Prostituierte aus Tschechien nach Bayern verschleppt - Haftstrafen
Ein tschechisch-deutsches Pärchen aus dem bayerischen Selb, das aus Tschechien Prostituierte verschleppt und später misshandelt hat, muss dies nun mit Haftstrafen büßen. Das Landgericht Hof verurteilte die 26-jährige Tschechin am Freitag zu siebeneinhalb Jahren Haft. Die Frau wurde wegen erpresserischen Menschenraubs, besonders schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen. Ihr vier Jahre älterer deutscher Verlobter, der bei einem Autounfall eine schwere Hirnschädigung erlitten hatte, erhielt eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren. Er wird in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Alle Opfer sind Roma. Auslöser für die Taten sei bei beiden Angeklagten ein ausgeprägter Rassenwahn gegen ethnische Minderheiten gewesen, befand das Gericht.
Der Angeklagte hatte sich nach Überzeugung des Gerichts als Freier ausgegeben und im März dieses Jahres drei Prostituierte aus dem westböhmischen Aš / Asch und Umgebung in abgelegene Waldstücke gelockt. Dort hatte er die Frauen gemeinsam mit seiner Partnerin überwältigt, ihnen die Augen verbunden und sie über die Grenze nach Bayern gebracht. Im Haus des Mannes mussten sich die Frauen nackt ausziehen. Sie wurden verprügelt und mussten sich die Haare abschneiden lassen.