Nachrichten Montag, 08. Januar, 2001

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Von Marketa Maurova.

Hodac will nicht resignieren

Der Generaldirektor des Tschechischen Fernsehens, Jiri Hodac, lehnt es ab, von seiner Funktion zurückzutreten. Dies führte am Sonntagabend sein Berater Pavel Bobosik an. Der Direktor teilte seinem Team telephonisch mit, er sei nicht bereit abzutreten. Seinen Rücktritt verlangen die streikenden Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Senders sowie die beiden Kammern des tschechischen Parlaments. Hodac befindet sich seit Donnerstag im Krankenhaus in Prag- Motol, in das er nach einem Kreislaufkollaps gebracht werden musste. Über seine Entlassung aus dem Krankenhaus sollen die Ärzte am Montag entscheiden.

Am Sonntagabend fand vor dem Gebäude des Tschechischen Fernsehens in Prag ein Konzert zur Unterstützung der streikenden CT-Redakteure statt. Mehrere Tausend Leute versammelten sich vor dem Sendehaus, um die Veranstaltung zu unterstützen, die die Initiative "Tschechisches Fernsehen - die öffentliche Sache" organisierte.

Fernsehrat soll die Qualität der Berichterstattung erörtern

Der Rat des Tschechischen Fernsehens wird sich auf seiner Sitzung am Montag mit der Qualität und Objektivität der Berichterstattung des Tschechischen Fernsehens befassen. Der Ratsvorsitzende, Miroslav Mares, räumte ein, dass die Nachrichten, die das Team unter Jana Bobosikova vorbereitet, Mängel aufweisen, deren Ursache nicht nur technische Probleme sind.

Präsident Havel ist zum Erholungsaufenthalt abgereist

Präsident Vaclav Havel ist am Sonntag zu einem Erholungsaufenthalt auf die Insel Lanzarote geflogen. Er weilte dort bereits zweimal, und zwar in der Residenz des spanischen Königs Juan Carlos. Havel wollte bereits am 4. Januar abreisen, er verschob jedoch seine Abfahrt in Folge der gespannten politischen Lage, die durch die Krise im Tschechischen Fernsehen hervorgerufen wurde.

Spaltung des konservativen Flügels

Die unterschiedliche Beurteilung der Krise im Tschechischen Fernsehen kann die Chancen auf die Wiedervereinigung des konservativen Flügels der tschechischen Politszene sehr komplizieren. Auf diesen Standpunkt einigten sich die Vizevorsitzenden der Demokratischen Bürgerpartei und der Freiheitsunion, Ivan Langer und Vladimir Mlynar, im Diskussionsprogramm des privaten Fernsehsenders Nova am Sonntagnachmittag.

Srejber in Haft

Der ehemalige Tennisspieler und Unternehmer, Milan Srejber, wurde in der Nacht zu Sonntag auf dem Prager Flughafen durch die Polizei gefangen genommen. Er befindet sich derzeit in Haft und wird wegen des Informationsmissbrauchs im Handelsverkehr angeklagt.

Erneut Zwischenfall in tschechischem Atomkraftwerk Temelin

Das südböhmische Atomkraftwerk Temelin hat sich am Sonntag erneut automatisch abgeschaltet. In der im Probebetrieb laufenden Anlage sei es zu einem technischen Defekt im nichtnuklearen Sekundärkreislauf gekommen, sagte AKW-Sprecher Milan Nebesar. Der erste Reaktorblock sei aber nach kurzer Zeit wieder angefahren und die Prager Atomsicherheitsbehörde informiert worden.

Weniger Übungen tschechischer Soldaten

Die tschechischen Soldaten sollen in diesem Jahr an 64 gemeinsamen Militärübungen mit ausländischen Partnern teilnehmen. 21 der Manöver sollen auf dem Gebiet der Tschechischen Republik stattfinden, die anderen im Ausland. Wie aus Informationen folgt, die Verteidigungsminister Vladimir Vetchy, am Mittwoch dem Kabinett vorlegt, ist die Anzahl der Übungen im Vergleich zum vergangen Jahr gesunken.

Opernensemble des Prager Nationaltheaters in Japan

Das Opernensemble des Prager Nationaltheaters ist am Sonntag zu einer einmonatigen Tournee nach Japan abgereist. Die tschechischen Künstler werden in 11 japanischen Städten die Mozart-Opern Don Giovanni und Die Zauberflöte aufführen.

Wetter

Abschließend der Wetterbericht. Am Montag soll es bedeckt sein, mit örtlichen Regen- oder Schneeschauern muss gerechnet werden. Die Nachttemperaturen liegen zwischen plus 3 und minus 1, die Tageshöchstwerte erreichen 1 bis 5 Grad Celsius.