Nachrichten Montag, 05. Juni, 2000

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Klaus für Referendum zum EU-Beitritt Tschechiens

Der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Vaclav Klaus hat sich eindeutig für die Durchführung eines Referendums zum Beitritt der Tschechischen Republik in die Europäische Union ausgesprochen. In einer am Sonntag vom öffentlich- rechtlichen Tschechischen Fernsehen ausgestrahlten Debatte erklärte Klaus, seiner Meinung nach sollte das Referendum Anfang des nächsten Jahres stattfinden - also noch bevor die Tschechische Republik alle mit der EU diskutierten Kapitel abgeschlossen haben wird. Klaus liess verlauten, das Referendum sei notwendig. Das Gesetz zum Referendum, das von den Abgeordneten der Freiheitsunion ausgearbeitet wurde, wurde vom Abgeordnetenhaus Anfang Dezember 1999 veabschiedet. Das Gesetz soll ermöglichen, ein Referendum zum EU-Beitritt Tschechiens sowie ein Referendum über sachliche Vorhaben des Verfassungsgesetzes durchzuführen.

Außenminister der EU-Beitrittskandidaten beraten in Ljubljana

Außenminister der Länder, die vor zwei Jahren Beitrittsgespräche mit der Europäischen Union augenommen haben, werden am Montag in Ljubljana zusammentreffen, um auf das Zögern der Europäischen Union mit der Ost- Erweiterung zu reagieren. Die Außenminister Tschechiens, Polens, Ungarns, Sloweniens, Estlands und Zyperns werden nach Informationen aus diplomatischen Kreisen eine Erklärung verabschieden, in der sie die EU an Prinzipien erinnern, die von ihr für dem Erweiterungsprozess festgelegt worden waren. Die Außenminister werden die EU höchstwahrscheinlich auffordern, das Tempo der Gespräche zu beschleunigen. Die Tschechische Republik wird außerdem die Möglichkeit haben, ihre Interessen auf höchster Ebene zu verteidigen, wenn Premier Milos Zeman am kommenden Donnerstag Brüssel besuchen wird.

Tschechische Abgeordnete zu Besuch in Chile und Argentinien

Die Entwicklung der Beziehungen Tschechiens mit Chile einerseits und andererseits Argentinien ist das Ziel des einwöchigen Besuches einer tschechischen Parlamentsdelegation in den beiden südamerikanischen Ländern. Die Delegation des auswärtigen Ausschusses des Abgeordnetenhauses wird vom Vorsitzenden des Ausschusses Lubomir Zaoralek geleitet. Er erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ctk, der Besuch solle zur gegenseitigen Kommunikation beitragen, und eine schnellere Entwicklung bilateraler Beziehungen anregen. In Chile werden die Parlamentarier bis Dienstag bleiben, danach werden sei weiter nach Argentinien reisen. In beiden Ländern treffen sie mit Parlamentariern, Vertretern verschiedener Ministerien, der Unternehmerkreise und mit Tschechen, die in diesen Ländern leben, zusammen.

Havel unterzieht sich einer Bauchdeckenoperation

Präsident Vaclav Havel unterzieht sich heute im Militärkrankenhaus in Prag- Stresovice einer Bauchdeckenoperation. Das Ärtzeteam begann heute früh mit der Operation, informierte Präsidentenpsprecher Ladislav Spacek. Der Präsident wurde am Sonntag hospitalisiert. Nach zwei anspruchsvollen Bauchoperationen, denen sich Vaclav Havel vor zwei Jahren unterzog, kam es in der Narbe zu einem Bruch, der für den Patienten unangenehm ist. Mitglied des Ärzteteams, das die Operation durchführen wird, wird auch der österreichische Chirurg Ernst Bodner sein, der den tschechischen Präsidenten bereits früher operiert hatte. Bodner traf nach seiner Anreise in Prag am Samstag Abend mit dem Präsidentenpaar und mit dem tschechischen Gesundheitsminister Bohumil Fiser zusammen.

Musikfestival Prager Frühling beendet

Mit der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven wurde am Samstag Abend im Repräsentationshaus in Prag das 55. Internationale Musikfestival Prager Frühling beendet. Die Tschechische Philharmonie spielte unter der Leitung ihres Chefdirigenten Vladimir Ashkenazy. Das Abschlusskonzert war ähnlich wie mehrere weitere Festivalveranstaltungen lange im voraus ausverkauft.

Vor dem Gebäude des Prager Rudolfinums wurde am Samstag vom Prager Oberbürgermeister Jan Kasl ein Antonin Dvorak-Denkmal feierlich enthüllt. Das Denkmal sollte ursprünglich schon anlässlich der Eröffnung des Festivals enthüllt werden, gegen die provisorische Installierung der Statue auf dem Treppenhaus des Rudolfinums protestierten jedoch die Mitarbeiter des Denkmalschutzes. Das Denkmal wurde jetzt provisorisch auf dem Rasen vor dem Rudolfinum installiert.