Kunst und Erinnern auf internationaler Ebene: Tschechischer Außenminister vergibt dieses Jahr 13 Gratias-Agit-Preise
Im Prager Außenministerium sind am Donnerstag die diesjährigen Preise Gratias Agit vergeben worden. Damit werden Personen geehrt, die sich um den guten Namen Tschechiens in der Welt verdient machen.
Die tschechische Nationalhymne gehört dazu, wenn im Außenministerium in Prag alljährlich die Preise Gratias Agit feierlich überreicht werden. Diese Aufgabe sei eine der schöneren in seiner gesamten Agenda, betonte Ressortchef Petr Macinka (Motoristé sobě) gegenüber Radio Prag International:
„Es geht um die Geschichten von Menschen, die im Ausland etwas Gutes für die Tschechische Republik getan haben. Dieser Prozess, die Geschichten zu lesen, wenn sie von unseren Botschaften eingereicht werden, ist eine sehr positive Aufgabe. Darum freue ich mich schon darauf, den nächsten Jahrgang vorzubereiten, bei dem die Gratias-Agit-Preise zum 30. Mal verliehen werden.“
Beim 29. Jahrgang waren es nun 13 Menschen, die am Donnerstag für ihre Verdienste geehrt wurden. Traditionell gehören Wissenschaftler, Übersetzer und Kunstschaffende zu den Laureaten. Diesmal wurde etwa der Pianist und Direktor des Prager Konservatoriums, Ivo Kahánek, ausgewählt. Die klassische Musik spiele eine Schlüsselrolle dabei, Tschechien im Ausland zu präsentieren, sagte Kahánek nach der Zeremonie:
„Tschechien ist ein spezielles Land. Es ist sehr klein, aber seine Komponisten sind über die Jahrhunderte hinweg die beste Marke, die es anbieten kann. Das reicht von Jan Dismas Zelenka über Bedřich Smetana und Antonín Dvořák natürlich bis hin zu Leoš Janáček. Musik ist eine Sprache ohne Grenzen und die internationalste Sprache, die man sich denken kann.“
Es sei darum eine große Ehre für ihn, die tschechischen Komponisten überall auf der Welt zu spielen, fügte Kahánek hinzu.
Gedenken an Legionäre
Ein Gratias-Agit-Preis ging in diesem Jahr in die Schweiz. Die Galerie Krause in Pfäffikon nahe Zürich stellt seit 53 Jahren vorrangig tschechische und slowakische Kunst aus. Der bereits verstorbene Gründer Oskar Krause schuf damit einst einen Treffpunkt für Exilanten, wofür ihm die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Heute wird die Galerie von seiner Frau Alice Krause geführt.
Daneben gab es noch zwei weitere Preisträgerinnen. Zum einen Vojtěcha Fialová, eine Borromäerin, die rund 25 Jahre lang am Päpstlichen Collegium Nepomucenum in Rom tätig war. Und zum anderen Geraldine Anna Manolas, die Vorsitzende der Erinnerungsgemeinschaft für die freien tschechoslowakischen Kriegsveteranen (MAFCSV) in Großbritannien. Die Organisation habe sich 2018 gegründet, berichtet Manolas:
„Die Vereinigung hat sich von einer sehr kleinen Gruppe engagierter Menschen zu einer wunderbaren großen Gemeinschaft entwickelt. Dazu gehören Schulen, Veteranenfamilien, Kadetten, Pfadfinder und andere Interessierte. Zu unseren Veranstaltungen kommen rund 350 Menschen.“
Manolas hat die britische und die tschechische Staatsbürgerschaft. Ihr Großvater Bohuslav Šulc war Leutnant in der tschechoslowakischen Armee und kämpfte im Zweiten Weltkrieg auf Seiten Großbritanniens. Sie wolle den dortigen Jugendlichen die Geschichten der Veteranen näherbringen, weil das Wissen um deren Lebensentscheidungen heute wichtiger denn je sei, unterstreicht die Vereinsvorsitzende. Und neben der Kooperation mit Schulen initiiere die Organisation auch die Errichtung von Denkmälern:
„Unsere größte Errungenschaft bisher ist der Gedenkstein im Nationalen Gedenkgarten (Royal British Legion National Remembrance Gardens, Anm. d. Red.). Das war ein Projekt, das wir von dem tschechischen Legionenverband geerbt hatten und letztlich umsetzen konnten. Das hat lange gedauert, ganze elf Jahre.“
Ein Erfolg ihres Verbands sei zudem, Schulen in Tschechien und in der Slowakei in die Erinnerungsarbeit in Großbritannien einzubeziehen, ergänzt Manolas. Die Jugendlichen würden regelmäßig zu den dortigen Gedenkveranstaltungen anreisen.







