Seit zehn Jahren tot und doch unsterblich: Die tschechische Fußballlegende Josef Masopust

Der Ballon d’Or 1962

Vor zehn Jahren starb der Mann, der den tschechoslowakischen Fußball weltweit berühmt gemacht hat. Josef Masopust war Preisträger eines Ballon d’Or, er war Vizeweltmeister, das Sinnbild sportlicher Eleganz und ein Mann, für den Fairplay immer an erster Stelle stand.

Josef Masopust  (1962) | Foto: Dutch National Archives/ANEFO,  CC BY-SA 3.0

Masopust wurde 1931 in dem kleinen Dorf Střimice in der Tschechoslowakei geboren. Nach den bescheidenen Anfängen wurde er zur treibenden Kraft bei Dukla Prag und der tschechoslowakischen Nationalmannschaft. Sein Stil? Anmutig, intelligent und immer fair. Er war nie der Schnellste, aber er las das Spiel wie ein Schachgroßmeister.

„Wenn du nicht weißt, was du mit dem Ball machen sollst, gib ihn an Masopust ab“, pflegte sein Trainer Jaroslav Vejvoda zu sagen. Und er wusste genau, warum.

Masopust war mehr als nur ein Fußballspieler. Der Ballon d’Or 1962 war der Beweis dafür, dass es auch hinter dem Eisernen Vorhang Weltklassetalente gab. Bei der Wahl zum tschechischen Fußballer des Jahrhunderts setzte sich Masopust gegen Legenden wie František Plánička, Josef Bican und Antonín Panenka durch. Selber, sagte er damals, würde er die Auszeichnung am liebsten Josef Bican übergeben.

Josef Masopust mit Fans von Dukla Prag nach dem Spiel gegen Ajax Amsterdam  (2:1) im März 1967 | Foto: Jack de Nijs,  Anefo,  CC0 1.0 DEED

Sein berühmter Slalom um die Verteidiger war für viele Zeitgenossen kein Trick, sondern Poesie mit dem Ball. In Mexiko überraschte er den FC Santos mit dem entscheidenden Torschuss. In Chile traf er im Finale gegen Brasilien.

Josef Masopust im Maracanã-Stadion mit der Trophäe für den Weltmeister,  die er nur knapp verfehlte | Foto: Jan Kaliba,  Tschechischer Rundfunk

„Er spielte wie ein Brasilianer“, sagte Pelé einmal bewundernd. „Aber er war auch ein Gentleman. Und das machte ihn einzigartig.“

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere wurde Masopust zu einem angesehenen Trainer. Er führte Zbrojovka Brno zum Meistertitel, war Trainer der tschechoslowakischen Nationalmannschaft und arbeitete als Coach in Belgien und Indonesien. 2004 wurde er von der FIFA in die Liste der 125 größten lebenden Fußballer aufgenommen.

Letzter Abschied von Josef Masopust im Stadion von Dukla Prag,  Juli 2015 | Foto:David Sedlecký,  CC BY-SA 4.0

Josef Masopust starb am 29. Juni 2015 in Prag. Vor dem Stadion von Dukla Prag erinnert heute eine Statue an die tschechische Fußballlegende. Zudem wurde die Spielstätte in Masopusts Heimatstadt nach ihm benannt.

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