Pavel-Haas-Quartett - der aufgehende Stern der Klassik
Das junge tschechische Kammerensemble ist im Jahr 2002 entstanden. Schon bald wurde es mit Preisen bedacht wie im Internationalen Wettbewerb des Prager Frühlings sowie im renommierten internationalen Wettbewerb „Premio Paolo Borciani“ in Italien im Frühjahr 2005. Seitdem weckt das Quartett die Aufmerksamkeit des Publikums sowie der Musikexperten im Ausland.
„Die Liste ist sehr lang, und ich kann mich nicht mehr an alle Konzertsäle erinnern, in denen gespielt haben. Unsere internationale Karriere begann mit dem Sieg im Borciani-Wettbewerb. Denn mit dem Preis verbunden war damals eine Tournee durch Europa, Japan und Amerika. Für einen unserer größten Erfolge halte ich das Konzert in der New Yorker Carnegie Hall. Von einem solchen Konzert habe ich als Student geträumt. Oft spielen wir in der Londoner Wigmore Hall, einem Saal, der speziell im Bereich Kammermusik einen sehr guten Ruf hat. Es gibt aber eine ganze Reihe weiterer herrlicher Konzertsäle: Vor kurzem haben wir beispielsweise im Herkules-Saal in München gespielt. Wir sind in Japan, in Australien, aber auch in vielen europäischen Städten aufgetreten. Wir haben Glück, dass wir die Atmosphäre ganz verschiedener Konzertsäle testen konnten.“
Die Europäische Organisation der Konzertsäle bezeichnete das Quartett 2006 als einen der aufgehenden Sterne im Bereich klassischer Musik. Für seine Debüt-CD wurde das Ensemble unter anderem mit dem Classic FM Gramophone Award 2007 ausgezeichnet. Das Debütalbum enthält Janáčeks Quartett Nr. 2 und das zweite Quartett von Pavel Haas. Komponist Pavel Haas war ein Schüler Janáčeks und galt als eines der größten Talente seiner Zeit. Haas wurde 1941 nach Theresienstadt deportiert und 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Hören Sie jetzt einen Ausschnitt aus dem 4. Satz des zweiten Quartetts von Pavel Haas, der Satz trägt den Titel „Eine wilde Nacht“.
Vor etwa zwei Monaten erhielt das Pavel-Haas-Quartett eine Auszeichnung, die von den Musikkritikern der Zeitschrift „Diapason“ verliehen wird. Die französische „Diapason d´Or de l´Année“ ist mit den britischen Grammophone Award vergleichbar.
„Es ist ein schönes Gefühl und es ist vor allem eine Anerkennung unserer Arbeit. Oft bemüht man sich sehr, aber eine öffentliche Anerkennung bleibt aus. Wir hatten aber Glück, dass unsere Aufnahme Interesse geweckt hat. Dies bestätigt uns, dass der Weg, den wir gehen, richtig ist.“ Sagte Pavel Nikl. Hören Sie jetzt einen Ausschnitt aus dem zweiten Quartett von Leoš Janáček.
Das Quartett hat CDs unter anderem mit Werken von Janáček, Prokofjev und Pavel Haas herausgebracht, für die neueste CD hat es zwei Streichquartette von Antonín Dvořák eingespielt. Es sei an der Zeit gewesen, etwas aus dem so zu sagen „klassischen Repertoire“ aufzunehmen, meint Pavel Nikl.
„Das so genannte ´amerikanische Quartett´ hat Dvořák in einer Zeit geschrieben, als er sich inmitten der Natur in Amerika ausruhte. Auch das Quartett G Dur entstand während einer glücklichen Phase in Dvořáks Leben, als er in seine Heimat wieder zurückgekehrt ist.“







