Täglicher Nachrichtenüberblick

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Kabinett Sobotka billigt Studie, die Beitritt zur Bankenunion nicht empfiehlt

Die tschechische Regierung hat am Montag eine Studie des Finanzministeriums gebilligt, in deren Fazit ein Beitritt der Tschechischen Republik zur Bankenunion vorerst nicht empfohlen wird. Die Bankenunion ist eine Reaktion der Länder der Eurozone auf die jüngste Finanzkrise. Das Finanzministerium verweist in seiner Studie darauf, dass die endgültige Entscheidung über die Schlüsse in der Studie von der Regierung getroffen werde. Nach Aussage des Ministers für Industrie und Handel, Jan Mládek, werde das Kabinett nun in einem Jahr eine erneute Einschätzung zu den Auswirkungen eines möglichen Beitritts zur Bankenunion vornehmen. Ursprünglich war die Neubewertung der Lage erst für den Herbst 2016 vorgesehen.

Justizministerin Válková denkt über Rücktritt nach

Justizministerin Helena Válková traf sich am Montag mit Präsident Miloš Zeman auf der Prager Burg. In den Gesprächen mit dem Staatsoberhaupt habe sie ihren möglichen Rücktritt und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für das Ressort erörtert. Nähere Einzelheiten zu ihrem Rücktrittsgedanken gab Válková jedoch nicht preis. Wegen der Nichterfüllung legislativer Vorgaben und aufgrund ihrer Personalpolitik steht die Justizministerin schon seit längerem in der Kritik. Auf einer Pressekonferenz am Montagvormittag ließ Válková vor Journalisten durchblicken, dass sie von der Kritik an ihrer Arbeit und ihrer Person schon ziemlich genervt sei.

Regierung bestätigt Abmachung bei Gehaltsnachzahlung für Justizbeamte

Das Kabinett von Premier Bohuslav Sobotka hat am Montag der Abmachung zugestimmt, die Regierungsvertreter am Freitag mit den Richtern des Landes getroffen haben. Bei den Verhandlungen am Freitag haben sich beide Seiten auf die Höhe der Gehälter geeinigt, die den rund 4200 Richtern und Staatsanwälten des Landes nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs zustehen. Der Einigung zufolge erhalten die Justizbeamten rückwirkend einen Teil der zusätzlichen Gehaltsansprüche, auf den anderen Teil wollen sie laut Aussage von Generalstaatsanwalt Pavel Zeman verzichten. Insgesamt wird der Staat 1,2 Milliarden Kronen (43 Millionen Euro) auszahlen, das ist in etwa ein Drittel der zusätzlichen Gehaltsansprüche der Richter.

Die Nachzahlungen an die Justizbeamten sollen im Juni erfolgen. Die Höhe der Gehälter von Richtern berechnet sich nach der Höhe des durchschnittlichen Bruttolohns in Tschechien. Das Ministerium für Arbeit und Soziales hatte dabei auch die Löhne aus Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen berücksichtigt, laut dem Urteil des Obersten Gerichtshofs dürfen aber nur die Vollzeitanstellungen zugrunde gelegt werden.

Arbeitslosigkeit leicht gestiegen – aber deutlich niedriger als im Januar 2014

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Tschechien im Januar saisonal bedingt leicht gestiegen. Insgesamt waren rund 556.000 Menschen ohne Beschäftigung und damit etwa 14.000 mehr als noch im Dezember. Die Arbeitslosenrate stieg auf 7,7 Prozent, im vergangenen Monat hatte sie bei 7,5 Prozent gelegen. Im Jahresvergleich bedeuteten die Zahlen jedoch einen starken Rückgang. Im Januar 2014 hatten die Arbeitsämter deutlich über 600.000 Menschen ohne Job registriert, die Quote hatte bei 8,6 Prozent gelegen.

ČSÚ: Tschechische Inflation der letzten 15 Jahre nahezu mit EU-Durchschnitt identisch

Im Zeitraum von 2000 bis 2014 lag die durchschnittliche Inflationsrate in Tschechien bei 2,2 Prozent. Das ist nahezu identisch mit dem EU-Durchschnitt, der für die zurückliegenden 15 Jahre eine Inflationsrate von 2,3 Prozent anzeigt. Das gab der Direktor der Abteilung Preisstatistik beim Tschechischen Statistikamt (ČSÚ), Jiří Mrázek, am Montag auf einer Pressekonferenz in Prag bekannt. Größere Unterschiede gab es allerdings in den einzelnen Preissegmenten, erläuterte Mrázek.

Die östlichen Nachbarländer der Tschechischen Republik, Slowakei und Polen, wiesen mit 3,6 Prozent beziehungsweise 2,6 Prozent eine höhere durchschnittliche Inflation als Tschechien auf. Die westlichen Nachbarländer Deutschland und Österreich lagen indes mit 1,7 Prozent beziehungsweise 2,0 Prozent unter dem tschechischen Durchschnittswert. Den größten Unterschied zwischen der EU und Tschechien gab es im Jahr 2008: in dem wurde im Jahresvergleich in Tschechien die Inflationsrate von 6,3 Prozent registriert, während sie in der EU nur bei 3,7 Prozent lag. Demgegenüber wurde 2003 in Tschechien eine Deflation von 0,1 Prozent festgestellt, während die Preise in der EU um durchschnittlich 2,1 Prozent gestiegen waren.

Im Januar dieses Jahres blieb die tschechische Inflationsrate zum Vormonat konstant, sie lag wie im Dezember bei 0,1 Prozent. Das entsprach der Prognose der Tschechischen Nationalbank (ČNB).

Dienstleister verzeichnen 2014 leichte Umsatzsteigerung zum Vorjahr

Die Vertreter des Dienstleistungssektors in Tschechien haben vergangenes Jahr ihre Umsätze erstmals seit 2008 wieder gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Zuwachs von 0,6 Prozent registriert. Zu diesem Anstieg haben insbesondere die Bereiche Verkehr und Lagerung beigetragen. Demgegenüber sind die Umsätze im vierten Quartal von 2014 gesunken – im Jahresvergleich um 1,1 Prozent und gegenüber dem dritten Quartal um 0,4 Prozent. Das geht aus den Daten hervor, die das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Montag veröffentlicht hat.

Zahl ausländischer Besucher in Tschechien gestiegen – am meisten Deutsche

Die Zahl ausländischer Besucher in Tschechien sowie einheimischer Gäste ist im vergangenen Jahr gestiegen. Insgesamt nutzten 3,3 Millionen Menschen tschechische Hotels, Pensionen und Campingplätze, bei 8,5 Millionen Übernachtungen. Damit erhöhte sich die Zahl der ausländischen Gäste gegenüber 2013 um 4,9 Prozent, die Zahl der Übernachtungen stieg indes nur um 1,2 Prozent. Traditionell kamen die meisten ausländischen Besucher aus Deutschland. Bei ihnen wurde ein Plus von 5,1 Prozent verzeichnet. Einen starken Einbruch gab es hingegen bei Touristen aus Russland. Ihre Gesamtzahl ging um 13,4 Prozent zurück. Stattdessen reisten mehr Slowaken und Polen in ihr Nachbarland.

Tschechischer Privatzoo geht in Konkurs – Tierexoten zum Verkauf

Die exotischen Tiger, Wölfe, Braunbären und Pumas eines Zoos im tschechischen Tábor brauchen eine neue Heimat. Der größte privat betriebene Tierpark des Landes ist endgültig geschlossen, teilten die Betreiber am Montag mit. Das örtliche Amtsgericht hat dem Insolvenzantrag des Zoos stattgegeben. Weil sich der Betrieb nicht als Ganzes veräußern lasse, werden die Tiere einzeln verkauft werden müssen, sagte die Insolvenzverwalterin der Onlineausgabe der Zeitung „Mladá fronta Dnes“. Der Betreiber der vor vier Jahren eröffneten, weitläufigen Anlage mit 400 Tieren aus 60 Arten hatte hohe Schulden angehäuft. Gegen den früheren Direktor wird wegen Betrugsverdachts ermittelt.

Ski Alpin: Ondřej Bank nach schwerem Sturz aus Krankenhaus entlassen

Skifahrer Ondřej Bank ist nach seinem Sturz bei der Ski-WM in Vail am Sonntag wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Ärzte diagnostizierten eine Gehirnerschütterung, dazu zog sich der Tscheche Gesichtsverletzungen zu und prellte sich das Bein. In einem exklusiven Interview für den Tschechischen Rundfunk sagte der Sportler, dass er sich nur noch an den Beginn des Sturzes erinnern könne, der Rest sei aus dem Gedächtnis gelöscht.

Ondřej Bank hatte in der Abfahrt zur Kombinationswertung kurz vor dem Zielsprung den rechten Ski verloren, drehte sich und krachte auf den Rücken. Der 34-Jährige rutschte bewusstlos bis ins Ziel und bewegte sich zunächst nicht.

Tennis: Tschechinnen stehen im Halbfinale des Fed Cup

Die tschechischen Tennisspielerinnen stehen im Halbfinale des Fed Cup. In der Auftaktrunde siegten die Schützlinge von Kapitän Petr Pála souverän mit 4:0 in Kanada. Nach der 2:0-Führung vom Samstag gewann Karolína Plíšková am Sonntag das das entscheidende dritte Spiel in Québec. Die 22-Jährige ließ der kanadischen Nummer eins, Gabriela Dabrowski, mit 6:4 und 6:2 keine Chance. Im abschließenden Doppel bezwangen Denisa Allertová und Lucie Hradecká das Duo Françoise Abanda / Gabriela Dabrowski mit 6:1 und 7:6.

Die Tschechinnen stehen damit zum siebten Mal in Folge im Halbfinale des Fed Cup. Am 18. Und 19. April empfangen sie dabei zu Hause die Französinnen.

Das Wetter am Dienstag: wolkig, regnerisch, später auch heiter, bis 5 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien überwiegend wolkig bis bedeckt. Vereinzelt Sprühregen, der in den Gebirgen zu überfrierender Nässe führen kann. In den Beskiden zu Tagesbeginn noch leichter Schneefall. Am Nachmittag und Abend wird es in Böhmen zunehmend heiter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 1 bis 5 Grad, in Böhmen örtlich sogar bei 8 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal um die 0 Grad Celsius erreicht. Es weht ein schwacher Wind aus Nordwesten.