• 30.05.2002

    Der zweite Reaktorblock des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin stand am Donnerstag vor dem Betriebsbeginn. Ingenieure der Betreibergesellschaft CEZ begannen am Morgen mit Arbeiten im nuklearen Primärkreislauf. Die Aktivierung der atomaren Kettenreaktion erfolge voraussichtlich am Freitag, sagte Anlagensprecher Milan Nebesar. Die Inbetriebnahme des zweiten Blocks war erst am Mittwoch von der Prager Atomsicherheitsbehörde genehmigt worden. Der erste Block von Temelín war im Oktober 2000 angefahren worden und speiste am Mittwoch bei maximaler Leistung etwa 1000 Megawatt Strom in das Energienetz. Temelín-Gegner verlangen wegen angeblicher Sicherheitsmängel die Stilllegung der Anlage. Die Bürgerinitiativen "Südböhmische Mütter" und "In der Gefahrenzone" reichten am Donnerstag "wegen unzureichender Unfallsicherheit von Temelin" Klage gegen CEZ ein. Zudem warfen mehrere tschechische Umweltschutzverbände und Bürgerinitiativen dem Staatsunternehmen CEZ vor, zwei Wochen vor der Parlamentswahl "in staatlichem Auftrag" zu handeln, da sich über die Aktivierung des zweiten Blocks nur der tschechische Industrie- und Handelsminister Miroslav Gregr freuen könne, wie ein Greenpeace-Sprecher versicherte.

    Autor: Lothar Martin
  • 30.05.2002

    Gut zwei Wochen vor den Wahlen zum tschechischen Abgeordnetenhaus haben vorgenommenen Prognosen zufolge sowohl die regierenden Sozialdemokraten als auch die stärkste oppositionelle Kraft, die Demokratische Bürgerpartei (ODS), ihre Favoritenrolle auf den Wahlsieg bestätigt. Laut der aktuell vorliegenden Umfrage der Agentur TNS Factum würden die Bürgerdemokraten 28,7 Prozent der Wählerstimmen und die Sozialdemokraten 26,9 Prozent der Stimmen erhalten. Nahezu identisch fällt das Votum für das Wahlbündnis Koalice und für die Kommunisten aus. Beide Wahlsubjekte kämen derzeit auf einen Stimmenanteil von je 15,9 Prozent. Außer den genannten Parteien bzw. Gruppierungen würde der Umfrage zufolge keine weitere Partei die Fünf- Prozent-Hürde überspringen und somit auch nicht in das parlamentarische Unterhaus einziehen.

    Autor: Lothar Martin
  • 30.05.2002

    Die tschechische Polizei hat am Mittwoch einen 29-jährigen Arbeitslosen festgenommen, der in der vergangenen Woche mit terroristischen Anschlägen auf Hochhäuser in Brno/Brünn gedroht hatte. Wegen der anonym eingegangenen Drohung, die Häuser nach dem Vorbild der Anschläge vom 11. September 2001 "aus der Luft zu zerstören", waren die Luftstreitkräfte drei Tage in Alarmbereitschaft. Als Grund habe der Mann angegeben, "die Polizei nicht zu mögen", sagte Polizeisprecher Mojmír Popp. Dem Geständigen drohen bis zu fünf Jahre Haft.

    Autor: Lothar Martin
  • 30.05.2002

    Christoph Eschenbach, der Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters, hat seine Teilnahme am Abschlusskonzert des internationalen Musikfestivals "Prager Frühling" abgesagt. Der 61-jährige Musiker könne wegen Krankheit nicht wie vorgesehen am 2. und 3. Juni die Tschechische Philharmonie dirigieren, sagte eine Festivalsprecherin der Tageszeitung "Pravo", die diese Information in ihrer Donnerstag-Ausgabe veröffentlichte. Nach Auskunft der Festivalorganisatoren werde Eschenbach durch den Österreicher Hans Graf ersetzt.

    Autor: Lothar Martin
  • 29.05.2002

    Das britische Innenministerium hat am Mittwoch vorgeschlagen, die gesetzlichen Möglichkeiten für die Arbeitstätigkeit junger Menschen aus den EU-Kandidatenländern zu erweitern. Das Pogramm soll der Einführung der Übergangsfristen für die Freizügigkeit der Arbeitskräfte vorausgehen. Lord Jeff Rocker aus dem Innenministerium erklärte, man wolle damit die freien Stellen auf dem Arbeitsmarkt besetzen und somit die britische Wirtschaft stärken.

    Autor: Olaf Barth
  • 29.05.2002

    Die Polizei hat am Mittwoch jenen Mann festgenommen, der am vergangenen Donnerstag mit einem Luftangriff auf einen Hochhauskomplex in der südmährischen Metropole Brno/ Brünn gedroht hatte. Der Mann habe seine Tat zugegeben und sie mit seiner Antipathie gegen die Polizei begründet, verkündete Polizeisprecher Mojmir Popp. Wegen der Terrordrohung waren die Gebäude evakuiert und ergebnislos durchsucht worden, außerdem befand sich die Luftabwehr bis Samstag in erhöhter Bereitschaft.

    Autor: Olaf Barth
  • 29.05.2002

    Gemäß einem Bericht des Haushaltsausschusses des Europaparlaments könnte es passieren, dass einige der jetzigen Kandidatenländer, unter ihnen auch die Tschechische Republik, nach ihrem Beitritt zur Union in die EU-Kassen mehr einzahlen müssten als sie erhalten würden. Ein solches Szenario lehnen die Beitrittskandidaten ab. Deren Außenminister einigten sich vergangene Woche in Warschau auf eine gemeinsame Forderung, nach der die neuen Mitgliedsstaaten finanziell besser gestellt sein sollten als vor ihrem Beitritt. Staaten wie Polen, Ungarn und Tschechien wollen deshalb nicht sofort den vollen Beitrag einzahlen werden, sondern diesen quasi in Raten entrichten.

    Autor: Olaf Barth
  • 29.05.2002

    Ein Drittel der Tschechen spürt eine Antipathie gegen in Tschechien lebende Ausländer. Rund die Hälfte aller tschechischen Bürger lehnt Menschen mit einer anderen Hautfarbe ab und gar 75% bekennen sich zu ihrer Intoleranz gegenüber den Roma und ebenso gegenüber Alkoholikern und Drogenabhängigen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes CVVM hervor, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht wurden. Immerhin erklärten sich 80% als tolerant gegenüber Jugendlichen, Behinderten sowie armen Menschen und solchen mit anderen politischen oder religiösen Weltanschauungen.

    Autor: Olaf Barth
  • 29.05.2002

    Das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit erteilt heute dem südböhmischen Kernkraftwerk Temelin die Genehmigung, im zweiten Block des Reaktors die erste atomare Kettenreaktion zu starten. Der Meiler habe alle hierfür nötigen Bedingungen erfüllt, führte das Amt zur Begründung an. Mit der Inbetriebnahme des zweiten Reaktorblocks soll unmittelbar nach der Erteilung der Genehmigung begonnen werden, sagte der Sprecher des Kernkraftwerks, Milan Nebesar.

    Autor: Olaf Barth
  • 29.05.2002

    Die Menschenrechtsorganisation amnesty international hebt in ihrem Jahresbericht für das vergangene Jahr hervor, dass die Tschechische Republik Beschuldigungen wegen des schlechten Umgangs mit Gefangenen nur unzureichend nachgehe. Außerdem wird in dem Bericht angeführt, dass Angehörige der Roma-Minderheit, die häufig Zielscheibe von rassistisch motivierter Gewalt seien, von der Polizei häufig nur schlecht geschützt wurden. In dem Jahresbericht, der am Dienstag in London veröffentlicht wurde, kritisiert amnesty allgemein die europäischen Länder für den Umgang mit ethnischen Minderheiten und Ausländern, insbesondere in Österreich, Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und der Schweiz.

    Autor: Olaf Barth

Pages