Nachrichten Samstag, 31. März, 2001

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Slowakischer Premier Dzurinda in Prag

Der slowakische Premier Mikulas Dzurinda hat am Freitag zusammen mit dem tschechischen Premier Milos Zeman eine Gedenkplatte des tschechoslowakischen Vorkriegspremiers Milan Hodza enthüllt. Bei diesem Anlass haben Historiker und Politiker vor allem Hodzas Bemühen um die Vereinigung der mitteleuropäischen Länder hervorgehoben. Des weiteren nahm Dzurinda am sogenannten Zofinforum teil, wo er mit tschechischen Unternehmern zusammengekommen ist. Dzurinda informierte die Teilnehmer über die aktuelle Entwicklung der slowakischen Wirtschaft sowie über Möglichkeiten der tschechisch-slowakischen Wirtschaftskooperation.

Premier Zeman zur Kritik an Außenminister Kavan

Wenn die Tschechische Republik eine Resolution vorschlagen wird, wird sie diese mit ihren Verbündeten konsultieren, sollte diese aber jemandem nicht gefallen, bedeutet es nicht, dass die tschechische Außenpolitik schlecht sei. Dies erklärte am Freitag der tschechische Premier Milos Zeman im Zusammenhang mit der Kritik von Außenminister Jan Kavan, der wegen dem Entwurf der tschechischen Menschenrechtsresolution gegen Kuba kritisiert wird. Zeman betonte, dass die Tschechische Republik ein souveräner Staat sei. Außenminister Kavan wird derzeit dafür kritisiert, dass er den Entwurf der Resolution, die auch Kritik an den amerikanischen Wirtschaftssanktionen gegen Kuba beinhaltet, nicht mit den Verbündeten konsultiert hat.

Tschechische KFOR Soldaten an der Grenze zu Mazedonien

Eine Untersuchungstruppe, die Teil der tschechischen Einheit bei der internationalen KFOR -Truppe im Kosovo ist, beteiligt sich nun an der Bewachung der Grenze zu Mazedonien. Diese Information bestätigte am Freitag der Nachrichtenagentur CTK gegenüber Vladimir Palan von der Presseabteilung des Generalstabs der tschechischen Armee. Insgesamt 30 tschechische Soldaten wurden im Rahmen einer unter britischem Kommando stehenden Truppe am Donnerstag im Süden des Kosovo stationiert. Die KFOR hat zur Verstärkung der Bewachung der Grenze insgesamt 400 Soldaten geschickt.

Neuer Prozess gegen Huvermann eröffnet

Das Gericht des ersten Prager Stadtbezirks hat am Freitag den zweiten Prozess gegen den Deutschen Volker Huvermann eröffnet. Huvermann ist angeklagt, bei einer Greenpeace- Demonstration vor dem Staatlichen Amt für Atomsicherheit in Prag eine Alarmsirene betätigt zu haben. In einem ersten Prozess wurde Huvermann zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe, die zur einjährigen Bewährung ausgesetzt werden sollte, verurteilt. Die Staatsanwaltschaft legte gegen das Urteil Beschwerde ein, sie besteht auf einer Ausweisung Huvermanns.

Jüdisches Mähren in Brüssel

In Anwesenheit des Prager Oberrabinners Karel Sidon wurde am Freitag in Brüssel die Ausstellung "Jüdisches Mähren, jüdisches Brünn" eröffnet. Die Ausstellung stellt die mährische jüdische Gemeinde vor, die vor dem Zweiten Weltkrieg sehr umfangreich war und heute wieder auflebt, sagte am Freitag Karel Sidon der Nachrichtenagentur CTK. Sidon verstehe die europäische Integration als einen bedeutenden Versuch um friedliches Zusammenleben in Europa und es sei die Pflicht der Juden, dazu beizutragen. Im Tschechischen Zentrum in Brüssel sind Exponate aus verschiedenen Museen sowie Privatsammlungen zu sehen, begleitend finden Vorträge und Seminare statt.

Stadträte in Brno beraten über Vertreibung

Brünner Stadtvertreter verhandeln über einen Dokumententwurf, der die Stellungnahme des Brünner Rathauses zur Vertreibung der Deutschen aus Brno im Jahre 1945 zum Inhalt haben wird. Den Vorschlag einer Fachexpertengruppe wollen die Stadtvertreter allerdings solange nicht bekannt geben, wie sie nicht darüber beraten haben, sagte heute der Vizeoberbürgermeister von Brno Rostislav Slavotinek. Stadträte haben die Fachexpertengruppe im Mai vergangenen Jahres auf Anregen der Bürgervereinigung "Jugend für intellektuelle Verständigung" gebildet, die von den Stadtvertretern eine Entschuldigung für die Vertreibungen verlangte. Im Mai und Juni 1945 wurden um die 20 000 Deutsche aus Brno vertrieben.

Humanismus zum Hauptthema des Prager Schriftstellerfestivals

Humanismus ist das Hauptthema des 11. Prager Schriftstellerfestivals, das ab morgen Sonntag bis kommenden Freitag stattfindet. Als Motto haben die Veranstalter ein Zitat des italienischen Schriftstellers Primo Levi ausgesucht: "Wann wenn nicht jetzt?". Mit größter Spannung wird die Ankunft des britischen Schriftstellers indischer Abstammung Salman Rushdie erwartet. Rushdie, über den die iranischen Geistlichen einen Bann verhängten, wird nach fast acht Jahren wieder nach Prag kommen und hier zweimal öffentlich auftreten.