Täglicher Nachrichtenüberblick

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Religionsvertreter warnen nach Anschlägen vor Radikalisierung

Führende Vertreter der Religionsgemeinschaften in Tschechien haben nach den Terroranschlägen von Paris zur Besonnenheit aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung, die der Vorsitzende der tschechischen Bischofskonferenz, Dominik Duka, der Vorsitzende des ökumenische Kirchenrats, Daniel Fajfr, und der Vorsitzende der jüdischen Gemeinden, Petr Papoušek, am Samstag veröffentlichten, warnen sie davor, sich nun nicht zur Radikalisierung hinreißen zu lassen. Man müsse weiterhin die Grundprinzipien einer offenen Gesellschaft hochhalten. Dazu gehörten die Meinungsfreiheit, die Menschenrechte und der gegenseitigen Respekt zwischen den Kulturen sowie die Suche nach einem Miteinander. In der Erklärung heißt es weiter, dass die Geschehnisse von Paris bei vielen Menschen das Gefühl wecken könnten, es sei notwendig genauso radikal zu handeln. Zugleich drückten die Religionsvertreter den Hinterbliebenen der Anschlagsopfer ihr Mitgefühl aus.

Umstrittener Villenkauf: Zeman will Kanzleichef nicht entlassen

In der Affäre um den Hauskauf von Vratislav Mynář hat sich Staatspräsident Zeman hinter seinen Kanzleichef gestellt. In einem Interview mit dem Nachrichtenserver Denik.cz sagte Zeman, er sehe keinen Grund für eine Entlassung. Mynář habe ihm eine zufriedenstellende Auskunft über die Herkunft des Geldes gegeben. Zudem sei die Villa im Prager Staddteil Střešovice in einem schlechten Zustand und müsse aufwendig renoviert werden.

Der enge Mitarbeiter von Miloš Zeman hatte die Villa kurz vor Weihnachten für umgerechnet 200.000 Euro erworben. Wegen des äußerst niedrigen Kaufpreises geriet er daraufhin unter Druck. Im Laufe der Woche hatten Anti-Korrupitionsorganisationen die Abberufung Mynářs von seinem Posten gefordert.

Prag gedenkt erneut der Opfer des Terroranschlags auf Charlie Hebdo

Hunderte Menschen haben in Prag am Samstag erneut der Opfer des Terroranschlags in Frankreich gedacht. Mit Kerzen und Plakaten mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ versammelten sie sich am Nachmittag vor der französischen Botschaft. Manche trugen auch Bleistifte bei sich, die zu einem Symbol der Solidarität für die Karikaturisten geworden sind. In der Botschaft gab es die Gelegenheit sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. Bereits am Donnerstag waren vor der Botschaft Hunderte zum gemeinsamen Gedenken zusammengekommen. Der Terroranschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo und die anschließende Geiselnahme forderten insgesamt 17 Todesopfer und über 20 Verletzte.

„Charlie Hebdo“: Sobotka und Zaorálek besuchen Trauermarsch in Paris

Tschechiens Premier Bohuslav Sobokta und Außenminister Lubomír Zaorálek reisen am Sonntag zum Trauermarsch nach Paris. Mit ihrer Teilnahme wollen sie den Opfern des Terroranschlags auf die französische Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo die Ehre erweisen, wie am Samstag der tschechische Kabinettssprecher Martin Ayrer mitteilte. An der Solidaritätsaktion nehmen unter anderem auch Angela Merkel und Großbritanniens Premierminister David Cameron sowie die EU-Vertreter Jean-Claude Juncker und Donald Tusk teil.

Mann stirbt bei Polizeieinsatz in Přerov – Umstände unklar

Bei einem Polizeieinsatz im ostmährischen Přerov ist in der Nacht zum Samstag ein Mann erschossen worden. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, starb der 23-Jährige kurz vor Mitternacht in einer Bar durch den Schuss eines Polizisten. Offenbar wurde die Polizei wegen nächtlicher Ruhestörung in die Bar gerufen. Die Streife sei dort von Hunden bedroht worden, weshalb die Polizisten ihre Dienstwaffen zogen. Ein Polizist wurde bei dem Einsatz verletzt. Weitere Einzelheiten sind bislang nicht bekannt, die Kriminalpolizei ermittelt.

Hochwassergefahr hält an – Ein Vermisster nach Rafting-Tour

Steigende Pegel und stürmischer Wind sorgen in Tschechien für Turbulenzen. In Jakubov im Kreis Karlsbad / Karlovy Varý suchen die Einsatzkräfte nach einem Mann, der am Samstag bei einer Rafting-Tour auf der Ohře / Eger über Bord ging. Wegen starkem Regen und Schneeschmelze ist der Pegel des Flusses stark angestiegen. Umgestürzte Bäume sorgen vor allem in Westböhmen für Einschränkungen im Zugverkehr. Zudem meldete die Feuerwehr zahlreiche Einsätze wegen abgedeckter Dächer. Die größte Hochwassergefahr besteht weiterhin im Böhmerwald an den Flüssen Modrava und Otava.

Zuschauertribüne bleibt vorerst im Schlosspark von Český Krumlov

Die Zuschauertribüne im Schlosspark von Český Krumlov bleibt mindestens bis ins Jahr 2017 an Ort und Stelle. Wie Kulturminister Daniel Herman (KDU-ČSL) am Freitag mitteilte, hat dies eine eigens einberufene Kommission beschlossen. Für eine neue Konstruktion soll ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden. Die Unesco hatte im vergangene Jahr empfohlen, die drehbare Zuschauertribüne aus dem Schlosspark zu entfernen.

Die Stahlkonstruktion befindet sich direkt vor dem Barockschloss in Český Krumlov, das gemeinsam mit dem Stadtzentrum1992 zum Unesco-Weltkulturerbe erhoben wurde. In den Sommermonaten finden vor dem Schloss Theateraufführungen des Südböhmischen Theaters aus České Budějovice / Budweis statt.

Das Wetter am Sonntag, 11. Januar: windig, bedeckt, wieder kälter

Am Sonntag ist es in Tschechien überwiegend bedeckt, zum Teil kommt die Sonne durch. Vor allem in den Bergen sind im Tagesverlauf auch Schneeschauer möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 1 bis 5 Grad Celsius, in Höhenlagen um 1000 Meter bei -2 Grad Celsius. Es bleibt weiterhin windig. In Höhenlagen sind Böen von bis zu 90 km/h möglich.