Knochenmarkspende und Erste Hilfe: Gute Taten von Kindern und Jugendlichen ausgezeichnet

Auch Kinder können Leben retten oder anderen wichtige Hilfe zukommen lassen. Solche guten Taten werden in Tschechien mit einem Preis von höchster Ebene bedacht.

„Große Geschichten von kleinen Helden“ – dies ist das Motto der Auszeichnung, mit dem in Tschechien jedes Jahr Kinder und Jugendliche für ihre guten Taten geehrt werden. Die Jury von „Dětský čin roku“ hat diesmal zum Beispiel Václav aus Brno / Brünn ausgewählt. Er ist gerade 18 geworden und hat Knochenmark für seinen neun Jahre jüngeren Bruder Vojtěch gespendet, der akute Leukämie hat.

Weil beide Jungs nach dem Eingriff noch in Quarantäne sind, war ihr dritter Bruder Viktor am Donnerstag ins Altstädter Rathaus nach Prag gekommen, um den Preis entgegenzunehmen.

„Mein Bruder Vojtěch wollte auch hier sein. Aber weil er Leukämie hat, kann er noch nicht unter Leute. Und auch Václav, der das Knochenmark gespendet hat, durfte noch nicht mit. Ich habe mir aber gesagt, dass ich gern herkommen würde, also bin ich mit meiner Schwester losgefahren.“

So sprach Viktor zum Publikum, das ihn mit großem Applaus belohnte. Und seine ältere Schwester Karolína sagte gegenüber den Reportern des Tschechischen Rundfunks, dass eine Knochenmarkspende unter Brüdern keine Selbstverständlichkeit sei:

„Unser Bruder Vojtěch hat das große Glück, dass wir so viele Geschwister sind. Denn auch bei ihnen ist die Chance sehr gering, sie beträgt immer nur 20 Prozent.“

Neun Preiskategorien

Václav bekam die diesjährige Auszeichnung bei „Dětský čin roku“ als Lebensretter. Weitere der insgesamt neun Kategorien waren etwa „Kollektive Hilfe“, „Gute Idee“ oder auch „Hilfe im Internet“. Beata aus dem nordböhmischen Bílina gewann in der Kategorie „Hilfe für die Natur“. Gemeinsam mit ihrem Bruder hat sie eine Siebenschläfer-Familie vom Dachboden im Wochenendhäuschen gerettet. Sie erzählt:

„Das sind gesetzlich geschützte Tiere. Wir haben sie vom Dachboden heruntergeholt und dabei sogar Junge entdeckt. Ich glaube, sie wären dort gestorben. Denn es war eine schreckliche Hitze, und sie kamen nicht von allein heraus.“

Die Auszeichnung in der Kategorie „Hilfe für ältere Menschen“ ging an Karolína aus Ostrava / Ostrau. Sie ist einer Seniorin zu Hilfe gekommen, die auf einem vereisten Gehweg ausgerutscht war. Sie sei so lange bei der Frau geblieben, bis der Krankenwagen kam, erinnert sich das Mädchen:

„Am nächsten Tag rief mich ihre Enkelin an, um sich für meine Hilfe zu bedanken. Sie sagte, wenn ihre Oma noch länger auf dem Gehweg gelegen hätte, dann hätte alles ganz anders und schlimmer ausgehen können. Es ging mir ans Herz, dass ich wohl etwas Gutes getan hatte.“

Staatspräsident Pavel würdigt die jungen Helden

Die Preise wurden den Kindern und Jugendlichen von Staatspräsident Petr Pavel übergeben. Er sprach allen Finalisten seinen Respekt aus:

„Zu Taten, die als mutig und heldenhaft bezeichnet werden können, sind auch Kinder fähig – und das ist sehr gut. Auf diese Leistungen sollten wir nicht nur andere junge Menschen hinweisen, sondern auch die Erwachsenen.“

Die Idee zum Preis „Dětský čin roku“ entstand 2004 in der freien Wirtschaft. Inzwischen wird der Wettbewerb von dem gleichnamigen Stiftungsfonds organisiert. Die Schirmherrschaft haben das Bildungsministerium und der Prager Magistrat inne. Vorschläge für künftige Preisträger kann jeder und jede online einreichen.

Autoren: Daniela Honigmann , Josef Czyž | Quelle: Český rozhlas
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