innenausstattung gearbeitet. Bis Ende dieser Woche soll laut Bartuska auch festehen, ob Karel Gott für sein geplantes Konzert eine Halle von der deutsche Seite zur Verfügung gestellt bekommt. Die Dominante des ersten Ausstellungsteils wird eine Gruppe von gotischen Madonnen darstellen, einen Gegenpol zu diesen bemalten Statuen werden grossformatige Fotografien von zeitgenössischen Frauen sein.

POLZEI UNTERSUCHT DIE HERAUSGABE VON MEIN KAMPF

In Prag hat die Polizei am Montag ein Gutachten zu dem Hitler-Buch Mein Kampf in Auftrag gegeben, das vergangene Woche in Tschechien erschienen war. Die Experten sollen prüfen, ob der Verleger sich mit der Herausgabe der umstrittenen Schrift strafbar gemacht habe, meldete die Nachrichtenagentur CTK am Dienstag. Die Kriminalpolizei untersuche den Fall auf Antrag des Staatsanwaltes. Eine Strafanzeige liege bislang nicht vor. Die tschechische Übersetzung von Mein Kampf erschien am Diensatg vergangener Woche in einer Auflage von 10 000 Stück und war angeblich bereits am Wochenende vergriffen. Gegen seine Heruasgabe hatten führende Vertreter aller demokratischer Parteien sowie Mitglieder von NS-Opferverbänden scharf protestiert. Kritisiert wurde unter anderem, dass der Verleger den Text nicht um wissenschaftliche Anmerkungen ergänzen liess.

HEROIN AN TSCHECHISCH - DEUTSCHEM GRENZÜBERGANG

Am Dienstag gab die Sprecherin der Zolldirektion in Pilsen bekannt, dass man am Montagvormittag am tschechisch-deutschen Grenzübergang Liskova- Waldmünchen ein Kilogramm Heroin beschlagnahmt hat. Das Heroin im Schwarzmarktwert von rund einer Millionen Kronen versuchte ein tschechisches Paar nach Deutschland zu schmuggeln und zwar in einem Skoda- Personenwagen mit Pilsner Kennzeichnen.