Außenminister lädt russischen Botschafter wegen Drohungen gegen tschechische Senatorin vor
Der tschechische Außenminister Jan Lipavský (parteilos) hat am Montag den russischen Botschafter in Prag, Alexander Smejewski, vorgeladen. Lipavský übergab ihm eine Protestnote gegen die Äußerungen Russlands über die Senatorin Miroslava Němcová (Bürgerdemokraten). Die Tschechische Republik werde sich nicht einschüchtern lassen, heißt es zudem in einer Erklärung, die der Presseagentur ČTK übermittelt wurde.
Russland kritisierte die tschechische Parlamentarierin wurde wegen eines gefälschten Beitrags im Kurznachrichtendienst X, in dem eine neue Blockade von Leningrad gefordert wurde. Ex-Präsident Dmitri Medwedew bezeichnete darauf Němcová vor einer Woche als „böses Tier“ und „entartetes Geschöpf“ und äußerte den Wunsch, dass sie „in den blutigen Wirbeln eines neuen Prager Frühlings zugrunde geht“. Premier Petr Fiala (Bürgerdemokraten) und andere Regierungspolitiker haben bereits die Drohungen Moskaus verurteilt und ihre Unterstützung für Němcová bekundet.