Sparta Prag qualifiziert sich als zweites Team für die CL-Zwischenrunde

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Vor fünf Wochen musste auch der europäische Spitzenfußball inne halten, eine Pause einlegen, denn die schrecklichen Attentate von New York und Washington hatten auch zur Absetzung einiger Begegnungen in den europäischen Klubwettbewerben geführt. Doch in genau diesen fünf Wochen passierte in der Königsklasse des europäischen Fußballs, der sog. Champions League etwas, was man getrost als das "Wunder von Prag" bezeichnen kann. Denn schon zwei Spieltage vor Abschluss der Vorrunde hat sich die nur als Außenseiter gehandelte Mannschaft von Sparta Prag für die Zwischenrunde der Champions League qualifiziert. Lothar Martin beleuchtet die Hintergründe.

...ja so bejubeln sie wieder die Namen ihrer Lieblinge, die Anhänger von Sparta Prag, der traditions- und erfolgreichsten Klubmannschaft in der Tschechischen Republik. Und sie haben allen Grund dazu. Denn das Team vom Letná-Plateau, dass schon vor zwei Jahren auf der europäischen Bühne imponierte und solche inzwischen in ganz Europa bekannten Spieler wie Tomás Rosický oder Vratislav Lokvenc hervorbrachte, hat erneut zum Höhenflug angesetzt. In einer nicht für möglich gehaltenen Art und Weise hat sich der tschechische Rekordmeister bisher in der Gruppe H durchgesetzt, die er nach drei Siegen und einem Unentschieden mit zehn Punkten und ohne Gegentor anführt. Und das gegen solche Konkurrenz wie Spartak Moskau, Feyenoord Rotterdam und nicht zuletzt dem FC Bayern München, dem Titelverteidiger in der Eliteklasse des europäischen Fußballs. Gut, die Vorrunde ist noch nicht beendet, doch dank der großartigen Vorstellungen gegen Feyenoord, die die Nobodys aus der Moldaumetropole zweimal in Grund und Boden spielten, sowie gegen Spartak Moskau, haben die Blau-Geld-Roten das Weiterkommen bereits vorzeitig perfekt gemacht - übrigens als einziges Team neben dem spanischen Giganten Real Madrid.

Fragt man nach den Gründen für den kometenhaften Aufstieg der Prager in der Champions League, dann fällt immer wieder ein Name: der des neuen Trainers Jaroslav Hrebík. Der introvertierte, aber fachlich sehr eloquente Coach hat es verstanden, innerhalb kürzester Zeit aus einem Hühnerhaufen - erinnert sei daran, dass Sparta zwei seiner drei ersten Begegnungen in der heimischen Liga verlor - ein modern, fair und erfolgreich spielendes Team zu formen. Gegenüber Radio Prag verriet Hrebík ein wenig von seinem Erfolgsgeheimnis: " Immer, wenn ich zu einer neuen Mannschaft komme und mich mit den Spielern vertraut gemacht habe, dann schreibe ich mir eine Formation auf, von der ich der Meinung bin, dass sie sich innerhalb eines halben oder ganzen Jahres als Stammelf herauskristallisieren wird. Das habe ich auch diesmal so gehandhabt, und diese Elf spielt auch derzeit."

Bleibt dem begeisterten Betrachter nur zu wünschen, dass diese Mannschaft noch einige tolle Spiele in der diesjährigen Champions League abliefern wird. Am 23. Oktober in Moskau, vor allem aber am 31. Oktober in Prag gegen Cupverteidiger Bayern München bieten sich ihr dazu bereits die nächsten Gelegenheiten.