Täglicher Nachrichtenüberblick

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Sieben vermisste Tschechen im Himalaya gerettet

Sieben Tschechen konnten am Freitag im Himalaya gerettet werden worden. Die Gruppe, unter der sich auch der Reiseunternehmer Rudolf Svaříček befindet, war in der Höhe von 4300 Metern von einer Lawine verschüttet worden. Alle sieben sind unverletzt, leiden jedoch an Unterkühlung und wurden mit dem Hubschrauber in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu geflogen, wie der Sprecher der zuständigen Krankenversicherung ERV mitteilte. Dem Schneesturm und den dadurch ausgelösten Lawinen fielen in dieser Woche 29 Treckingreisende aus aller Welt zum Opfer. Rettungskräfte suchen in dem Unglücksgebiet rund um den Achttausender Annapurna nach zahlreichen weiteren Vermissten. Wie viele Tschechen darunter sind, ist unklar. Laut Angaben des tschechischen Außenministeriums vom Freitagabend halten sich derzeit 181 Tschechen in Nepal auf, 63 konnten bislang kontaktiert werden.

Tschechiens Flughäfen beginnen am Dienstag mit Ebola-Kontrollen

Wegen der drohenden Gefahr einer Verbreitung des tödlichen Ebola-Virus werden ab kommenden Dienstag 8 Uhr auf den fünf Flughäfen in Tschechien alle einreisenden Fluggäste kontrolliert. Im Rahmen dieser präventiven Kontrolle müssen alle nach internationalen Flügen ankommenden Passagiere einen Fragebogen ausfüllen. Auf dem Václav-Havel-Flughafen in Prag müssen sich zudem Reisende, die sich unlängst noch in den von der Ebola-Epidemie betroffenen Gebieten aufgehalten haben, einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Dazu wird ihnen unter anderem die Temperatur gemessen. Jene Personen, bei denen der Verdacht auf eine Ebola-Ansteckung besteht, werden dann zu weiteren Untersuchungen in die Isolierstation des Prager Krankenhauses Na Bulovce oder aber in das Militärkrankenhaus im ostböhmischen Těchonín gebracht. Das gab Gesundheitsminister Svatopluk Němeček am Donnerstag vor Journalisten bekannt.

Am Dienstagvormittag werde er sich zu einer koordinierenden Sitzung mit den Hygiene-Experten der Regionen und Vertretern aller fünf Flughäfen treffen. Auf dieser Sitzung werde man sich beraten und entscheiden, ob weitere Maßnahmen zu treffen sind, sagte Němeček. Neben dem Großflughafen in Prag können Passagiere in Tschechien zudem in Brno / Brünn, Karlovy Vary / Karlsbad, Ostrava / Ostrau und Pardubice per Flugzeug an- und abreisen.

Ano-Partei stellt den Brünner Oberbürgermeister

Petr Vokřal von der Ano-Partei wird neuer Oberbürgermeister von Brünn / Brno. In der zweitgrößten Stadt Tschechiens regiert in Zukunft eine Viererkoalition aus Ano, Christdemokraten (KDU-ČSL), der lokalen Partei Žít Brno und den Grünen (SZ). Die beteiligten Parteien gaben am Freitag bekannt, dass der Koalitionsvertrag bis Ende Oktober unterschrieben werden soll. Mit 31 Mandaten verfügt die Koalition über eine sichere Mehrheit in der 55-köpfigen Stadtvertretung.

Vokřal wird Nachfolger von Roman Onderka (ČSSD), der als Bürgermeister einer Koalition aus Sozialdemokraten und Bürgerdemokraten vorstand. Bei den Kommunalwahlen am vergangenen Wochenende lag die Ano-Partei mit 13 Mandaten vorne, es folgten die Sozialdemokraten mit 11 Mandaten. Žít Brno sowie Christdemokraten schicken jeweils sieben Vertreter ins Stadtparlament von Brünn. In der Opposition sitzen neben den bisherigen Regierungsparteien weiterhin Vertreter von Top 09 und Kommunisten.

Stichwahlen für den Senat haben begonnen

In Tschechien findet am Freitag und Samstag in 27 Wahlkreisen eine Stichwahl um die jeweiligen Mandate für den Senat statt. Diese Wahl wird darüber entscheiden, wie sich der 81-köpfige Senat in den nächsten zwei Jahren zusammensetzt. Vieles spricht dafür, dass die drei Regierungsparteien ihre Mehrheit auch in der oberen Kammer des Parlaments behaupten beziehungsweise noch ausbauen können. Für den zweiten Wahlgang haben sie nämlich noch insgesamt 37 Kandidaten im Rennen: allein 19 Kandidaten stellen die Sozialdemokraten (ČSSD), jeweils 9 Kandidaten treten für die Partei Ano beziehungsweise die Christdemokraten (KDU-ČSL) an. Sollten sich aber die Sozialdemokraten in gleich 18 Wahlkreisen durchsetzen, dann hätten sie sogar die alleinige Mehrheit im Senat.

In der oberen Kammer des Parlaments finden aller zwei Jahre Wahlen für ein Drittel der Senatoren-Mandate statt. Die Legislaturperiode eines in den Senat gewählten Volksvertreters beträgt sechs Jahre.

Erneuter Anlauf: Opfer von Zwangssterilisation sollen entschädigt werden

Opfer von Zwangssterilisation in Tschechien sollen eine gesetzliche Entschädigung erhalten. Laut der Nachrichtenagentur geht dies aus einer schriftlichen Antwort der Regierungskoalition an den Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen hervor. Demnach werden die Grundzüge des Gesetzes bis Ende dieses Jahres erarbeitet, in Kraft treten soll es Ende 2015.

Mehrere Dutzend Frauen, größtenteils Angehörige der Roma-Minderheit, haben im Jahr 2004 den Vorwurf der Zwangssterilisation erhoben. Eine offizielle Entschuldigung der Regierung erfolgte 2009, die Einführung einer gesetzlichen Entschädigung scheiterte jedoch mehrmals. Der Menschenrechtsausschuss der UNO kritisiert weiterhin die fortdauernde Diskriminierung der Roma-Minderheit in Tschechien, wie etwa die Abschiebung von Roma-Kindern in sogenannte „Sonderschulen“ sowie den Schweinemastbetrieb auf dem Gelände des früheren Konzentrationslagers im südböhmischen Lety.

Erneute Explosionen im Munitionslager in Vlachovice – Zwei Arbeiter weiter vermisst

Im tschechischen Munitionslager in der südostmährischen Gemeinde Vlachovice hat es in der Nacht zu Freitag zwei weitere Explosionen gegeben. Das Lager wurde nach einem riesigen Brand, den eine Explosionsserie auslöste, am Donnerstag komplett zerstört. Die Feuerwehr ist seitdem mit mehreren Einheiten vor Ort, aus Sicherheitsgründen aber konnte der ausgebrochene Brand nicht direkt bekämpft werden. Auch Pyrotechniker der Polizei waren noch nicht auf dem Lagergelände. Es gäbe dort noch jede Menge an heißer Munition, die noch nicht explodiert sei. Man müsse daher warten, bis sie sich abgekühlt habe, sagte eine Polizeisprecherin. Zwei Beschäftigte der Ostrauer Firma Imex Group, die das Lager vermietet, werden weiter vermisst. Die 56 und 59 Jahre alten Männer hätten sich zur Unglückszeit auf dem Gelände aufgehalten, bestätigt die Sprecherin.

In dem Lager wurde der Feuerwehr zufolge Infanterie- und Artillerie-Munition aufbewahrt. Mehrere Hundert Anwohner und die Schüler einer nahen Berufsschule wurden am Donnerstag in Sicherheit gebracht. Feldjäger und Polizei sperrten das Gelände und die Zufahrtsstraßen weiträumig ab. Die Druckwelle brachte der Agentur ČTK zufolge im nahe gelegenen Ortskern Fensterscheiben zum Bersten. Ein Hubschrauber der Armee überwacht kontinuierlich das in einem Tal gelegene Lager aus der Luft. Wie es zu dem Brand und der Explosionsserie kommen konnte, ist weiter unklar. Die Möglichkeiten reichten von einem Kabelbrand bis hin zu unsachgemäßem Umgang mit der Munition, sagte ein Sprengstoffexperte dem Tschechischen Rundfunk.

Schneesturm im Himalaya fordert 29 Menschenleben – unter den Vermissten sind 30 Tschechen

Bei einem der schlimmsten Unglücke in der Geschichte des Bergwanderns im Himalaya sind mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen. Ein plötzlicher Wintereinbruch hatte auch tiefere Lagen im Zentrum Nepals mit einer teils meterhohen Schneedecke bedeckt. Mindestens 150 Bergsteiger und Wanderer aus aller Welt waren von dem Schneesturm völlig überrascht worden, darunter auch zirka 30 Tschechen. Bisher sei es nicht gelungen, Kontakt zu ihnen aufzunehmen, sagte der tschechische Botschafter in Neu-Delhi, Miloslav Stašek, am Freitag im Tschechischen Fernsehen (ČT).

Laut dem Botschafter halten sich zurzeit rund 70 Tschechen im Himalaya auf, ungefähr 40 von ihnen seien wohlauf. Die übrigen 30 waren vermutlich auch auf der beliebten Trekking-Tour rund um den Achttausender Annapurna unterwegs, wo das Unglück passierte. Nach offiziellen Angaben sind unter den Verstorbenen zahlreiche Nepalesen sowie Menschen aus Kanada, Polen, Israel, der Slowakei, Indien und Vietnam. Die Angaben darüber, wie viele Menschen noch vermisst werden, variieren. Auch am zweiten Tag nach dem Sturm waren zahlreiche Helfer mit Helikoptern in dem abgelegenen Gebiet unterwegs, um nach den Eingeschneiten zu suchen. Insgesamt wurden nach Behördenangaben 133 Menschen gerettet.

Grund für den plötzlichen Schneesturm am Dienstag waren die Ausläufer des Zyklons „Hudhud“, der sich über dem Indischen Ozean gebildet hatte. Nach Recherchen der nepalesischen Zeitung „Kathmandu Post“ wurden nur Bergsteiger ganz im Westen des Landes darüber informiert, dass schlechtes Wetter heranziehe. Doch der Zyklon habe plötzlich seine Richtung geändert, sagte Suman Regmi, Chef des Wettervorhersage-Instituts, dem Blatt.

Präsident Zeman traf in Mailand mit Russlands Außenminister Lawrow zusammen

Am Rande des Europa-Asien-Gipfels in Mailand ist der tschechische Präsident Miloš Zeman am Donnerstag mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zusammengetroffen. Während ihrer 45-minütigen Begegnung hätten sich Zeman und Lawrow zum aktuellen Geschehen in der Welt ausgetauscht, unter anderem auch zur Krise in der Ukraine, sagte der Sprecher des Staatsoberhaupts, Jiří Ovčáček. An dem zweitägigen Gipfel, der am Donnerstag begann, nimmt auch der russische Präsident Wladimir Putin teil.

Hauptsächlicher Zweck des Gipfels ist es, in Gesprächen zu erörtern, auf welchen Gebieten die stärksten Ökonomien Europas und Asiens in Zukunft noch besser zusammenarbeiten könnten und welche möglichen bürokratischen Barrieren dazu noch beseitigt werden müssten. Präsident Zeman will die Gelegenheit ebenso zu formellen wie informellen Gesprächen mit Vertretern der Staaten nutzen, die von tschechischen Politikern im Rahmen der bilateralen Beziehungen nur selten besucht werden, wie zum Beispiel Neuseeland.

Streik der deutschen Lokführer betrifft Verbindungen aus und nach Tschechien

Der angekündigte Streik der deutschen Lokführer am Wochenende betrifft auch Verbindungen aus und nach Tschechien. Dies geht aus den Informationen der der Tschechischen Bahnen (ČD) hervor. Die Nachtzüge vom 17. auf den 18. Oktober aus Prag nach Berlin enden bereits in Dresden, der Nachtzug aus Zürich via Leipzig nach Prag fällt aus. Einschränkungen gibt es zudem bei den Verbindungen zwischen Litoměřice/Leitmeritz und Dresden, Liberec / Reichenberg und Dresden sowie Liberec und Zittau. Detaillierte Informationen gibt es auf der Website der Tschechischen Bahn: http://www.cd.cz/omezeniprovozu/mimoradnost.php?mimo=14293 Der Streik beginnt in der Nacht zum Samstag um 2 Uhr und soll bis 4 Uhr am Montag dauern.

Abschied von Pavel Landovský - Trauerfeier für den Schauspieler in Prag

Zahlreiche Gäste aus Politik und Kultur haben am Freitag Abschied von Pavel Landovský genommen. In der Kirche des Heiligen Ignác in Prag hatte die Öffentlichkeit am Freitagvormittag die Gelegenheit, dem Schauspieler, Dramatiker und früheren Dissidenten die letzte Ehre zu erweisen. Zahlreiche Gäste entzündeten Kerzen vor dem Sarg des Verstorbenen. Bei der anschließenden Trauerfeier für die Angehörigen und engsten Freunde sprachen unter anderem Karel Schwarzenberg sowie die Schauspieler Boleslav Polívka und Libuše Šafránková.

Pavel Landovský war vergangenen Freitag im Alter von 78 Jahren verstorben. Er gehörte zu den Gründern der Charta 77, deren Unterzeichner seit Ende der 1970er Jahre für mehr Bürgerrechte kämpften. Wegen seines Engagements erhielt Landovský in der damaligen sozialistischen Tschechoslowakei Berufsverbot und war mehrfach inhaftiert. 1978 siedelte er nach Wien über und wurde Ensemblemitglied des Burgtheaters. In sein Heimatland, das ihn ausbürgerte, kehrte Landovský erst nach der demokratischen Wende von 1989 zurück.

Das Wetter für Samstag, den 18. Oktober: überwiegend heiter, bis 18 Grad

Nach der Auflösung örtlicher Frühnebelfelder ist es am Samstag in Tschechien überwiegend leicht bedeckt bis heiter. Im Nordosten des Landes kann es zu vereinzelten Schauern kommen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 14 und 18 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 10 Grad Celsius erreicht.