Streit um Sudetendeutschen Tag: Macinka und Okamura kritisieren AfD-Abgeordnete Kempf
Die AfD-Bundestagsabgeordnete Martina Kempf sollte sich nach Ansicht des tschechischen Außenministers Petr Macinka (Motoristé sobě) nicht zu historischen Angelegenheiten äußern, von denen sie keine Ahnung habe. Dies sagte Macinka gegenüber der Presseagentur ČTK in Reaktion auf Kempfs Bemerkung vom Donnerstag, nach der Tschechien endlich anerkennen solle, dass die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg und das damit verbundene Leid ein Unrecht gewesen seien.
Der Schlagabtausch reiht sich ein in die Streitigkeiten um den Sudetendeutschen Tag, der kommende Woche in Brno / Brünn und damit erstmals in Tschechien stattfinden soll. Auf die Wortmeldung Macinkas hin nahm auch Tomio Okamura („Freiheit und direkte Demokratie“, SPD), der Vorsitzende des tschechischen Abgeordnetenhauses, gegenüber ČTK Stellung. Die Meinung der AfD-Abgeordneten Kempf sei inakzeptabel, hieß es da, ebenso wie die Meinung von Bernd Posselt, dem Vorsitzenden der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Dieser würde die Beneš-Dekrete anzweifeln, so Okamuras Vorwurf.