Hurvínek ist 100: Ausstellung in Cheb mit deutscher Beteiligung

Hurvínek

100 Jahre alt und immer noch ein kleiner Junge. Die Marionette Hurvínek trat 1926 zum ersten Mal auf die Bühne. Seitdem ist sie nicht nur in Tschechien eine Legende, sondern auch beim deutschsprachigen Publikum. Im westböhmischen Cheb gibt es Hurvínek zu Ehren eine Ausstellung zu sehen, die eine tschechisch-deutsche Zusammenarbeit ist.

Foto: Václava Simeonová,  Museum Cheb

In einem Video begrüßt Hurvínek die Besucher des Museums in Cheb. In ihrer gewohnt naiv-fröhlichen Art heißt die Marionette mit den Kulleraugen und den klobigen Holzschuhen vor allem die „kluci a dívky“ willkommen – und auch die „Jungs und Mädchen“.

„Das Video ist ungefähr acht Minuten lang und hat zwei Teile, einen tschechischen und einen deutschen. Denn unsere Ausstellung entstand durch die Partnerschaft mit dem Marionettentheatermuseum in Bad Liebenwerda.“

Alena Koudelková | Foto: Václava Simeonová,  Museum Cheb

So erläutert es Alena Koudelková, Co-Kuratorin der Schau „Hurvínek *1926–Forever“. Die Ausstellung feiert den 100. Geburtstag der beliebten Marionette, die am 2. Mai 1926 erstmals auf der Bühne stand, und zwar an der Seite der Vaterfigur Spejbl. Auch dieser ist im Museum in Cheb natürlich zu sehen, ebenso wie andere Wegbegleiter Hurvíneks. Michal Beránek hat an der Ausstellung mitgearbeitet. Er verweist auf den eigentlichen Vater Hurvíneks, nämlich den Holzschnitzer Gustav Nosek:

„Vorrangig widmen wir uns Gustav Nosek, einem Sohn der Stadt Cheb, sowie seinem Lebenswerk. Seine berühmteste Marionette ist natürlich Hurvínek, der zu einem weltweiten Phänomen geworden ist.“

Gustav Nosek | Foto: Václava Simeonová,  Museum Cheb

Hurvínek spricht viele Sprachen

Der internationale Durchbruch sei den Filmkameras und dem Fernsehen zu verdanken, fährt Beránek fort, was in der Ausstellung auch thematisiert werde. So sei die tschechische Holzpuppe bis nach Mexiko, Taiwan oder Japan gelangt. Da es dort auch Theateraufführungen gibt, brauche es allerdings mehrere Exemplare, so Beránek:

Foto: Václava Simeonová,  Museum Cheb

„Wir zeigen hier mehrere Hurvíneks. Zu sehen sind das Original von Gustav Nosek, aber auch einige Leihgaben aus Deutschland, die einst für die ostdeutschen Bühnen angefertigt wurden. Wir haben aber auch die neusten Marionetten aus der heutigen Herstellung.“

Und so halten sich in einer Glasvitrine ein Hurvínek aus den 1950er Jahren und einer von 2025 im Arm. Des Weiteren werden etwa das Mädchen Mánička und der Hund Žeryk präsentiert.

Foto: Václava Simeonová,  Museum Cheb

Die Wand eines der Ausstellungsräume ziert zudem eine Weltkarte. Dazu sagt Beránek:

„Hier erfährt man, zu welcher Zeit das Spejbl-und-Hurvínek-Theater in welchem Land gastierte. Die einzelnen Staaten sind mit einer Taste ausgestattet, mit der Hurvíneks Stimme in den verschiedenen Sprachen aufgerufen werden kann.“

Da wird auch das deutsche Publikum „seinen“ Hurvínek wiedererkennen. Und egal, welche Sprache die Besucher sprechen – vor der eigens eingerichteten Kulisse im Museum Cheb können sie ein kurzes Schauspiel mit Hurvínek aufführen. Michal Beránek lädt ein:

„Wir haben hier eine Theaterbühne mit Hurvínek und allen seinen Freunden. Es gibt die Möglichkeit, eine Szene mit ihnen zu spielen, und das Video wird den Besuchern dann per Email zugeschickt.“

Foto: Václava Simeonová,  Museum Cheb

Die Ausstellung „Hurvínek *1926–Forever“ ist im Museum in Cheb noch bis zum 11. Oktober 2026 zu sehen. Es werden auch kommentierte Führungen in deutscher Sprache angeboten, so etwa am 18. Juli und am 19. September. Alle Infos finden Sie, auch auf Deutsch, unter muzeumcheb.cz.

Autoren: Daniela Honigmann , Andrea Strohmaierová | Quelle: Český rozhlas
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