Gedenkfeier in Lidice zum 83. Jahrestag des NS-Massakers
Mit einer Gedenkfeier ist am Samstag im mittelböhmischen Lidice an die Opfer des schlimmsten Massakers der Nationalsozialisten auf tschechischem Boden erinnert worden. Unter den Teilnehmern war auch Staatspräsident Petr Pavel. Der Gedenkakt war still und ohne Reden, stattdessen wurden Kränze niedergelegt, ein Gottesdienst gelesen und der Kinder gedacht, die im Zweiten Weltkrieg sterben mussten.
Deutsche Sicherheitskräfte erschossen am 10. Juni 1942 alle Männer des Ortes, die meisten Kinder und viele Frauen wurden später in KZs und Vernichtungslagern ermordet. Insgesamt kamen rund 300 Menschen bei dem Massenmord ums Leben. Das Dorf wurde völlig zerstört. Die NS-Führung initiierte das Massaker nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich. Es sollte eine Vergeltungsaktion sein.
Seit vergangenem Jahr gibt es keine Überlebenden mehr, die das Massaker als Erwachsene erlebt hatten. Die letzte Frau aus Lidice, Jaroslava Skleničková, starb im September. Von den Kindern aus dem Ort sind noch sechs am Leben.