• 18.02.2026

    Tschechien hat der Slowakei angeboten, Öllieferungen über die Druschba-Pipeline zu ermöglichen. Dies sagte der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (Partei Ano) am Dienstag bei einem Besuch in Bratislava, wo er vom slowakischen Premier Robert Fico (Smer – slovenská sociálna demokracia) empfangen worden war.

    Die Lieferung russischen Rohöls über die Ukraine an die Slowakei ist derzeit unterbrochen. Über die Druschba-Pipeline könne jedoch nur ein kleiner Anteil ersetzt werden, so Havlíček. Laut dem Minister bemüht sich Tschechien zudem auch darum, die Durchleitung von Öl aus Deutschland über Tschechien in die Slowakei zu verstärken.

    Autor: Till Janzer
  • 18.02.2026

    Tschechische Hilfsorganisationen haben Premier Andrej Babiš (Partei Ano) in einem offenen Brief um ein Treffen gebeten. Bei der möglichen Zusammenkunft wollen sie über die von der Regierung geplanten Kürzungen bei der humanitären Hilfe verhandeln. Dies berichtete die Presseagentur ČTK am Dienstagabend.

    Hinter dem Brief stehen NGOs, die im tschechischen Forum für Entwicklungszusammenarbeit vereint sind. Dazu gehören unter anderem Člověk v tísni (Mensch in Not), die Caritas und die Ärzte ohne Grenzen. Sie kritisieren die angedachten Kürzungen und verweisen auf die schwierige Lage in der Ukraine sowie die Krisen in Syrien, im Sudan und im Jemen.

    Laut dem Schreiben der Hilfsorganisationen will die Regierung insgesamt knapp 750 Millionen Kronen (31 Millionen Euro) einsparen. Es sind Gelder für die humanitäre Hilfe, die Entwicklungszusammenarbeit und die Hilfe für die Ukraine.

    Autor: Till Janzer
  • 17.02.2026

    Die tschechische Polizei hat Ermittlungsverfahren gegen vier ehemalige Mitglieder der kommunistischen Geheimpolizei StB eingeleitet, die in den 1970er und 1980er Jahren den Schauspieler Tomáš Töpfer verfolgt haben sollen. Den ehemaligen Stasi-Agenten wird vorgeworfen, ihre Befugnisse als Amtspersonen missbraucht zu haben. Laut einem Ermittler der tschechischen Polizei ist der Fall wegen seiner außerordentlichen Länge und dem Ausmaß der Ermittlungen gegen Töpfer außergewöhnlich. So sollen rund 20 StB-Angehörige auf den Schauspieler angesetzt worden sein. Grund soll Töpfers kritische Haltung zum kommunistischen Regime und sein jüdischer Glaube gewesen sein.

    Der 1951 geborene Tomáš Töpfer ist ein bekannter tschechischer Schauspieler und Regisseur. Zudem ist er als Politiker aktiv. 2006 wurde er erstmals in den Senat gewählt. Seit 2022 sitzt er für die bürgerdemokratische Partei ODS erneut in der oberen Parlamentskammer.

  • 17.02.2026

    Die tschechische Handelsinspektion (ČOI) hat im vergangenen Jahr bei ihren Kontrollen 21.856 gefälschte Waren beschlagnahmt, deren Originalwert 82,6 Millionen Kronen (3,4 Millionen Euro) betragen würde. Im Vergleich mit 2024 handelte es sich um rund 8000 Produkte weniger. Darüber informierte die Behörde am Dienstag. Wegen der Verstöße verhängte die Handelsinspektion insgesamt Bußgelder in Höhe von acht Millionen Kronen (330.000 Euro).

    Fast die Hälfte der gefälschten Produkte ließ sich dem Textilbereich zuordnen. Die meisten Plagiate zeigten die Markennamen Nike, Guess, Louis Vuitton, Michael Kors, Tommy Hilfiger sowie Chanel. Verkauft wurden zudem auch gefälschte Spielzeuge und Schuhwerk.

  • 17.02.2026

    Das Gemeindeamt der mährisch-schlesischen Stadt Bruntál hat drei Enteignungsverfahren eröffnet, durch die der lange aufgeschobene Bau der Talsperre in Nové Heřminovy vorangebracht werden soll. Die Verfahren wurden auf Antrag des Wasserwirtschaftsamts der Oder (Povodí Odry) eingeleitet, wie eine Sprecherin der Behörde mitteilte. Eine definitive Entscheidung über die Enteignung soll bis spätestens Januar kommenden Jahres fallen.

    Die ersten Pläne für eine Talsperre am Fluss Opava reichen bis ins Jahr 1923 zurück. Nach dem verheerenden Hochwasser von 1997 wurde erneut über einen Staudamm diskutiert. 2008 entschied die Regierung in Prag zwar für einen entsprechenden Bau, die Arbeiten wurden aber nie aufgenommen. Nachdem es 2024 eine schwere Flut in der Region gegeben hatte, kam aber erneut Bewegung in das Vorhaben. Der geplante Baubeginn ist nun Herbst 2027.

  • 17.02.2026

    Tschechiens Premier Andrej Babiš (Ano) und Abgeordnetenhauspräsident Tomio Okamura („Freiheit und direkte Demokratie“, SPD) werden höchstwahrscheinlich nicht zur Strafverfolgung freigegeben. Der zuständige Ausschuss des Abgeordnetenhauses entschied am Dienstag erwartungsgemäß gegen eine Aufhebung der Immunität der Politiker. Darüber informierte die Presseagentur ČTK.

    Premier Babiš ist wegen möglichen Subventionsbetrugs beim Bau seines Luxusressorts Čapí hnízdo (Storchennest) angeklagt. Gegen Okamura wird wegen Wahlplakaten seiner Partei ermittelt, die zum Hass angestiftet haben sollen. Die beiden Politiker weisen die Vorwürfe von sich. Sich freiwillig einer Strafverfolgung zu stellen, lehnen sie ab. Über eine mögliche Aufhebung der Immunität wird das Plenum des Abgeordnetenhauses vermutlich auf einer Sondersitzung am 5. März verhandeln.

  • 17.02.2026

    Am Mittwoch ist es in Tschechien überwiegend bewölkt. In der Nordhälfte des Landes können Schnee und Schneeregen fallen. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 0 bis 4 Grad.

  • 17.02.2026

    Das Meinungsforschungsinstitut CVVM hat am Dienstag die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zum Ansehen ausländischer Politiker in Tschechien veröffentlicht. Das meiste Vertrauen genießt hierzulande demnach Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem 52 Prozent der Befragten trauen. Auf Platz zwei folgt mit 44 Prozent das ukrainische Staatsoberhaupt Wolodymyr Selenskyj, den allerdings auch 47 Prozent nicht für vertrauenswürdig hielten. Am größten war das Misstrauen beim russischen Machthaber Wladimir Putin sowie bei US-Präsident Donald Trump.

    Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz sprachen in der Studie 30 Prozent ihr Vertrauen aus. Beim österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen lag die Quote bei 16 Prozent. Van der Bellen war dabei der unbekannteste Politiker; 62 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen sein Name nichts sagen würde.

    Die Erhebung von CVVM fand zwischen dem 23. Januar und dem 3. Februar statt. Befragt wurde insgesamt 1725 Menschen.

  • 17.02.2026

    Der deutsche Zoll hat bei einem Reisenden, der mit dem Zug von Dresden nach Tschechien fahren wollte, mehr als 105.000 Euro Bargeld sichergestellt. Wie es in einer Pressemitteilung des Zolls heißt, ereignete sich der Vorfall am Dienstag vergangener Woche. Eine Streife des Hauptzollamts Dresden führte dabei eine verdachtsunabhängige Kontrolle durch. Im Gepäck sowie in den Jacken- und Hosentaschen des Mannes fanden die Beamten schließlich große Mengen Bargeld. Der 31-jährige Fahrgast, der nach eigener Aussage von Amsterdam nach Prag reisen wollte, gab an, in Tschechien zwei hochpreisige Autos kaufen zu wollen. Konkrete Modelle konnte er jedoch nicht nennen. Zur Herkunft des Geldes gefragt, sagte der Reisende, 30.000 Euro kämen von seinem Bankkonto, der Rest von Freunden aus Vietnam.

    Da den Zollbeamten die Informationen zu Herkunft und Verwendung des Geldes unschlüssig erschienen, stellten sie das Bargeld sicher. Nun soll in einem sogenannten Clearingverfahren herausgefunden werden, ob der Verdacht der Geldwäsche besteht.

  • 17.02.2026

    An drei Standorten der Sozialwissenschaftlichen Fakultät (FSV) der Prager Karlsuniversität hat es am Dienstagmorgen einen Polizeieinsatz gegeben. Einer Fakultätssprecherin zufolge suchten die Einsatzkräfte eine verdächtige Person. Diese befand sich jedoch in keinem der Gebäude. Die Polizei teilte mit, eine Person sei festgenommen worden. Zuvor habe es eine Drohung gegen die Hochschule gegeben. Derzeit bestehe aber keine weitere Gefahr, hieß es. Die Polizei war sowohl am Campus im Stadtteil Jinonice als auch in den beiden Fakultätsgebäuden im Prager Stadtzentrum im Einsatz.

    Im Dezember 2023 war es im Hauptgebäude der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität zu einem Amoklauf gekommen. Ein Student tötete damals 14 Menschen und sich selbst, 25 Menschen wurden verletzt.

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