Täglicher Nachrichtenüberblick

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Zeman-Äußerungen über Behinderte sorgen für massive Kritik

Mit ablehnenden Äußerungen zur Inklusion von Behinderten hat Staatspräsident Miloš Zeman in Tschechien massive Kritik hervorgerufen. Premier Bohuslav Sobotka reagierte am Donnerstag mit einer schriftlichen Stellungnahme, in der er sich hinter die Eingliederung von Behinderten ins Bildungssystem stellt. Während eines Besuchs in einem Rehabilitationszentrum in Brandýs nad Orlicí hatte sich Zeman am Mittwoch gegen den gemeinsamen Schulbesuch von Behinderten und Nicht-Behinderten ausgesprochen. Die Vorsitzende der Tschechischen Gesellschaft für integrative Bildung, Klára Laurenčíková, sagte der Presseagentur ČTK am Donnerstag, dies sei ein Rückfall in den tiefsten Totalitariusmus, als man behinderte Kinder nicht nur aus Schulen, sondern oft zur Gänze aus der Gesellschaft ausgegrenzt habe. Ombudsfrau Anna Sabatova wies darauf hin, dass Zemans Äußerungen der UN-Konvention über Behindertenrechte widersprächen. Kritik kam auch von Schulminister Marcel Chládek sowie vom Vorsitzenden der Bürgerdemokraten, Petr Fiala.

Premier Sobotka fährt zu Befreiungsfeier des KZ Auschwitz nach Polen

Eine tschechische Delegation mit Premier Bohuslav Sobotka an der Spitze wird Ende Januar zur Befreiungsfeier des KZ Auschwitz nach Polen reisen. Dies bestätigte Regierungssprecher Martin Ayrer am Donnerstag. Hingegen wird der Sprecher des Abgeordnetenhauses, Jan Hamáček, an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen, die zeitgleich im nordböhmischen Terezín / Theresienstadt stattfindet. Im Vernichtungslager Auschwitz ermordeten die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg über eine Million Menschen, befreit wurde es am 27. Januar 1945 von der Roten Armee. Zum 70. Jahrestag der Befreiung haben unter anderem die Staatschefs aus Frankreich, Deutschland und Österreich ihr Kommen zugesagt. Die Gedenkfeier in Terezín ist nach Angaben der Veranstalter als Treffen der europäischen Parlamentspräsidenten geplant. Von polnischer Seite hatte es zuletzt Missfallensäußerungen über die parallele Gedenkveranstaltung gegeben.

Senat billigt Schließung des Truppenübungsplatzes Brdy

Der Senat hat am Mittwoch erwartungsgemäß die Schließung des Truppenübungsplatzes Brdy gebilligt. Die entsprechende Gesetzesnovelle, mit der auch weitere Übungsplätze der Tschechischen Armee reduziert werden, muss noch von Präsident Miloš Zeman unterzeichnet werden. Nach einer Aussage des Verteidigungsministers Martin Stropnický (Ano) werde die Armee durch die Schließung 70 Millionen Kronen (2,5 Millionen Euro) einsparen. Eine Armee von 21.000 Soldaten brauche keine Übungsplätze, die für 115.000 Soldaten dimensioniert seien, so Stropnický weiter. Gegen die Schließung stellt sich der Kreis Mittelböhmen. Kreishauptmann Miloš Petera (Sozialdemokraten) verweist darauf, dass dadurch die Grenze zwischen dem Mittelböhmischen und dem Pilsner Kreis verändert werde, wodurch Mittelböhmen an Fläche verliere. Umfangreiche Gebiete in der Brdy-Hügelkette, die historisch zum Kreis Pilsen gehörten, könnten nach 65 Jahren wieder an dem westböhmischen Kreis zufallen.

87 Prozent Tschechen sind für schärfere Regeln für Aufnahme von Ausländern

Die überwiegende Mehrheit der Tschechen ist der Meinung, dass die Tschechische Republik bei der Aufnahme von Ausländern aus den islamischen Ländern strenger verfahren sollte. In einer Meinungsumfrage, die im Auftrag des Tschechischen Rundfunks in dieser Woche durchgeführt wurde, sprachen sich 87 Prozent der Befragten für eine Verschärfung der Regeln aus. 53 Prozent Tschechen sind der Meinung, dass das Risiko eines Terroranschlags in Tschechien nach den Attacken in Paris gestiegen sei. 63 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Wiedereinführung der Grenzkontrollen aus, 55 Prozent plädierten für eine Budgetaufstockung der Nachrichtendienste. 64 Prozent wollen, dass die Zahl der Sicherheitskräfte erhöht wird.

Magazin „Charlie Hebdo“ kostet in Tschechien 140 Kronen

Die neue Ausgabe des französischen Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ liegt voraussichtlich ab Anfang nächster Woche zum Preis von 140 Kronen (umgerechnet fünf Euro) in den tschechischen Kiosken. Wie Štěpán Brožek von der Vertreiberfirma press.cz am Donnerstag mitteilte, wurden 1500 Exemplare für den hiesigen Markt bestellt. Derzeit werde das Magazin nach Deutschland ausgeliefert, in Tschechien sei frühestens Anfang nächster Woche damit zu rechnen, so Brožek weiter. Angeboten werde es in Zeitschriftenläden, die Auslandspresse vertreibt. Interessenten, die eine Vorbestellung aufgegeben haben, erhalten das Magazin per Einschreiben. Wegen der weltweiten Nachfrage für die erste Ausgabe von „Charlie Hebdo“ nach dem tödlichen Terroranschlag auf die Redaktion wurde die Auflage inzwischen auf fünf Millionen erhöht.

Islam-Gegner demonstrieren am Freitag in Prag

Tschechische Islam-Gegner wollen sich am Freitag zu einer Demonstration auf der Prager Burg versammeln. Dazu hat die Vereinigung „Wir wollen den Islam in Tschechien nicht“ aufgerufen, die auf Facebook über 100.000 Unterstützer zählt. Die Veranstalter rechnen mit der Teilnahme von mehr als 3000 Menschen. Ihre Teilnahme zugesagt haben unter anderem Politiker wie die Abgeordnete Jana Černochová von der ODS (Bürgerdemokraten), und der stellvertretende Vorsitzend der rechtspopulistischen Úsvit-Partei, Marek Černoch. Der Vorsitzende der Úsvit-Partei, Tomio Okamura, hatte vor zwei Wochen ein anti-muslimisches Pamphlet im Internet veröffentlicht und damit die Kritik der Öffentlichkeit auf sich gezogen.

10. Kurzfilmfestival Prag beginnt im Kino Světozor

In der tschechischen Hauptstadt wird am Donnerstagabend das 10. Prager Kurzfilmfestival eröffnet. Bis zum Sonntag laufen im Kino Světozor zahlreiche tschechische und internationale Streifen. Im internationalen Wettbewerb konkurrieren 16 Filme aus 14 Ländern. Außerdem werden im Rahmen der Filmschau nochmals die besten Kurzfilme der vergangen Jahre gezeigt.

Kriegsopfer von 1866 in Mikulov identifiziert – Preußenfriedhof restauriert

Auf dem preußischen Friedhof im südmährischen Mikulov / Nikolsburg ist ein Soldat aus dem sogenannten Deutschen Krieg von 1866 identifiziert worden. Es handelt sich um den Offizier Friedrich Schroder. Dies teilte Marcela Šimánková von der Stadt Mikulov am Donnerstag auf einer Tourismusmesse in Brno / Brünn mit. Mikulov hat den Friedhof im vergangenen Jahr für 260.000 Kronen (umgerechnet 9.000 Euro) restaurieren lassen. Nun soll versucht werden, die Identität weiterer Begrabener zu ermitteln. Der Friedhof wurde während des Krieges zwischen dem Deutschen Bund unter der Führung von Österreich auf der einen Seite, und Preußen und dessen Verbündeten auf der anderen Seite angelegt. Etwa 200 Soldaten der preußischen Armee starben im Jahr 1866 in Mikulov an einer Cholera-Epidemie.

Tennis: Kvitová und Plíšková spielen im Finale in Sydney

Zwei tschechische Tennis-Spielerinnen werden im Finale beim WTA-Turnier in Sydney um den Titel kämpfen. Die an Nummer zwei gesetzte Petra Kvitová hat am Donnerstag Titelverteidigerin Cvetana Pironkowa aus Bulgarien mit 7:5 und 6:1 geschlagen. Im Finalspiel trifft sie auf Karolína Plíšková, die sich zuvor gegen die deutsche Vorjahresfinalistin Angelique Kerber durchsetzte.

Plíšková schafft Final-Einzug in Sydney – Sieg über Kerber

Die Tschechin Karolína Plíšková hat beim WTA-Turnier in Sydney den Einzug in das Endspiel erreicht. Sie besiegte am Donnerstag die Vorjahresfinalistin Angelique Kerber mit 6:3 und 6:2. Nach nur 55 Minuten nutzte die Weltranglisten-22. ihren ersten Matchball gegen Deutschlands Nummer eins.

Das Wetter am Freitag, 16. Januar

Am Freitag ist es in Tschechien zumeist bewölkt, vereinzelt kann auch Nebel auftreten. Vor allem in höheren Lagen sind auch längere sonnige Abschnitte möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 3 bis 9 Grad Celsius, in Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 3 Grad erreicht.