• 19.05.2026

    Tschechiens Premier Andrej Babiš (Partei Ano) hat eigener Aussage nach die Parlamentserklärung, in der die Organisatoren des Sudetendeutschen Tages in Brno / Brünn zur Absage der Veranstaltung aufgefordert werden, nicht gründlich gelesen. Dies sagte er der Zeitung Deník in einem am Dienstag veröffentlichen Videointerview. Babiš, der bei der Abstimmung über die Erklärung vergangene Woche so wie die meisten Minister nicht persönlich anwesend war, betonte in dem Gespräch, dass die Deklaration nicht negativ gegen Deutschland gerichtet sei.

    In dem Interview bezeichnete Babiš die Ausrichtung des Sudetendeutschen Tages in Tschechien erneut als Fehler. Er habe über den deutschen Botschafter in Prag versucht, auf die deutschen Politiker einzuwirken, nicht nach Brünn anzureisen, so Babiš.

    Der Sudetendeutsche Tag in Brünn wird am Donnerstag eröffnet. Redner sind unter anderem der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (beide CSU). Letzterer sagte am Dienstag, der Sudetendeutsche Tag sei immer ein Angebot zur Versöhnung gewesen und dies gelte besonders in diesem Jahr. Er bedauere die radikalen Stimmen aus Tschechien, so der Ministerpräsident nach der Sitzung der bayerischen Landesregierung.

    Wie Babiš am Dienstag im Interview mit der Zeitung Deník sagte, werde er selbst nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Stattdessen kündigte der tschechische Premier an, am Sonntag nach Lidice zu fahren. Der Ort wurde während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten ausgelöscht, alle männlichen Einwohner wurden bei dem Massaker erschossen.

  • 19.05.2026

    Am Mittwoch ist es in Tschechien überwiegend bewölkt. Vielerorts gibt es Schauer und teils auch stärkere Regenfälle. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 18 bis 23 Grad.

  • 19.05.2026

    Im Prager Stadtteil Záběhlice ist am Dienstagvormittag ein Bus mit einer Straßenbahn kollidiert. 18 Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer. Die Rettungskräfte brachten die Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser und aktivierten einen Katastrophenplan. Dies geschieht üblicherweise bei Ereignissen mit einer großen Zahl Verletzter.

    Laut Angaben der Polizei verließ der Bus unter bisher ungeklärten Umständen seine Fahrspur. Veröffentlichte Bilder von der Unfallstelle deuten darauf hin, dass die beiden Fahrzeuge frontal zusammenprallten. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es durch gesundheitliche Probleme beim Busfahrer zu dem Unfall gekommen sei, hieß es von der Polizei.

  • 19.05.2026

    Bei der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung von Brno / Brünn fanden sich am Dienstag erneut mehrere Gegner des Sudetendeutschen Tages zusammen, der ab Donnerstag in der mährischen Stadt stattfindet. Laut Angaben der Presseagentur ČTK verlief die Sitzung aber wesentlich ruhiger als am 14. April, als die Gegner der Veranstaltung den gesamten Saal füllten.

    Wegen des zurückliegenden Protests war die Polizeipräsenz am Dienstag im Sitzungssaal größer als sonst. Eine Frau nutzte die Bürgerfragestunde, um ihre Kritik an der Ausrichtung des Sudetendeutschen Tages zum Ausdruck zu bringen. Dabei enthüllte sie eine sowjetische Flagge. Sie wurde anschließend von der Polizei abgeführt, und ihre Personalien wurden aufgenommen. Den Beamten zufolge hat die Frau durch ihren Auftritt möglicherweise das kommunistische Regime verherrlicht und sich damit eine Straftat zu Schulden kommen lassen.

    Der Sudetendeutsche Tag findet von Donnerstag bis Montag in Brünn statt – und damit zum ersten Mal in Tschechien. Die Veranstaltung wird zeitgleich und in Kooperation mit dem Festival Meeting Brno ausgerichtet.

  • 19.05.2026

    Tschechiens nationaler Koordinator für Drogenbekämpfung, Pavel Bém, wird Ende Juni aus dem Amt scheiden. Grund ist, dass seine Agenda künftig nicht mehr zum Regierungsamt, sondern zum Gesundheitsministerium gehört. Darüber informierte am Dienstag die Presseagentur ČTK.

    Béms Posten soll mit dem des nationalen Koordinators für seelische Gesundheit zusammengelegt werden. Das neue Amt wird Dita Protopopová innehaben, die derzeit bereits für die Politik hinsichtlich der seelischen Gesundheit zuständig ist.

  • 19.05.2026

    In den chilenischen Anden ist ein tschechischer Diplomat bei einer Wanderung ums Leben gekommen. Darüber informierte am Dienstag das Nachrichtenportal iDnes. Das Außenministerium in Prag bestätigte den Fall. Der Mann soll an der tschechischen Botschaft in Chile im Wirtschaftsreferat tätig gewesen sein, hieß es.

    Medienberichten zufolge soll der Mann versucht haben, den 3149 Meter hohen Berg Punta de Damas zu erklimmen. Dieser befindet sich im Gebirge Sierra de Ramón unweit der Hauptstadt Santiago. Chilenische Medien schrieben, dass sich der Diplomat bei der Expedition verletzt hatte und sich nicht mehr bewegen konnte. Per Telefon teilte er seiner Ehefrau seinen Standort mit, woraufhin er unter anderem mit Hubschraubern gesucht wurde. Die Einsatzkräfte fanden den Diplomaten jedoch tot vor.

  • 19.05.2026

    Das tschechische Finanzministerium fordert eine Überarbeitung des Mediengesetzes, das vom Kulturministerium vorgelegt wurde. Der aktuelle Entwurf habe grobe Mängel und schaffe zahlreiche neue Probleme, kritisierte das Finanzministerium im Rahmen der Ressortabstimmung. So sei etwa nicht konkret festgelegt, aus welchem Teil des Haushalts die öffentlich-rechtlichen Medien künftig finanziert werden sollen und wann die Zahlung erfolgen muss.

    Tschechiens Kulturminister Oto Klempíř hatte im April seinen Entwurf des neuen Mediengesetzes vorgelegt. Darin ist vorgesehen, die Gebühren für das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen und den Tschechischen Rundfunk abzuschaffen. Die Medien sollen stattdessen aus der Staatskasse finanziert werden. Beide Rundfunkanstalten, Experten und die Opposition kritisieren das Vorhaben. Im Zuge der Ressortabstimmung haben nun außer dem Umweltministerium alle tschechischen Ministerien Inhalte des Gesetzesentwurfs kritisiert.

  • 19.05.2026

    Israels Außenminister Gideon Saar reist am Dienstag nach Tschechien. Der wichtigste Teil seines Besuchs erwartet ihn am Mittwoch, wenn er in Prag mit Tschechiens Außenminister Petr Macinka (Motoristé sobě) und später mit Präsident Petr Pavel zusammentrifft.

    Saar besuchte Tschechien zuletzt im Januar. Mitte April war Macinka zu Gast in Israel. An diese letzte Reise knüpft dem Außenministerium in Prag zufolge nun Saars Besuch an. Die beiden Minister wollen eine gemeinsame Kommission einrichten, um den bilateralen Handel zu stärken und die Zusammenarbeit etwa in den Bereichen Gesundheitswesen und Cybersicherheit zu intensivieren.

  • 19.05.2026

    Tschechiens Staatspräsident Petr Pavel ist bereit, Miroslav Hlaváč zum Generalstabschef der Armee zu ernennen. Darüber informierte am Montag die Präsidialkanzlei im Netzwerk X. Hlaváč sei aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen und seiner Führungs- und Militärexpertise ein geeigneter Kandidat, so Pavel.

    Die Regierung in Prag hatte am Montag beschlossen, dass Hlaváč neuer Generalstabschef werden soll. Anders als bei den Mitbewerbern stimmte Verteidigungsminister Jaromír Zůna (parteilos) nicht für Hlaváč. Bevor Präsident Pavel über die Ernennung des Kandidaten entscheidet, verhandelt noch der Verteidigungsausschuss des Abgeordnetenhauses über die Personalie.

  • 18.05.2026

    Der tschechische Staatspräsident Petr Pavel hat die Schirmherrschaft über das Dialogfestival Meeting Brno übernommen. Dies teilte die Präsidialkanzlei am Montag auf Anfrage der Presseagentur ČTK mit.

    Das Festival findet bereits zum dritten Mal unter der Schirmherrschaft von Petr Pavel statt. Ziel des Projekts sei es, einen offenen Dialog zu fördern und Geschichten und historische Erfahrungen auszutauschen, führte die Präsidialkanzlei an. In Bezug auf die deutsch-tschechischen Beziehungen hieß es, der Präsident stimme voll und ganz mit den Werten der deutsch-tschechisch Erklärung von 1997 überein, in der die Versöhnung und die Ausrichtung auf die künftige Zusammenarbeit betont werden.

    Auf Einladung des Festivals wird in diesem Jahr der Sudetendeutsche Tag am kommenden Wochenende in Brno / Brünn und somit erstmals in Tschechien ausgetragen. Das sorgt hierzulande für heftige politische Debatten. Das Abgeordnetenhaus sprach sich in der vergangenen Woche mit den Stimmen der Regierungsparteien dagegen aus.

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