Täglicher Nachrichtenüberblick

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Weißes Pulver im Drohbrief für Präsident Zeman war nicht gefährlich

Das weiße Pulver im Drohbrief für Staatspräsident Miloš Zeman war nicht gefährlich. Dies hätten erste Analysen bewiesen, teilte Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) am Donnerstag mit. Der Brief mit weißem Pulver wurde am Mittwoch der Präsidentenkanzlei zugestellt. Eine Sendung gleichen Inhalts erhielt am Mittwoch auch das Regierungsamt. Das Gebäude wird darum nach Informationen des Tschechischen Fernsehens nun von Feuerwehrleuten kontrolliert.

Der Brief an Präsident Zeman war im Namen der Terrormiliz Islamischer Staat geschrieben. Der oder die Verfasser protestierten darin gegen die tschechische Militärhilfe für die Kurden im Nordirak. Zeman, der am Mittwoch zu Besuch im Kreis Zlín weilte, bezeichnete den Verfasser des Drohbriefs als einen „Verrückten“.

Als "Spitzel" bezeichnet - Kalousek muss sich doch nicht bei Ondráček entschuldigen

Der stellvertretende Parteichef von Top 09, Miroslav Kalousek, muss sich offenbar doch nicht bei dem Abgeordneten Zdeněk Ondráček (KSČM) entschuldigen, den er in einer Parlamentsdebatte im Juni als „kommunistischen Spitzel“ bezeichnet hat. Dies teilte die Vorsitzende des parlamentarischen Immunitätsausschusses, Miroslava Němcová (ODS), am Donnerstag nach der Sitzung des Abgeordnetenhauses mit. Ursprünglich hatte der Ausschuss eine Entschuldigung von Kalousek gefordert. Andernfalls hätte ihm eine Geldstrafe in der Höhe von bis zu einer Monatsdiät gedroht. Kalousek argumentierte am Donnerstag vor den Abgeordneten, dass der Begriff „Spitzel“ (fízlové) keine Pöbelei darstelle. Vielmehr handele es sich um einen im Tschechischen geläufigen Ausdruck für die Vertreter des kommunistischen Regimes bis 1989. Ondráček, der heute für die kommunistische Partei KSČM im Parlament sitzt, war vor der politischen Wende als Bereitsschaftspolizist für das Korps für Nationale Sicherheit (SNB) tätig und im Jahr 1989 bei regimekritischen Demonstrationen im Einsatz.

Tschechischer Außenminister spricht mit Kerry über Islamischen Staat und Ukraine

Der tschechische Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) ist am Rande der Tagung der UN-Vollversammlung in New York mit US-Außenminister John Kerry zusammengetroffen. Das Thema des Gesprächs war die Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und die Situation in der Ukraine. Dies teilte das tschechische Außenministerium am Donnerstag mit. Zaorálek erklärte, die US-Amerikaner seien über die tschechische Hilfe für die kurdische Regionalregierung informiert. Er habe sich mit Kerry zudem mit der Strategie und den politischen Zielen des Kampfes gegen den Islamischen Staat befasst, so der tschechische Außenminister. Auch im Zusammenhang mit der Ukraine sprachen die beiden Außenminister über eine langfristige Strategie sowie über die Notwendigkeit, eine drohende humanitäre Krise in den kommenden Wintermonaten zu verhindern.

Tschechien entsendet 12 zusätzliche Wirtschaftsdiplomaten

Tschechien verstärkt seine Auslandsvertretungen im kommenden Jahr mit 12 zusätzlichen Wirtschaftsdiplomaten. Dies teilte der Staatssekretär für europäische Angelegenheiten, Tomáš Prouza, am Donnerstag mit. Getroffen haben die Entscheidung die Mitglieder einer Arbeitsgruppe zur Beobachtung der Wirtschaftssanktionen. Diese wurde als Reaktion auf die Ukraine-Krise im August beim Regierungsamt eingerichtet. Bis November werde festgelegt, in welche Länder die Diplomaten entsandt werden, so Prouza weiter. Als wahrscheinlich gelten der südamerikanische Raum sowie Mittelasien und weitere postsowjetische Staaten.

Schiedsgericht beendet Streit zwischen Hauptstadt Prag und Baufirma

Das Schiedsgericht hat am Mittwoch den Streit der Hauptstadt Prag mit der Baufirma Metrostav beendet. Der Streit betraf nicht bezahlte Rechnungen für den Bau des Tunnels Blanka. Das Schiedsgericht entschied, dass die Hauptstadt der Firma die letzte ausstehende Summe von einer Milliarde Kronen (35,7 Millionen Euro) bezahlen muss. Der Stadtrat sowie die Baufirma begrüßten die Entscheidung des Gerichts.

Nationalbank belässt Leitzins auf Rekordtief

Die Tschechische Nationalbank belässt den Leitzins weiterhin auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent, wie ein Sprecher am Donnerstag nach der Sitzung des Bankrates bekanntgab. Die Währungshüter setzen außerdem ihre Interventionen auf dem Devisenmarkt fort und wollen den Wechselkurs bei 27 Kronen zu einem Euro halten. Der niedrige Leitzins besteht nun schon seit zwei Jahren. Mit den Deviseninterventionen hat die Nationalbank im November 2013 begonnen. Sie sollen bis ins Jahr 2016 fortgesetzt werden.

EU genehmigt AGIP-Übernahme durch ungarischen Konzern

Die EU-Kommission genehmigt der ungarischen Firma Mol die Übernahme des Energiekonzerns ENI in Tschechien, Rumänien und der Slowakei. Nach einer Mitteilung der Kommission vom Donnerstag bestehen keine Bedenken, dass es durch den Kauf zu einer Monopolsituation auf dem Energiemarkt kommen könnte. Die Übernahme der ENI wurde im Mai bekanntgegeben, Mol erwirbt damit in Tschechien 208 AGIP-Tankstellen. Insgesamt betreibt der Energiekonzern Mol in 11 Ländern über 2.000 Tankstellen, die meisten davon in Mittel- und Südosteuropa. Die Mol-Gruppe ist in über 40 Ländern weltweit aktiv und beschäftigt fast 29.000 Mitarbeiter.

In Tiflis wird Václav-Havel-Denkmal errichtet

In der georgischen Hauptstadt Tiflis soll im Frühjahr 2015 ein Václav-Havel-Denkmal errichtet werden. Der Grundstein für das Denkmal steht im Stadtteil Vake, wo bereits im vergangenen Jahr ein Park nach dem tschechischen Präsidenten und Dramatiker benannt wurde. Dies teilte der Sprecher des sechsten Prager Stadtbezirks, Adam Halmoši, am Mittwoch mit. Die Vertreter von Prag 6 besuchten am Dienstag ihre Partnerstadt Tiflis. Die Bürgermeisterin des sechsten Prager Stadtbezirks, Marie Kousalíková, brachte dem Bürgermeister von Vake, Giwi Tschitschinadse, ein Geschenk von Dagmar Havlová – ein Glasherz mit der Unterschrift von Václav Havel.

Retrospektive für Regisseur František Vláčil beginnt

In Prag beginnt am Donnerstag eine dreitägige Retrospektive über den Regisseur František Vláčil, der dieses Jahr 90 Jahre alt geworden wäre. Das Kino Biograf Ořechovka zeigt die bekanntesten Werke des Regisseurs und Drehbuchautors, darunter auch das Historiendrama Marketa Lazarová aus dem Jahr 1967. Der Film, der auf einem Buch von Vladislav Vančura basiert, wurde von Kritikern 1998 zum bedeutendsten Film der tschechischen Filmgeschichte gewählt. Das Programm der Retrospektive wird durch Vorträge und eine kleine Ausstellung über Vláčil ergänzt.

Tennis: Kvitová erreicht in Wuhan das Halbfinale

Die tschechische Tennisspielerin Petra Kvitová hat zum fünften Mal in der Saison bei einem Turnier das Halbfinale erreicht. Die zweifache Wimbledon-Siegerin bezwang im Viertelfinale des Turniers im chinesischen Wuhan am Donnerstag Caroline Garcia aus Frankreich mit 6:3 und 6:4. Im Halbfinale trifft Kvitová auf Elina Switolina aus der Ukraine, die Angelique Kerber aus Deutschland besiegte.

Das Wetter am Freitag, den 26. September: bedeckt, bis 17 Grad

Am Freitag wird es in Tschechien bewölkt und wechselhaft. Vor allem im Norden und Nordosten sind örtliche Schauer möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 13 bis 17 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden 8 Grad Celsius erreicht.