Tschechischer Rundfunkchef wirft Regierung Schwächung der Medien vor
Die tschechische Regierung will die öffentlich-rechtlichen Medien des Landes gezielt schwächen und an den Rand drängen. Das erklärte der Generaldirektor des Tschechischen Rundfunks (ČRo), René Zavoral, am Dienstag bei einer Debatte im Europäischen Parlament in Brüssel.
Der ČRo-Intendant kommentierte damit den Plan der Regierung, die Fernseh- und Rundfunkgebühren abzuschaffen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie das Tschechische Fernsehen (ČT) aus dem Staatshaushalt zu finanzieren. Die Budgets beider Institutionen sollen im Vergleich zu diesem Jahr um insgesamt 1,4 Milliarden Kronen (rund 58 Millionen Euro) gekürzt werden.
Laut Zavoral sind die geplanten Änderungen die weitreichendsten seit der Wende von 1989, als im Land die demokratischen öffentlich-rechtlichen Medien ins Leben gerufen wurden. Die Reform geschähe zudem völlig ohne vorherige Diskussion oder Fachdebatte, so der Rundfunkchef.