Nachrichten Samstag, 24. Juni, 2000

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ERFOLGREICHE TSCHECHISCHE ZUSAMMENARBEIT MIT SACHSEN

Das Bundesland Sachsen will der Tschechischen Republik auf ihrem Weg in die EU helfen. Am Freitag gab dies der Leiter der sächsisch-tschechischen Arbeitsgruppe Roger Mackeldey in Prag bekannt, wo eine Sitzung der Organisation stattfand. Sächsische Berater helfen tschechischen Fachleuten beispielsweise in den Bereichen Polizeiwesen oder Landwirtschaft, aber auch in Fragen der Infrastruktur und des Gesundheitswesens. Laut dem Leiter der mitteleuropäischen Sektion des tschechischen Aussenministeriums, Jiri Sitler erörtere man in der Arbeitsgruppe nur Fragen technischer Natur, wie etwa die erfolgreiche Zusammenarbeit im zweisprachigen Gymnasium Friedrich von Schiller in Pirna. Gemeinsame Projekte widmen sich in Zukunft der AIDS Prävention in der Grenzregion. Am 1. Juli wird zudem ein grenzüberschreitender Radweg Prag - Dresden eröffnet.

BENESCHDEKRETE MIT EU RECHT KOMPATIBEL

Der tschechische EU Chefunterhändler Pavel Telicka gab am Donnerstag in Brüssel bekannt, dass Tschechien einverstanden wäre mit einer Resolution, die verlangen würde, das man die Benesch Dekrete auf die Kompatibilität mit der Eu Rechtsordnung hin untersucht, so wie es der Zuständige des Europäsichen Parlaments für Tschechien, Jürgen Schröder verlangt. Laut Telicka ändere dies aber nichts an der grundsätzlichen tschechischen Haltung, wonach die Frage der Osterweiterung nicht an die Abschaffung der Dekrete geknüpft werden dürfe.

GÜNTHER VERHEUGEN IN MIITTELMÄHREN

Der EU Osterweiterungskommissar Günther Verheugen besucht am Freitag im Rahmen seines Tschechienbesuchs die mittelmährische Region Prostejov. Er kam dort mit Gemeindevertretern, Unternehmern und Vertretern Regionalentwicklungsagenturen zusammen. Am Nachmittag führte er in Prostejov mit Bürgern ein Gespräch und besuchte die Burg Plumlov. Verheugen beendete damit seine zweitägige Tschechienvisite über die wir Sie detailliert im anschliessenden Tagesecho informieren werden.

JÜDISCHES EIGENTUM WIRD ZURÜCKERSTATTET

Im tschechischen Senat wurde am Freitag ein Gesetz verabschiedet, dass es ermöglicht jüdisches, während der Naziokkupation konfisziertes Eigentum an jüdische Gemeinden und Privatpersonen zurück zu geben. Vizepremier Pavel Rychetsky sagte in diesem Zusammenhang, dass durch die Annahme der Gesetzesnorm, die Tschechische Republik das erste europäische Land sei, das auf die Washingtoner Deklaration reagierte und gezeigt habe, dass man sich würdig mit dem unsäglichen Erbe des Rassenwahns auseinander setzen will. Jüdische Gemeinde erhalten Immobilien zurück, die ihnen zwischen den Jahren 1938 und 1945 entwendet wurde. Das Gesetz rechnet zudem damit, dass dem Jüdischen Museum 63 Bilder zurück erstattet werden, die früher im Besitz von jüdischen Bürgern waren. Unter den Bildern befinden sich unter anderem Werke von Vaclav Spala, Auguste Renoir oder Maurice Valminck.

PRAGER TAXIPROZESS

Im Prager TAXI Prozess sind am Freitag vier Fahrer wegen Erpressung und Körperverletzung zu jeweils vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Bezirksgericht der tschechischen Hauptstadt sah es als erwiesen, dass die Männer 1996 und 1997 mit Gewalt und Drohungen Konkurrenten anderer Unternehmen von attraktiven Standplätzen vertreiben hatten. Vier Fahrer wurden mangels Beweisen freigesprochen, ein weiterer kam mit einer Bewährungsstrafe davon, wie die Nachrichtenagentur CTK meldete.

IRISCHER SENATSPRÄSIDENT IN TSCHECHIEN

Der Vorsitzende des irischen Senats Brian Mallooly kam am Freitag in Prag mit der tschechischen Senatspräsidentin Libuse Benesova, sowie dem Vizeaussenminister Pavel Telicka zusammen. Die Gespräche hatten Tschechiens EU Beitritt zum Inhalt haben. Mallooly besucht Tschechien wenige Tage vor der Irland Reise des tschechischen Aussenministers Jan Kavan, er kommt neben dem Parlamentspräsidenten Vaclav Klaus auch mit dem Brünner Bürgermeister Petr Duchon zusammen.

KONGRESSZENTRUM WIEDER OFFEN

In Prag wurde feierlich das Kongresszentrum wiedereröffnet, das sich zwei Jahre lang im Umbau befand. Im Gebäude aus dem Jahre 1981, dass vor allem für kommunistische Parteitage diente und nach 1989 für kulturelle Veranstaltungen, wird im September diesen Jahres die Jahrestagung des Weltwährungsfonds stattfinden. Die Prager Bürger werden sich das umgebaute Kongresszentrum am nächsten Wochenende am Tag der offenen Türen ansehen können, anschliessend wird es dem Finanzministerium übergeben, das die Vorbereitungen für die Jahrestagung des IWF vornimmt.

NEUE AUSSTELLUNG DER NATIONALGALERIE

Seit Donnerstag Abend ist im Prager Messepalast die Sammlung der Nationalgalerie wieder zugänglich gemacht worden, neu stellt man im Gebäude tschechische Kunst des 19. Jahrhunderts aus, präsentiert wird in einer neu zusammengestellten Exposition auch die Sammlung französischer Kunst. Die Nationalgalerie bietet im Messepalast zudem eine Bibliothek, sowie eine Internet Cafeteria an.

WETTERVORAUSSICHTEN FÜRS WOCHENENDE

Am Samstag strömt nach Tschechien eine Kaltluftfront. Tagsüber wird es bewölkt und regnerisch sein, gebietsweise ist mit Gewittern zu rechnen, die Tagestemperaturen bewegen sich zwischen 18 und 22 Grad Celsius. Kühles und regnerisches Wetter wird auch für den Sonntag erwartet.