Nachrichten Sonntag, 19. März, 2000

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EINJÄHRIGE NATOMITGLIEDSCHAFT - KONFERENZ IN BUDAPEST

In Budapest befassen sich zur Zeit die Aussenminister von Tschechien, Polen und Ungarn mit der Bewertung der einjährigen Mitgliedschaft in der NATO. Der tschechische Aussenminister Jan Kavan nimmt zusammen mit seinen Amtskollegen an einer wissenschaftlichen Konferenz über das erste Jahr in der NATO teil, zudem haben die Aussenminister eine Deklaration unterschrieben, in der sie sich zu einer Verstärkung der mitteleuropäischen Sicherheitspolitik, sowie zur Erweiterung der NATO verpflichten. Die drei Aussenminister unterstützen auch das Bestreben der Slowakei in die NATO einzutreten. Polen, Ungarn, die Slowakei und Tschechien widmen sich der regionalen Zusammenarbeit im Rahmen der sogenannten Visegrader Gruppe. Jan Kavan gab der Nachrichtenagentur CTK bekannt, dass er sich mit dem ungarischen Premier Viktor Orban vor alle über die Krisensituation im Kosovo, aber auch über die politischen Lage in Russland unterhalten hätte.

WIRD SKODA - STAATSANTEIL AN VW VERKAUFT ?

Der tschechische Industrie-und Handelsminister Miroslav Gregr hat sich gegen einen schnellen Verkauf des 30-prozentigen Staatsanteils am Automobilhersteller Skoda an den deutschen VW-Konzern ausgesprochen. Dies wäre in einer Zeit, in der am ostböhmischen Firmensitz von Skoda ein neues Motorenwerk entstehe unprofessionell, sagte Gregr am Freitag vor Journalisten in Prag. Die Tageszeitung Mlada fronta Dnes hatte am Freitag berichtet, Volkswagen dränge als bereits 70- prozentiger Eigentümer von Skoda die Regierung in Prag, bis Ende April über den Verkauf ihres Anteils zu entscheiden. Die für Anfang Mai geplante VW-Generalversammlung werde auf Grund der schlechteren Bilanz eine solche Investition in Zukunft kaum zulassen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK soll der 30-prozentige Staatsanteil 12 bis 20 Milliarden Kronen rund 630Mio. DM bis 1,1 Milliarden DM kosten. Dies nannte Minister Gregr am Freitag sehr niedrig. Skoda hatte am Donnerstag seinen Bilanz für 1999 vorgelegt. Das Ergebnis nach Steuern stieg auf 2,64 Milliarden Kronen nach 2,24 Milliarden Kronen im Vorjahr. Der Umsatz erreichte 110 Milliarden Kronen.

HISTORIKERKONFRENZ ÜBER PROTEKTORATSZEIT

Die viertägige Konferenz von Historikern aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei über das nazistische Regierungssystem während des Protektorats Böhmen und Mähren ist am Samstag in Bratislava zu Ende gegangen. Über 50 Historiker beschäftigten sich mit Themen wie die Okkupationspolitik der Nazis, die Situation in der kollaborierenden Slowakei, aber auch die Stellung der Bevölkerung im besetzten Sudetengebiet. Einer der Vorsitzenden der Konferenz, Jan Kren sagte vor der Presse, es sei eine der besten Tagungen die während der Tätigkeit der slowakisch-deutschen und der deutsch-tschechischen Historikerkommission abgehalten wurde. Kren zufolge werden alle Beiträge der Konferenz in einer zweisprachigen Ausgabe, in deutscher und tschechischer Sprache publiziert.

STARKER SCHNEEFALL IN BRUNTAL

Im nordmährischen Kreis Bruntal wurde wegen starkem Wind und Schneefällen am Samstag der Kalamitätszustand ausgerufen. Die Polizei meldete, dass wegen der schwierigen Strassenbedingungen während weniger Stunden mehrere Verkehrsunfälle registriert wurden. Über das Wochenende haben mehrere Autobusse, deren Ziel touristische Zentren in der Region waren, die Strassen blockiert.