Sackgasse Naher Osten?

Bus nach dem Bonbenanschlag in der israelischen Stadt Afula am 5. 3. (Foto: CTK)

Die Situation im Nahen Osten scheint immer mehr in eine Sackgasse zu geraten. Mit sich steigernder Nachdrücklichkeit demonstrieren sowohl Israelis als auch Palästinenser tagtäglich aufs Neue, dass sie mit der anderen Seite bis aufs Blut verfeindet sind. Auch hierzulande überlegt man, wie der wachsenden Brutalität in Israel und den besetzten Gebieten ein Ende bereitet werden könnte. Hören Sie dazu den folgenden Beitrag von Silja Schultheis.

Bus nach dem Bonbenanschlag in der israelischen Stadt Afula am 5. 3. (Foto: CTK)
Kaum ein Tag vergeht in letzter Zeit, an dem die Medien nicht neue Schreckensmeldungen aus Israel und den besetzten Gebieten in die Welt transportieren. Kaum ein Tag auch, an dem in den Fernsehdebatten und den Kommentarspalten der Zeitungen hierzulande nicht Islamwissenschaftler und Nahost-Experten zu Wort kommen. Auch die jüngsten Friedenspläne des saudischen Kronprinzen Abdullah und des ägyptischen Präsidenten Mubarak wurden in diesem Zusammenhang analysiert, die beide das Ziel verfolgen, Palästinenserpräsident Jassir Arafat und Israels Regierungschef Ariel Scharon wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.

Welche Chancen solche Pläne vor dem Hintergrund der aktuellen Situation haben, fragte Radio Prag den Generalsekretär der Tschechisch-arabischen Handelskammer, Bechara Traboulsi:

Araber aus Jerusalem diskutiert mit israelitischen Soldaten (Foto: CTK)
"Beim ersten Lesen sind diese Initiativen für sich selbst genommen gut, oder ich würde sogar sagen, hervorragend. Aber damit sie erfolgreich realisiert werden können, ist es meiner Ansicht nach notwendig, dass sie die Unterstützung sowohl der Europäischen Union als auch der USA und Russlands haben. Und vor allem, dass die beiden Konfliktparteien - Israel und die Palästinenser - diese Vorschläge annehmen."

Können gesellschaftliche Organisationen wie beispielsweise die tschechisch-arabische Handelskammer in diesem Prozess überhaupt etwas bewirken? Hierzu noch einmal Bechara Traboulsi:

"Die tschechisch-arabische Handelskammer trägt als nicht-politische Organisation dazu bei - und will auch weiterhin dazu beitragen -, indem sie die Zahl der Geschäftskontakte zwischen der Tschechischen Republik und den arabischen Staaten erhöht. Damit es auf diese Weise zu direkten Verhandlungen und Treffen zwischen tschechischen und arabischen Partnern kommt. Und dieser persönliche Kontakt bringt ja sprichwörtlich auch Völker einander näher."

Bleibt zu hoffen, dass eine ähnliche - und sei es zu nächst auch noch so vorsichtige - Annäherung den beiden verfeindeten Lagern im Nahen Osten möglichst bald auch gelingt, bevor die Zahl der Opfer ins Unermessliche wächst.