Regierung in Prag stellt Wirtschaftsstrategie vor

Die tschechische Regierung hat am Freitag ihre neue Wirtschaftsstrategie vorgestellt. Das Papier steht unter dem Titel „Tschechien: Land für die Zukunft 2.0“ („Česko: Země pro budoucnost 2.0“). Als eines der Hauptziele der Regierung nannte Premier Andrej Babiš (Partei Ano), auf EU-Ebene Änderungen beim Handel mit Emissionszertifikaten zu erzielen.

Tschechiens Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (Partei Ano) führte aus, dass das Kabinett erste Schritte zur Verstaatlichung des Energiekonzerns ČEZ eingeleitet habe. Zudem stehe die Regierung unmittelbar vor der Entscheidung über den Bau einer sogenannten KI-Gigafactory, so Havlíček. Vermutlich werde man sich für die Errichtung eines derartigen Rechenzentrums entscheiden, mit dem Anwendungen künstlicher Intelligenz gesteuert werden sollen. Laut dem Minister soll das Telekommunikationsunternehmen Česká Radiokomunikace mit 70 Milliarden Kronen (2,9 Milliarden Euro) die größte Summe in das Vorhaben investieren. Jeweils 15 Milliarden Kronen (618 Millionen Euro) könnten vom tschechischen Staat und der Europäischen Kommission kommen.

In der Wirtschaftsstrategie ist etwa auch festgehalten, dass in Tschechien in den nächsten fünf Jahren jährlich 50.000 neue Wohnungen gebaut werden sollen. Bis 2030 sollen zudem 95 Prozent der Haushalte einen Zugang zu Hochgeschwindigkeitsinternet haben.