Prager Stadtgericht rehabilitiert Ex-Dissident Ruml
Das Prager Stadtgericht hat den ehemaligen Dissidenten und früheren Innenminister Jan Ruml rehabilitiert. Der Ex-Politiker verbrachte Anfang der 1980er Jahre über zehn Monate in Untersuchungshaft, weil er Lieferungen von Druckerzeugnissen mit LKWs aus Prag an den Verlag Palach Press in Londen organisiert hatte. Die kommunistische Polizei warf ihm staatsfeindliche Tätigkeit vor. Zudem hatte Ruml bereits 1979 wegen Terrorverdachts einige Tage im Gefängnis verbringen müssen.
Laut dem jetzigen Urteil des Prager Stadtgerichts ist die Polizei damals illegal vorgegangen. Wie sein Anwalt sagte, erhält Ruml nun 83 Kronen (3,43 Euro) je Tag im Gefängnis als Entschädigung. Diese Summe, die 1990 festgelegt wurde, sei bisher nicht an die Inflation angepasst worden, so der Anwalt.