Reliquienraub: Keine Untersuchungshaft für Verdächtigen
Der mutmaßliche Dieb des Schädels der heiligen Zdislava kommt nicht in Untersuchungshaft. Das Gericht im nordböhmischen Česká Lípa hat am Samstagvormittag den Antrag der Staatsanwaltschaft abgelehnt, den 35-Jährigen während der Ermittlungen ins Gefängnis zu schicken. Damit konnte der Mann nach der Vorführung in Begleitung seines Anwalts nach Hause fahren.
Der geständige Mann hatte die unschätzbar wertvolle Reliquie am Dienstag aus der Basilika in Jablonné v Podjeětědí entwendet und sie anschließend in Beton gegossen, um sie in einem Fluss zu beerdigen. Die Polizei konnte ihn aber fassen, bevor er diesen Plan umsetzte. Verteidiger Vít Pavko sagte am Samstag gegenüber der Presseagentur ČTK, sein Mandant bedauere, nicht eine andere Form des Protests gewählt zu haben. Er sei nicht damit einverstanden, dass der Schädel öffentlich und getrennt von den restlichen Gebeinen der Zdislava aufbewahrt werde, erklärte der Jurist die Motivation des Täters. Dieser sei gläubig, nicht vorbestraft und habe nie einen Gesetzesverstoß begangen, so Pavko weiter. Dem Beschuldigten drohen nun bis zu acht Jahre Haft.