Staatsorden für Jordaniens König - Unterstützung im Kampf gegen Terrorismus

Jordanischer König Abdullah II. (Foto: Archiv World Economic Forum, CC BY-SA 2.0)

Staatspräsident Miloš Zeman bricht am Montag zu einer fünftägigen Reise in den Nahen Osten auf. Dabei will er unter anderem dem jordanischen König Abdullah II. die höchste staatliche Auszeichnung der Tschechischen Republik verleihen – und zwar für dessen Kampf gegen den IS.

Miloš Zeman (Foto: ČTK)
Präsident Miloš Zeman startet am Montag in der jordanischen Hauptstadt Amman einen mehrtägigen Besuch in Jordanien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zur Bedeutung der Reise sagte sein Sprecher, Jiří Ovčáček, am Sonntag:

„Die Reise nach Jordanien und in die Vereinigten Arabischen Emirate, die am Montag eröffnet wird, bietet dem Staatspräsidenten eine Gelegenheit, den Beitrag dieser beiden Länder im Kampf gegen den Islamischen Staat persönlich zu würdigen. Und der stärkste Ausdruck dieser Würdigung und des Danks ist die Erteilung der höchsten tschechischen Staatsauszeichnung.“

König Abdullah II.
Die jordanische Armee ist in den zurückliegenden Tagen über 50 Luftangriffe gegen den IS geflogen. Zeman bezeichnete das Land als einen stabilen Staat in Nahost. Er halte es für seine Pflicht, seine Solidarität mit Jordanien auszudrücken. Deswegen soll König Abdullah II. symbolisch der Orden des Weißen Löwen verliehen werden, so Zeman in einem Zeitungsinterview am Sonntag. Das tschechische Staatsoberhaupt will gleichzeitig auch weitere arabische Länder auffordern, Jordanien im Kampf gegen den IS zu unterstützen. Zeman trifft in Jordanien des Weiteren mit tschechischen Ärzten zusammen, die dort im Rahmen eines humanitären Einsatzes Flüchtlingen aus Syrien helfen. Jiří Ovčáček:

Vereinigte Arabische Emirate (Foto: Joi Ito, CC BY 2.0)
„Man wird darüber sprechen, wie die Tschechische Republik vor allem Jordanien helfen kann, angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingen aus Syrien auf seinem Gebiet. In den Emiraten besucht der Staatspräsident das Anti-Terror-Zentrum. Die Gespräche, die dort anstehen, sollen auch die Flüchtlingsfrage betreffen.“

Ansonsten stehen in den Vereinigten Arabischen Emiraten wirtschaftliche Verhandlungen im Mittelpunkt.

Im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ engagiert sich aber Tschechien auch selbst, unter anderem durch eine Lieferung von mehr als 100 Panzern an den Irak. Wie tschechische Medien am Freitag meldeten, soll es sich um Panzer des sowjetischen Typs T-72 sowie tschechoslowakische Nachbauten von ursprünglich sowjetischen Schützenpanzern handeln. Für den Einsatz im Irak wurden die Kampffahrzeuge umgerüstet. Der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im Senat, František Bublan (Sozialdemokraten), bezeichnete die Lieferung als „die beste Hilfe, die Tschechien dem Irak zum Kampf gegen die Islamisten“ bieten könne. Bereits Ende Januar wurden Panzer und Panzerfahrzeuge sowie Raketenwerfer nach Nigeria geliefert. Insgesamt 16 militärische Geräte aus Tschechien nutzen dort nun die Regierungskräfte gegen die radikalen Islamisten von der Bewegung Boko Haram.