Nachrichten Samstag, 01. Juli, 2000

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Präsident Havel würdigt Wiederbelebung des Sokol-Geistes

Ein großes Dankeschön für die Wiederbelebung des Sokol-Geistes sprach der tschechische Präsident Vaclav Havel am Freitag gegenüber der Delegation der Tschechischen Sokolgemeinde aus, die er zu einem Empfang auf die Prager Burg geladen hatte. "Sokol ist ein wichtiger Baustein des gesellschaftlichen Lebens und trägt dazu bei, das gemeinschaftliche Zusammenleben in Tschechien zu stärken und zu vertiefen," würdigte das Staatsoberhaupt die Sokol-Turnbewegung. Rund 20.000 Sokol-Sportler haben sich derzeit in Prag zusammen gefunden, um an diesem Wochenende ihr 13. Großes Turnfest in der tschechischen Hauptstadt zu veranstalten.

Streetparty gegen Globalisierung begann mit organisatorischen Problemen

Nur rund einhundert junge Leute hatten sich zunächst am Freitag Mittag in der Prager Innenstadt eingefunden, um an der auf dem Palacky-Platz stattfindenden Streetparty teilzunehmen. Organisatorische Probleme hatten dazu geführt, dass die groß angekündigte Protestaktion gegen die für September in Prag geplante Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank zunächst nicht so recht in die Gänge kam. Die zuständigen Behörden hatten das Treffen der Tagungsgegner an zwei Orten im Stadtzentrum genehmigt, nicht aber einen Protestmarsch durch die Stadt, der nach Angaben der Polizei die Verkehrssituation komplizieren würde. Die Polizei rechnete im Vorfeld damit, dass insgesamt 1000 Menschen an der Streetparty teilnehmen werden.

Zeugnisausgabe beendete Schuljahr 1999/2000 an tschechischen Schulen

Freudige, aber zum Teil auch traurige Momente erlebten am Freitag rund eineinhalb Millionen Schüler der tschechischen Grundschulen und Gymnasien. Für sie ging an diesem Tage mit der Zeugnisausgabe das zehn Monate lange Schuljahr 1999/2000 zu Ende. Nach den zweimonatigen Sommerferien im Juli und August werden sie dann am 4. September in das neue Schuljahr starten. Wie Premier Milos Zeman und Schulminister Eduard Zeman gemeinsam auf einer Pressekonferenz am Freitag ankündigten, wird der Schul- und Bildungsbereich für die Regierung oberste Priorität bei der Aufstellung des Haushaltsplanes für das kommende Jahr 2001 haben. Für die Prager Schüler steht jedoch zunächst Ende September gleich wieder eine Ferienwoche an. Aufgrund des zu diesem Zeitpunkts in der tschechischen Hauptstadt stattfindenden Herbstgipfels von Währungsfonds und Weltbank wurden den Prager Schulen zusätzliche Pflichtferien verordnet.

Außenminister Kavan beendete zweitägigen Besuch in Irland

Der tschechische Außenminister Jan Kavan, der zu einem zweitägigen Besuch in Irland weilte, wurde am Freitag in Dublin von der Präsidentin des Gastgeberlandes Mary Mc Aleese empfangen. Wie Außenministeriums-Sprecher Ales Pospisil gegenüber der Nachrichtenagentur CTK mitteilte, habe es sich dabei um ein sehr freundschaftliches Treffen gehandelt, bei dem einmal nicht große politische Themen im Vordergrund standen. Tags zuvor war Kavan bereits mit seinem irischen Amtskollegen Brian Cowen zusammen getroffen. Hierbei verhandelten beide Seiten sowohl über die EU-Erweiterung als auch über die bilaterale Zusammenarbeit beider Länder im Wirtschaftsbereich.

Balajogi hebt gute Beziehungen zwischen Tschechien und Indien hervor

Das gute Niveau der gegenwärtigen tschechisch-indischen Beziehungen hat der Vorsitzende des Unterhauses des indischen Parlaments, Ganti Mohan Tschandra Balajogi, zum Auftakt seines fünftägigen Besuchs in der Tschechischen Republik am Freitag in Prag gewürdigt. "Zwischen unseren beiden Ländern existieren sehr gute Beziehungen sowohl auf kulturellem Gebiet als auch in anderen Bereichen," sagte er vor Journalisten unmittelbar nach seinem Zusammentreffen mit dem Chef des tschechischen Abgeordnetenhauses Vaclav Klaus. Balajogi ist einer der höchsten Repräsentanten der indischen Gesetzgebung, die in den zurückliegenden Jahren in Prag begrüßt werden konnten. Auf dem weiteren Programm seines Aufenthaltes in Tschechien stehen zudem Gespräche mit Ministerpräsident Milos Zeman und Außenminister Jan Kavan sowie eine Visite des Skoda-Autowerkes in Mlada Boleslav.

Lage des todkranken slowakischen Präsidenten leicht verbessert

Die Lage des todkranken slowakischen Präsidenten Rudolf Schuster im Universitätskrankenhaus in Innsbruck hat sich leicht verbessert. Das berichteten seine behandelnden Ärzte am Freitag. "Die Lungenfunktion erholt sich langsam, die Nierenfunktion wird weiterhin erfolgreich unterstützt, das Herzkreislaufsystem ist stabil," heißt es in dem ärztlichen Bulletin. Die Situation sei aber unverändert kritisch. Schusters Lage hatte sich nach zwei Notoperationen wegen eines Darmdurchbruchs in Bratislava dramatisch verschlechtert, worauf er am Mittwoch nach Innsbruck verlegt worden war. Dort war bereits der tschechische Präsident Vaclav Havel vor zwei Jahren erfolgreich ebenfalls an einem Darmdurchbruch operiert worden.

Größte Brauereien-Fusion in Tschechien perfekt

Das Projekt des Zusammenschlusses der Brauerei-Aktiengesellschaften Velke Popovice, Pilsener Urquell und Radegast ist am Freitag mit überwältigender Mehrheit auf der ordentlichen Vollversammlung der Brauerei-AG Velke Popovice beschlossen worden. Für die Fusion stimmten 99,4 Prozent der anwesenden Aktionäre, die mit einem Stammkapital von rund 62,5 Millionen Kronen (ca. 3,5 Millionen Mark) in etwa 92,4 Prozent des Aktienanteils halten. Durch den Beschluss wurde die bestehende Gesellschaft mit sofortiger Wirkung aufgelöst und das gesamte Kapital- und Anlagevermögen in die neue Gesellschaft überführt.

Tschechischer Bus in schweren Verkehrsunfall bei Stockerau verwickelt

Zwei Menschenleben und vier Verletzte hat der Zusammenprall eines tschechischen Autobusses mit einem PKW gefordert, der sich in den Freitag- Morgenstunden in der Nähe der niederösterreichischen Stadt Stockerau ereignet hat. Bei dem Unfall kamen die PKW-Insassen, zwei Österreicher, ums Leben, während im Autobus vier Reisende verletzt wurden. Sie konnten jedoch nach ambulanter Behandlung in einem umliegenden Krankenhaus mit allen anderen Passagieren bereits die Heimreise in einem Ersatzbus fortsetzen. Aufgrund der komplizierten Aufräumarbeiten an der Unfallstelle war die österreichische Bundesstraße B303 im Abschnitt Stockerau Nord-Sierndorf für mehrere Stunden gesperrt. Über die Unfallursache wurde noch nichts bekannt.

Schlecht gesichertes Ladegut war Ursache für Unfall in Millionenhöhe

Ein Schaden von rund zehn Millionen Kronen (ca. 550.000 Mark) entstand am Donnerstag Nachmittag bei einem Verkehrsunfall mit einem Volvo-LKW im südmährischen Moravsky Krumlov. Der 47-jährige Volvo-Fahrer aus der Slowakei hatte eine Fracht mit Überlänge - einen großen Druckbehälter - in das Kernkraftwerk Dukovany zu transportieren. Die schlecht gesicherte Ladung löste sich jedoch während der Fahrt, so dass der bereits erwähnte Schaden verursacht wurde, teilte die tschechische Polizeisprecherin Dagmar Bartonikova am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK mit.

Und abschließend noch ein Blick auf das Wochenend-Wetter:

In Tschechien wird es am Samstag heiter bis bewölkt sein. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen Werte zwischen 21 und 25 Grad, in Höhen über 1000 Meter bis zu 17 Grad Celsius. Am Sonntag und Montag wird es endlich wärmer, wobei die Tageshöchstwerte auf 23 bis 27 Grad am Sonntag und auf 25 bis 29 Grad Celsius am Montag ansteigen werden. In der Nacht zum Sonntag ist mit Temperaturen zwischen 13 und 9 Grad und in der Nacht zum Montag zwischen 15 und 11 Grad Celsius zu rechnen.

Das waren die Meldungen. In unserem Programm geht es weiter mit dem Tagesecho und Marketa Maurova. Anschließend hören Sie unser Verkehrsmagazin Mobil ans Ziel.