Orkan fegte auch über Tschechien hinweg

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In der Nacht von Samstag auf Sonntag wüteten auch in Tschechien - wie zuvor in Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland - schwere Unwetter. Die Orkanböen hinterließen zwar ein Feld der Verwüstung, dennoch kam man - anders als in Frankreich und Deutschland - noch einmal mit einem blauen Auge davon. Olaf Barth berichtet.

Abgedeckte Dächer, unter Wasser stehende Keller, entwurzelte Bäume, die vielerorts den Verkehr auf Straßen und Schienen blockierten - so das Bild, das sich Samstagnacht vor allem in den am meisten betroffenen Gebieten in West und Südwesttschechien bot. Die Landkreise Cheb/ Eger und Pilsen erlebten hierzulande die stärksten Stürme und Regenfälle, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h und Niederschlagsmengen von bis zu 41 Millimeter in einer halben Stunde.

Der schlimmste Zwischenfall ereignete sich im südböhmischen Trebon, wo ein auf die Schienen gestürzter Baum einen Personenzug zum Entgleisen brachte. Glück im Unglück hatten die ungefähr 30 Passagiere, von denen fünf mit nur leichten Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Der Schienenverkehr auf dieser Trasse blieb bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags unterbrochen.

Auch das Musikfestival in Litomerice/ Leitmeritz bei Usti/ Aussig blieb nicht verschont. Ein umstürzender Baum zertrümmerte nicht nur einige Autos, sondern verletzte drei junge Konzertbesucher, die allerdings nach einer eingehenden Untersuchung noch in der Nacht wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten.

Obwohl man hierzulande also erhebliche Behinderungen der Verkehrswege, Überschwemmungen von Kellern und Zeltplätzen und in einigen Orten auch Stromausfälle hinnehmen musste, kamen die Menschen insgesamt glimpflich davon.

Autor: Olaf Barth
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