Täglicher Nachrichtenüberblick

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In Cheb beginnt der Ausbau der Bahnstrecke bis zur Grenze

In Cheb / Eger hat am Donnerstag der Ausbau der Bahnstrecke bis zur tschechisch-deutschen Grenze begonnen. Wie Pavel Sury, der Leiter des tschechischen Schienennetzverwalters SŽDC am Donnerstag bekanntgab, kostet die Modernisierung der 10 Kilometer langen Strecke zwischen Cheb und der Staatsgrenze umgerechnet 13 Millionen Euro. Die Bauarbeiten, die auch mit Hilfe von EU-Geldern finanziert werden, sollen bis Mai 2015 abgeschlossen sein. Der Ausbau soll die Fahrtzeit zwischen Tschechien und Deutschland verkürzen. Bisher fahren die Züge auf dem Abschnitt mit einer Geschwindigkeit von 90 Stundenkilometern, nach Abschluss der Maßnahmen sind 120 km/h möglich. Sollte sich die deutsche Seite auf eine Elektrifizierung der Bahnstrecke von Nürnberg bis Marktredwitz einigen, könnten auf dem Abschnitt auch Züge mit Neigetechnik und einer Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h eingesetzt werden. Sury sagte, er wünsche sich, dass Cheb wieder zu einem Eisenbahnknotenpunkt werde. Dies sei allerdings nur möglich, wenn dies beide Seiten wirklich wollten. Auf bayerischer Seite stockt der Ausbau der Bahnstrecken nach Tschechien seit Jahren.

Außenminister sichert tschechischer Minderheit in der Ukraine Unterstützung zu

Außenminister Lubomír Zaorálek hat gegenüber Angehörigen der tschechischen Minderheit in der Ukraine zugesichert, dass Prag den Wandel in ihrem Land unterstütze. Anlässlich der Eröffnung eines Honorarkonsulats in der westukrainischen Stadt Uschgorod sagte der Minister, es läge im Interesse Tschechiens, dass sich die Ukraine politisch stabilisiere, wirtschaftlich prosperiere und ein zuverlässiger Partner der EU-Staaten sei. Die Vertreter der sogenannten Wolhynien-Tschechen äußerten vor allem Interesse an einer Hilfe für den Tschechisch-Unterricht und der Unterstützung kultureller Aktivitäten. In der Ukraine leben insgesamt rund 5000 Menschen mit tschechischen Wurzeln. Zuletzt war berichtet worden, dass viele von ihnen ihre jetzige Heimat wegen der dortigen Lage verlassen und nach Tschechien als dem Land ihrer Vorfahren zurückkehren wollten.

Kommunalwahlen: In Ostrau entsteht Koalition wie auf Regierungsebene

Knapp drei Wochen nach den Kommunalwahlen haben sich in Ostrava / Ostrau die Parteien auf eine Koalition im Rathaus geeinigt. Die mit etwa 300.000 Einwohnern drittgrößte tschechische Stadt soll von der Partei Ano als Wahlsiegerin, den Sozialdemokraten und den Christdemokraten geführt werden. Oberbürgermeister dürfte Ano-Spitzenkandidat Tomáš Macura werden. Damit entsteht in Ostrau dieselbe Koalition wie auf Regierungsebene. Sie nimmt in der Vertretung der Stadt insgesamt 31 der 55 Sitze ein.

Premier rügt Präsident wegen Nutzung eines Privatjets zur Rückreise aus China

Premier Bohuslav Sobotka hat Staatspräsident Miloš Zeman dafür gerügt, dass dieser bei seiner Rückreise aus China einen Privatjet genutzt hat. Zeman habe mit dem Verzicht auf die offizielle Regierungsmaschine den Eindruck seines ansonsten gelungenen Besuchs in dem fernöstlichen Land unnötigerweise getrübt. Dies sagte Sobotka am Donnerstag in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks. Das Staatsoberhaupt nutzte den Privatjet zweier Investmentgesellschaften, deren Vertreter zur Wirtschaftsdelegation beim China-Besuch gehört hatten. Zeman war so zwei Stunden früher zurück in Prag. Begründet hatte er dies mit dem Termindruck anlässlich des Staatsfeiertags am 28. Oktober.

Protest gegen Zeman: Filmregisseur Němec gibt Verdienstorden zurück

Der Regisseur Jan Němec hat aus Protest gegen Präsident Miloš Zeman seinen staatlichen Verdienstorden zurückgegeben. Wie die Zeitung „Pravo“ am Donnerstag berichtet, kritisiert Němec damit die Vergabepolitik des Präsidenten. Zeman hatte den Orden in dieser Woche unter anderem zwei Filmemachern verliehen, die zum Unterstützerkreis des amtierenden Präsidenten zählen und zum Teil an seiner Wahlkampagne beteiligt waren. Němec, der den Orden bereits im Jahr 2002 vom damaligen Präsidenten Václav Havel erhalten hatte, bezeichnete Zemans Vorgehen als „Ausdruck arroganter Willkür“. Dazu könne er als Bürger nicht schweigen.

Der 78-jährige Film- und Fernsehregisseur Němec dokumentierte im Jahr 1968 die Niederschlagung des Prager Frühlings. Später verließ er die Tschechoslowakei und arbeitet unter anderem in der Bundesrepublik Deutschland und in den USA. Nach der demokratischen Wende von 1989 kehrte Němec in sein Heimatland zurück.

Zwei StB-Männer wegen Gewaltanwendung im Januar 1989 verurteilt

Ein Prager Bezirksgericht hat zwei frühere Mitarbeiter des tschechoslowakischen Geheimdienstes StB zu drei- bzw. zweijährigen Bewährungsstrafen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Petr Beran und Kamil Líbal während eines Verhörs im Jahr 1989 einen 17-Jährigen geschlagen haben. Die StB-Männer wollten damals von David Kabzan eine Falschaussage zur sogenannten Palach-Woche (Palachův tyden) erpressen. Im Januar 1989 waren eine Woche lang Regimekritiker zu Demonstrationen auf die Straße gegangen. Die Falschaussage sollte als Beweismittel gegen den Bürgerrechtler Václav Havel dienen, der nach der Palach-Woche wegen des Aufrufs zu einer nicht genehmigten Demonstration vor Gericht gestellt wurde. Der 17-jährige gab unter Gewaltanwendung zu, an der Demonstration teilgenommen zu haben, wiederrief diese Aussage jedoch später. Weil einer der beiden Verurteilten sofort nach dem Richterspruch Berufung einlegte, ist das jetzige Urteil gegen die ehemaligen StB-Mitglieder noch nicht rechtskräftig. Der Fall wird in höherer Instanz erneut verhandelt.

Im Gedenken an 1989: Tschechische Philharmonie spielt in der Carnegie Hall

Die tschechischen Philharmoniker unter Dirigent Jiří Bělohlávek treten am 16. November in New York auf. Einen Tag vor dem 25. Jahrestag des Beginns der Samtenen Revolution spielt das Orchester Antonín Dvořáks Sinfonie „Aus der neuen Welt“ in der Carnegie Hall, und damit am gleichen Ort, an dem die Sinfonie vor 121 Jahren ihre Uraufführung feierte. Der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Jiři Hamaček sowie eine Delegation tschechischer Kulturvertreter werden zudem die Originalhandschrift Dvořáks in die USA bringen, die der Komponist während seines Aufenthalts dort angefertigt hat. Ein Enkel Dvořáks gehört ebenfalls der Delegation an.

Der Auftritt in der Carnegie Hall ist Teil einer US-Tournee der Tschechischen Philharmoniker, die vom zweiten bis zum 19. November dauert. Für den 17. November steht ein Konzert in Washington auf dem Spielplan. Dazu wird auch Tschechiens Premier Bohuslav Sobotka (ČSSD) erwartet.

Fußball: Sparta Prag muss 80.000 Euro Strafe wegen Fankrawallen zahlen

Sparta Prag muss wegen der schweren Fanausschreitungen beim Europa-League-Spiel gegen Slovan Bratislava in der vergangenen Woche eine Strafe von 80.000 Euro zahlen. Dies gab die Disziplinarkommission des Europäischen Fußballverbandes am Donnerstagabend in Nyon bekannt. Sollte es innerhalb der nächsten zwei Jahre zu erneuten Krawallen kommen, droht dem tschechischen Rekordmeister außerdem ein Spiel vor leeren Rängen. Gastgeber Slovan Bratislava wurde wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen zu einer Strafe von 50.000 Euro verurteilt.

Das Drittrundenspiel in der Europa-League in Bratislava musste vergangene Woche unterbrochen werden. Beim Stand von 0:0 hatten die Anhänger der Gäste einen Zaun durchbrochen und waren in den Bereich der Slovan-Fans eingedrungen. Wegen der Tumulte stürmten anschließend zahlreiche Fans das Spielfeld. Zudem wurden Sitze aus den Verankerungen gerissen und bengalische Feuer gezündet. Der Schiedsrichter schickte die Mannschaften vorzeitig in die Halbzeitpause und setzte das Spiel nach 30 Minuten fort. Trotz dreier Treffer für die Gäste blieb es in der zweiten Halbzeit ruhig.

Tennis: Berdych steht im Viertelfinale in Paris

Tennisprofi Tomáš Berdych ist beim Hallenturnier in Paris ins Viertelfinale eingezogen. Er besiegte den Spanier Feliciano López mit 7:5 und 6:3. Damit fehlt dem 29-Jährigen nur noch ein Sieg, um sich für das Finale der Tennis-Tour in London zu qualifizieren. Mit Berdych stehen in Paris vier weitere Mitkonkurrenten am Start, die um die vier offenen Startplätze für das Turnier der besten Acht kämpfen. Berdych kann aus eigener Kraft das Ticket für London lösen, wenn er das anstehende Viertelfinale gewinnt. Er trifft in Paris auf Kevin Anderson aus Südafrika.

Basketball-Eurocup: Nymburk verliert in Charleroi

Die Basketballspieler von Nymburk haben ihre Begegnung am dritten Spieltag des Eurocups verloren. Am Mittwochabend unterlagen die tschechischen Meister in Charleroi mit 73:82. Nymburk hatte beim Spiel in der belgischen Stadt lange Zeit vor allem Probleme im Angriff. Beide Mannschaften teilen sich nun in der Gruppe C des Eurocups mit jeweils einem Sieg punktgleich Rang vier. Die ersten vier Teams jeder der sechs Gruppen qualifizieren sich für die nächste Phase des Wettbewerbs. Der Eurocup ist der zweitwichtigste europäische Basketball-Wettbewerb.

Das Wetter am Freitag, den 31. Oktober

Am Freitag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt. Nach der Auflösung örtlicher Frühnebelfelder klart es von Westen her im Tagesverlauf auf. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 7 bis 13 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 7 Grad Celsius erreicht.