Prüfung zum Deutschen Sprachdiplom

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Von Silja Schultheis.

Rund 240 Schüler aus der gesamten Tschechischen Republik haben sich in diesem Jahr für die Prüfung zum Deutschen Sprachdiplom angemeldet und streben damit einen Nachweis an, den man derzeit an nur 14 tschechischen Gymnasien erwerben kann. Welche Vorteile das Diplom mit sich bringt, erfuhr Silja Schultheis im Gespräch mit Schülern und Lehrern, für die am Donnerstag in Usti mündliche Sprachdiplom-Prüfungen angesagt waren.

Im Gespräch mit Michaela Hola und Katerina Plotova, Schülerinnen der Abiturklasse des Gymnasiums:

"Warum nehmt ihr eigentlich an dieser Prüfung teil?"

"Ich denke es ist so, dass wir eigentlich vor dem Abitur versuchen möchten, ob wir deutsch sprechen können."

Neben der Herausforderung, die Prüfungen und Wettbewerbe generell für tschechische Schüler darstellt, erkennt Werner Lich, Fachberater und Koordinator am Tschechischen Schulministerium, noch weitere Vorteile für die stolzen Besitzer des Sprachdiploms:

"Dazu gehören sowohl das Studium in Deutschland - für viele allerdings ein ökonomisches Problem - aber auch ein Qualitätsprofil im Deutschen, das dann für weitere Tätigkeiten, beruflicher oder studienmäßiger Art, gedacht ist."

Und Andrea Hielscher, Fachschaftsberaterin und Leiterin des Prüfungszentrums Deutsch am Gymnasium Cheb/Eger fügt hinzu:

"Zum anderen ist es auch so, dass deutsche Firmen - soweit ich gehört habe - Schüler mit Sprachdiplom hier im Lande ganz gerne nehmen, weil sie durch das Diplom schon einmal bewiesen haben, dass sie eine Prüfung geschafft haben."

Seit nunmehr 25 Jahren gibt es das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz, das als anerkannter Nachweis der für ein Hochschulstudium in Deutschland erforderlichen Sprachkenntnisse gilt.

In Tschechien wurden erstmals 1997 Sprachdiplom-Prüfungen abgenommen - an zwei Schulen - den Gymnasien in Cheb/Eger und Èeské Budejovice/Budweis - und mit insgesamt 54 Teilnehmern. Inzwischen ist die Zahl der Schulen auf 14 angewachsen und hat sich die Bewerberzahl fast verfünffacht.

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. In letzterem sollen die Bewerber vor allem zeigen, inwieweit sie in der Lage sind, Texte sinngerecht zu erfassen und zu interpretieren - genau jene Eigenschaften also zu beweisen, über die laut PISA-Studie so viele deutsche wie tschechische Schüler nicht verfügen.

"Ich denke auch, dass der Umgang mit Texten, der hier in der Prüfung ja ein ganz zentraler Bestandteil ist, Möglichkeiten eröffnet, Kreativität freizusetzen. Aber ich würde nicht sagen, dass wir da schon angekommen sind. Sondern das ist ein Weg, auf dem wir noch eine Strecke laufen müssen."