Pokal für den tschechischen Eishockeymeister wandert zurück nach Vsetin

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Als vor einem Jahr im Play-off-Finale der tschechischen Eishockey-Extraliga der HC Sparta Prag das Team von Slovnaft Vsetín vom Thron stürzte und den Titel gewann, glaubten nicht wenige hierzulande an das Ende der Ära Vsetín. Aber auch in diesem Jahr standen sich beide Mannschaften wieder im Finale gegenüber. Wie es diesmal ausging, darüber informiert Sie Lothar Martin.

Die Endspielserie gewann die Mannschaft aus der mährischen Walachei mit 3:1 Siegen. Bei der einzigen Niederlage im zweiten Duell vor eigenem Publikum ließen sich die Cracks um Kapitän Jirí Dopita einen 3:0-Vorsprung noch aus der Hand nehmen und verloren mit 3:4. Doch bei den Spielen drei und vier in Prag rückten sie alles wieder gerade, siegten 6:3 und 4:1 und holten damit im siebten Jahr der Extraliga-Zugehörigkeit von Vsetín bereits den sechsten Meistertitel für die Nordmähren. Daher reagierte Jirí Dopita auf die Frage, ob man den entscheidenden Sieg nicht lieber vor heimischer Kulisse geholt hätte, auch völlig gelassen: "Das ist völlig egal. Wir spielen in jeder Begegnung auf Sieg. Selbstverständlich ist die Unterstützung zu Hause noch um vieles stärker, doch darauf kann man sich nicht verlassen. Wir sind froh und glücklich, es wieder geschafft zu haben."

Im Vorjahr waren Dopita & Co. den Hauptstädtern im Finale klar unterlegen, so dass ein Vergleich des Kontrahenten für den Superstar wie folgt ausfiel:

"Selbstverständlich war es ein völlig anderer Gegner. Sparta hatte im Vorjahr sowohl einen besseren Angriff als auch eine bessere Abwehr. Damit will ich nicht sagen, dass Sparta in diesem Jahr schlecht war, aber sicher nicht so stark wie im letzten Jahr."

Einige der Gründe, warum der entthronte Meister in dieser Saison seinen Titel nicht verteidigen konnte, nennt uns Petr Bríza, der überragende Goalie der Prager: "Wir haben etliche Probleme während der Saison, zum Beispiel viele Verletzte gehabt. Ab Oktober hat es hier eigentlich nur gekriselt, was nicht die Ruhe in die Mannschaft gebracht hat. Sie war nach ihren vier, fünf Abgängen geschwächt und der Druck war gleich am Anfang etwas groß. Doch wir brauchten die Zeit zur Konsolidierung. Aber Sparta ist halt ein Verein wie zum Beispiel Köln, wo immer der Druck herrscht, oben stehen zu müssen. Dann gab es einen Trainerwechsel, am Ende der Punkterunde den erneuten Trainerwechsel, also es war ziemlich turbulent hier während der Saison."

Nach der schwachen Punkterunde konnte sich der HC Sparta Prag im Play off erheblich steigern und hätte seine turbulente Saison beinahe doch noch mit der erneuten Meisterschaft gekrönt. Zum Gegner befragt musste Petr Bríza aber anerkennen: "Ja, die waren ein Tick besser".