Täglicher Nachrichtenüberblick

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ČSSD-Chef Sobotka erwägt personelle Veränderungen in seiner Partei auf kommunaler Ebene

Premier und Sozialdemokraten-Chef Bohuslav Sobotka erwägt den Austausch von Spitzenpolitikern seiner Partei auf kommunaler Ebene. Überall dort, wo die Sozialdemokraten (ČSSD) bei den jüngsten Kommunalwahlen nicht gewonnen haben und nun auf die Oppositionsbank müssen, solle eine Personalentscheidung für die Zukunft getroffen werden. Besonders bitter stoßen den Sozialdemokraten dabei die Wahlergebnisse in den mährischen Großstädten Ostrava / Ostrau und Brno / Brünn auf. In diesen Hochburgen der Partei droht jetzt, dass die Sozialdemokraten nicht an der exekutiven Politik der jeweiligen Stadtvertretung beteiligt sein werden. Die Wahlergebnisse der ČSSD in den großen Städten generell bezeichnete Sobotka als unbefriedigend. Dies dürfe man als einen Weckruf und wichtigen Moment für die traditionellen politischen Parteien betrachten, sagte Sobotka am Donnerstag im mittelböhmischen Poděbrady.

Brüssel fordert von Tschechien eine korrigierte Regelung beim Visarecht

Die Tschechische Republik hat von der Europäischen Kommission die Auflage erhalten, eine Regelung im Visarecht zu ändern. Es betrifft die Regelung des Einspruchsrechts, und zwar für den Fall, wenn Antragsteller gegen die Entscheidung des zuständigen Amtes, ein beantragtes Visum nicht auszustellen oder die Antragstellung für ungültig zu erklären, Einspruch einlegen wollen. Die Europäische Kommission beklagt hierbei, dass in dem Berufungsverfahren nicht der Zugang zu einem Gericht verankert ist. Dieselbe Veränderung im Visarecht müssen auch Estland, Polen und die Slowakei vornehmen, teilte die Kommission am Donnerstag mit. Die genannten vier Länder haben nun zwei Monate Zeit, eine entsprechende Maßnahme im Visarecht zu treffen. Andernfalls könne die Angelegenheit auch beim Europäischen Gerichtshof landen, hieß es.

Präsident Zeman nimmt am Europa-Asien-Gipfel teil

Präsident Miloš Zeman ist zum Europa-Asien-Gipfel abgereist, der an diesem Donnerstag in Mailand beginnt. Das tschechische Staatsoberhaupt trifft dort mit Spitzenvertretern der stärksten Ökonomien Asiens zusammen. Zeman will die Gelegenheit auch zu formellen wie informellen Gesprächen mit Vertretern der Staaten nutzen, die von tschechischen Politikern im Rahmen der bilateralen Beziehungen nur selten besucht werden, wie zum Beispiel Neuseeland.

Gericht schickt geistesgestörte Amokläuferin in Untersuchungshaft

Die Frau, die am Dienstag in Žďár nad Sázavou einen Schüler mit einem Messer getötet hat, wurde des Mordes und der Geiselnahme beschuldigt. Dafür droht ihr eine Haftstrafe von 15 bis 20 Jahren beziehungsweise die lebenslange Strafe. Das gab ein Sprecher der Kreisstaatsanwaltschaft in Brno / Brünn am Mittwoch bekannt. Ein Gericht in Jihlava / Iglau erklärte die Täterin für zurechnungsfähig und schickte sie am Mittwochabend in Untersuchungshaft.

Munitionslager in Ostmähren brennt nach Explosion – Zwei Vermisste

Eine Explosionsserie hat einen riesigen Brand in einem tschechischen Munitionslager entfacht. Zwei Menschen wurden in dem Inferno vermisst. Es handele sich um zwei jeweils 56 Jahre alte Männer, die sich auf dem Gelände aufgehalten hätten, teilte ein Polizeisprecher am Donnerstag mit. In dem Lager am Rande der südostmährischen Gemeinde Vlachovice wurde der Feuerwehr zufolge Infanterie- und Artillerie-Munition aufbewahrt. Mehrere Hundert Anwohner und die Schüler einer nahen Berufsschule wurden in Sicherheit gebracht. Feldjäger und Polizei sperrten das Gelände und die Zufahrtsstraßen weiträumig ab. Die Druckwelle brachte der Agentur ČTK zufolge im nahe gelegenen Ortskern Fensterscheiben zum Bersten. „Es war ein unglaublich gewaltiger, ohrenbetäubender Knall“, berichtete ein Augenzeuge im Internet. Die Feuerwehr war mit elf Einheiten vor Ort und rief die höchste Alarmstufe aus. Aus Sicherheitsgründen konnte der ausgebrochene Brand nicht direkt bekämpft werden. Ein Hubschrauber der Armee überwachte das in einem Tal gelegene Lager aus der Luft. Wie es zu dem Brand und der Explosionsserie kommen konnte, blieb zunächst unklar. Die Möglichkeiten reichten von einem Kabelbrand bis hin zu unsachgemäßem Umgang mit der Munition, sagte ein Sprengstoffexperte dem Tschechischen Rundfunk.

Wegen Hochhausbrand in Chodov werden 50 Menschen evakuiert

Wegen eines Brands in einem Hochhaus im nordwestböhmischen Chodov mussten rund 50 Menschen evakuiert werden, einige von ihnen über die Feuerwehrleiter. Die Evakuierung der Hausbewohner war eine Schutzmaßnahme, dennoch erlitten 17 Personen eine Rauchvergiftung und mussten in ein Krankenhaus gebracht werden, informierte der Sprecher der regionalen Feuerwehr-Leitstelle. Ersten Schätzungen zufolge liegt der am Hochhaus entstandene Schaden bei 4,5 Millionen Kronen (ca. 164.000 Euro).

Die evakuierten Personen wurden vorerst in den Räumen einer örtlichen Grundschule untergebracht. Aufgrund der Schäden und der starken Rauchentwicklung sei es zurzeit unmöglich in das 13-stöckige Gebäude zurückzukehren. Der Brand war im dritten Stock des Hochhauses ausgebrochen. Nach der Brandursache wird ermittelt.

Bombenfund legt zeitweilig Betrieb auf Flugplatz Pardubice still

Wegen des Fundes vierer Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg musste am Donnerstag der Betrieb auf dem Flugplatz in Pardubice / Pardubitz vorübergehend unterbrochen werden. Es handelte sich um Übungs-Fliegerbomben, von denen Feuerwehrleute und Pyrotechniker der Polizei schon in den vergangenen Tagen 14 Stück entdeckt hatten. Sie wurden unter Betonplatten gefunden. Es sind chemische Bomben, aus denen nach ihrem Einschlag farbiger Rauch aufsteigt. In diesem Fall werden ein sehr starkes Reizgas und andere starke Säuren freigesetzt. Beim Abtransport der Bomben mussten die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr deshalb in Schutzanzügen arbeiten.

Durch die streng gesicherten Bergungsarbeiten kam es zu Einschränkungen und Verspätungen im normalen Flugbetrieb. Am Donnerstag habe ein Linienflug dadurch eine einstündige Verspätung gehabt, sagte Flugplatz-Direktor Vít Málek.

Bestätigt: ČEZ erhält von Albanien 100 Millionen Euro Entschädigung

Der tschechische Energiekonzern ČEZ und Albanien haben ihre im Juni dieses Jahres getroffene Vergleichsvereinbarung dieser Tage offiziell bestätigt. Das unterzeichnete Dokument trat daher mit sofortiger Wirkung in Kraft. Der Vereinbarung zufolge erhält ČEZ bis zum Jahr 2018 in jährlichen Raten vom albanischen Staat eine Entschädigung in Höhe von 100 Millionen Euro. Die Summe entspricht in etwa der Startinvestition, die der tschechische Konzern in den Kauf des albanischen Energieversorgers Shpërndarje gesteckt hatte. Im Gegenzug dazu zieht ČEZ seine Klage gegen Albanien vor einem internationalen Schiedsgericht zurück, informierte die Sprecherin des Konzerns, Barbora Půlpánová, am Donnerstag.

Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung hat der tschechische Energiegigant seinen 76-prozentigen Aktienanteil an ČEZ Shpërndarje an den albanischen Staat zurückgegeben. Die albanische Regulierungsbehörde hatte der Niederlassung von ČEZ vor anderthalb Jahren wegen angeblicher Vertragsverletzungen die Lizenz entzogen. Daraufhin hatte ČEZ Klage bei einem internationalen Schiedsgericht eingereicht.

Zahl der Dollar-Millionäre in Tschechien wächst

Die Zahl der Dollar-Millionäre in Tschechien ist im vergangenen Jahr auf den neuen Rekordwert von 19.400 Personen gestiegen. Das ist um fast 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der privaten Anleger, die frei über mehr als eine Million US-Dollar verfügen, nimmt weltweit zu. Sie liegt bei 13,7 Millionen Personen. Es geht aus einem Bericht der Firmen Capgemini und RBC Walth Management hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

In Prag beginnt Lichtfestival „Signal 2014“

Am Donnerstagabend erfolgt in Prag der Auftakt zum zweiten Signal-Festival. Bis zum Sonntag werden im Rahmen des Festivals Projektionen mit Licht- und Klanginstallationen an Gebäuden im Stadtzentrum zu sehen sein. Viele davon sind interaktiv, das heißt die Zuschauer werden zur aktiven Teilnahme aufgefordert. Eröffnet wird das Programm durch eine Video-Mapping-Installation am Kinský-Palast auf dem Altstädter Ring. Der Eintritt zu allen Programmen ist kostenlos. Das erste Signal-Festival im vorigen Jahr war die meistbesuchte Kulturveranstaltung in Tschechien.

Fußball: Chovanec löst Ex-Teamkollegen Straka als Trainer von Slovan Bratislava ab

Der ehemalige Spieler und Coach von Sparta Prag und der tschechischen Fußball-Nationalmannschaft, Jozef Chovanec, ist neuer Trainer beim slowakischen Meister Slovan Bratislava. Das bestätigte der Vizepräsident der Donaustädter, Petr Kašpar, am Donnerstag. Der 54-jährige Chovanec löst damit den zwei Jahre älteren František Straka ab, der Slovan zur Meisterschaft und in die Europa League führte. In diesem Wettbewerb trifft Bratislava am kommenden Donnerstag auf den tschechischen Meister Sparta Prag, bei dem Chovanec und Straka in den 1980er Jahren gemeinsam gespielt haben. Pikanterweise auch noch nebeneinander in der Innenverteidigung des Traditionsvereins. Auf die zwei Begegnungen mit seinem Ex-Club freue er sich sehr. Aber so richtig emotional werde für ihn wohl erst das Rückspiel am 6. November an seiner alten Wirkungsstätte werden, sagte Chovanec am Donnerstag gegenüber Prager Medien.

Jozef Chovanec wurde als Spieler von Sparta Prag sechsmal tschechoslowakischer und zweimal tschechischer Meister. Während seines zweijährigen Engagements beim PSV Eindhoven (1989–1991) wurde er zudem niederländischer Meister. Als Trainer lenkte Chovanec drei Jahre lang die Geschicke der tschechischen Nationalmannschaft und trainierte im Jahr 2005 auch den russischen Verein Kuban Krasnodar.

Das Wetter am Freitag: bedeckt und regnerisch, bis 16 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien überwiegend bedeckt und regnerisch. Am Nachmittag geht die Bewölkung etwas zurück, es treten nur noch örtlich einzelne Schauer auf. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 12 und 16 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 9 Grad Celsius erreicht.