Täglicher Nachrichtenüberblick

r_2100x1400_radio_praha.png
0:00
/
0:00

Zeman lobt Erfolge der tschechischen Außenpolitik

Präsident Miloš Zeman hat eine Rede auf der Jahrestagung der tschechischen Botschafter am Dienstag in Prag gehalten. Er hob darin Erfolge der tschechischen Außenpolitik hervor. Die Vereinigung der auswärtigen Politik der Burg, der Regierung und des Außenministeriums habe zu einer Stärkung der Position Tschechiens in der EU geführt, so Zeman. Er lobte auch die realistische und pragmatische Politik gegenüber China, die Tschechien seit Neuestem betreibe. Ähnlich sollten auch Beziehungen mit den Ländern Mittelasiens gestaltet werden, meint Zeman. Vor dem Hintergrund der Ereignisse im Irak warnte der Staatspräsident zudem vor der Gefahr des islamischen Terrorismus. Die Nato sollte gegen terroristische Stützpunkte auf jedem Gebiet eingreifen, erklärte Zeman.

EU-Kommission und die Tschechische Republik schließen Partnerschaftsvertrag

Die EU-Kommission und die Tschechische Republik haben einen Partnerschaftsvertrag geschlossen. Auf Grund des Vertrags können bis 2020 insgesamt 22 Milliarden Euro aus den Kohäsionsfonds der EU hierzulande investiert werden. Tschechien gewinnt zudem Zuschüsse in Höhe von zwei Milliarden Euro, die auf Förderung des ländlichen Raums bestimmt sind, und 31 Millionen Euro im Rahmen der Fischereiförderung. Über die Vertragsschließung informierte die Presseabteilung der Kommission am Dienstag. Premier Bohuslav Sobotka begrüßte den Schritt in einer Presseerklärung. Der Vertrag ist ein grundliegendes Dokument, in dem die Nutzung der EU-Fördergelder in den nächsten Jahren definiert wird. Über den Vertrag wurden seit längerem Verhandlungen geführt, die EU-Kommission äußerte zahlreiche Vorwürfe gegen die früheren Vorschläge. Die endgültige Version wurde von der tschechischen Regierung Ende Juli gebilligt.

Autobahnverbindung zwischen Tschechien und Österreich: im Jahr 2021

Die Autobahnverbindung zwischen Tschechien und Österreich soll 2021 zur Verfügung stehen. Das gaben der tschechische Verkehrsminister Antonín Prachař und der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer nach ihrem Treffen am Dienstag in Prag bekannt. Die Eisenbahnverbindung zwischen Prag, Budweis und Linz war ein weiteres Gesprächsthema der Politiker. Die Modernisierung des Eisenbahnkorridors zwischen Prag und Budweis soll im Jahr 2018 vollendet werden. Danach würden Bauarbeiten an der Strecke nach Summerau gestartet, erklärte Pühringer.

Zentrale Kommission erörtert Schutz vor möglichem Auftreten des Ebola-Virus

Die zentrale Kommission für Epidemiologie in Prag hat am Dienstag erörtert, inwieweit die Tschechische Republik auf die mögliche Einschleppung des Ebola-Virus vorbereitet sei. Mit dem blutigen Fieber wurde bisher kein tschechischer Bürger angesteckt. Falls solch ein Fall auftreten sollte, dann würde dieser Ebola-Patient unter Quarantäne im Prager Krankenhaus Na Bulovce behandelt. Eine zweite und zudem top-vorbereitete Behandlungsstätte wäre das Zentrum für biologischen Schutz des hiesigen Verteidigungsministeriums im ostböhmischen Těchonín. In dieser modernen Einrichtung könnten theoretisch auch Ebola-Patienten aus anderen Ländern behandelt werden. Dies lehne er jedoch kategorisch ab, sagte dazu der tschechische Gesundheitsminister Svatopluk Němeček.

Zur Bekämpfung gefährlicher Infektionskrankheiten ist die Klinik in Těchonín in den Jahren von 2002 bis 2006 umfassend modernisiert worden. Sie sei darauf vorbereitet, Patienten mit den außergewöhnlichsten Erkrankungen aufzunehmen, erklärte der Direktor der Abteilung für biologischen Schutz, Michal Kroča, unlängst vor Journalisten.

Jury veröffentlicht drei Finalisten des Václav-Havel-Preises für Menschenrechte

In Prag wurden am Dienstag drei Finalisten vorgestellt, die für die Verleihung des diesjährigen internationalen Václav-Havel-Preises für Menschenrechte von einer Kommission ausgewählt wurden. Unter ihnen sind die israelische Menschenrechtsorganisation B‘Tselem, der Jesuitenflüchtlingsdienst auf Malta und der aserbaidschanische Menschenrechtskämpfer Anar Mammadli. Der Preis wird seit dem letzten Jahr von der Parlamentsversammlung des Europarates verliehen. Der diesjährige Gewinner wird bei der Sitzung der Parlamentsversammlung in Straßburg Ende September bekannt gegeben.

Der Václav-Havel-Preis soll alljährlich an Einzelpersonen und Vereine für ihre besonderen Leistungen auf dem Gebiet der Menschenrechte verliehen werden. Der Preisträger erhält neben einer Urkunde auch eine Belohnung in Höhe von 60.000 Euro.

Bodenpreise in Tschechien steigen

Die Bodenpreise in Tschechien steigen stetig. Laut Angaben des Landwirtschaftsministeriums hat der Marktpreis im vergangenen Jahr die Marke von 11 Kronen pro Quadratmeter geknackt. Trotzdem liegen sie immer noch weit unter dem Preisniveau der alten EU-Mitgliedsländer. Die meisten Bauern in Tschechien – zirka 75 Prozent – wirtschaften auf gepachteten Agrargrundstücken. Tschechien liegt beim Anteil des gepachteten Agrarbodens auf dem zweiten Platz in Europa. Den ersten Platz belegt die Slowakei. Ebenso wie der Verkaufspreis hat sich zuletzt auch der Pachtzins bei Grundstücken erhöht. Im vergangenen Jahr ist er um rund zehn Prozent gestiegen und liegt derzeit bei durchschnittlich 1700 Kronen (ca. 60 Euro) pro Hektar. Die Preissteigerung geht auf ein immer geringeres Angebot von freien Grundstücken und Agrarflächen zurück. Das gesamte Ausmaß der tschechischen Landwirtschaftsflächen liegt zurzeit bei ungefähr 3,5 Millionen Hektar, das ist um 290.000 Hektar weniger als im Jahr 1966. Der Rückgang ist eine Folge der Bebauung und Bewaldung des Landwirtschaftsbodens.

Tschechen kaufen Fair-Trade-Produkte im Rekordwert von 174 Millionen Kronen

In Tschechien wurden im vergangenen Jahr Fair-Trade-Produkte im Gesamtwert von 174 Millionen Kronen (6,2 Millionen Euro) verkauft. Das gab die Gesellschaft Fairtrade ČS auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Prag bekannt. Noch im Jahr 2005 lag dabei der Wert der verkauften Erzeugnisse mit der Marke Fair Trade bei nur drei Millionen Kronen (107 Tausend Euro). Für die massive Entwicklung sei eine Marktstrukturänderung von großer Bedeutung, führte die Direktorin von Fairtrade ČS, Hana Chorváthová, vor Journalisten an. Die Fair-Trade-Produkte seien zunächst ausschließlich in spezialisierten Läden mit Biolebensmitteln verkauft worden. Nun würden sie auch von Supermärkten und Caféketten angeboten. Das meistgefragte Produkt unter den Fair-Trade-Produkten war Kaffee. In Tschechien wurden im letzten Jahr 142 Tonnen Kaffeebohnen im Gesamtwert von 100 Millionen Kronen (3,6 Millionen Euro) verkauft. Das entspricht 14 Millionen Tassen Kaffee.

Tschechische Archäologen untersuchen Eisernen Vorhang

Der ehemalige Eiserne Vorhang wird 25 Jahre nach der Wende in Osteuropa zum Forschungsgegenstand von Archäologen. Die einst scharf bewachte Staatsgrenze zwischen der damaligen Tschechoslowakei und der Bundesrepublik Deutschland habe Spuren in der Landschaft und zahlreiche Überreste hinterlassen, teilte eine neue Forschungsgruppe der Universität Pilsen und der Universität von Amsterdam am Dienstag mit. Die archäologischen Zeugnisse gäben in ungewöhnlich deutlicher Weise Auskunft über das frühere totalitäre Regime, sagte der Leiter der Grabungen im westböhmischen Bezirk Tachov, Pavel Vařeka. Neben der Grenzanlagen stehen auch heute verlassene Dörfer im ehemaligen Sperrgürtel im Fokus der Forscher.

Polizei verhaftet fünf Personen nach Herstellung von Pervitin in Prag

Die Polizei hat die fünf Personen einer mutmaßlichen Drogenbande in Prag festgenommen. Die Verdächtigen wurden auf frischer Tat geschnappt, als sie gerade nach 16-stündiger Produktion 1,5 Kilogramm Pervitin hergestellt hatten. Das weiße Metamphetamin, in Deutschland besser bekannt als Crystal Meth, sollte ihnen auf dem Schwarzmarkt einen Erlös von rund sechs Millionen Kronen (ca. 215.000 Euro) einbringen. Die Drogenküche, in der die Bande gefasst wurde, befand sich im Prager Stadtteil Lipence. Das Quintett wird nun der illegalen Herstellung von Drogen beschuldigt, jedem von ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Bei zwei Verdächtigen könnte sich das Strafmaß sogar bis auf 12 Jahre erhöhen, sagte der Sprecher der Prager Polizei am Montag.

Angriff in Prag: Frau wurde mit Säure übergossen

Ein unbekannter Täter hat am Dienstagmorgen eine 50-jährige Frau in Prag mit Säure übergossen. Die Frau wurde mit schweren Verätzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei fahndet nach dem Angreifer, teilte ein Polizeisprecher mit.

Ermittlungen zu Absturz von Sportflugzeug können Monate dauern

Die Ermittlungen zum Absturz eines kleinen Sportflugzeuges im Böhmerwald, bei dem am Samstag der deutsche Pilot getötet wurde, könnten sich über einige Monate erstrecken. Bis zum Ende der Woche werden Spezialkräfte der Feuerwehr das Wrack der zerstörten Maschine zur Untersuchung der Unfallursache in ein dafür zuständiges Prager Institut bringen. Das Institut habe die Ermittlungen in dem Fall bereits aufgenommen, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Der beim Absturz tödlich verunglückte Pilot des Sportflugzeugs ist ein 38-jähriger Deutscher.

Das Flugzeug war am Samstag im bayerischen Passau gestartet und sollte nach Dresden fliegen. Aus noch ungeklärter Ursache ist es jedoch im Böhmerwald unweit der Ortschaft Modrava abgestürzt. Die Polizei hat bisher noch keine Zeugen des Unglücks. Als die Verbindung zur Maschine verschwunden war, haben deutsche und tschechische Polizeikräfte nach ihr gesucht. Die Tschechen vermuteten sie zunächst in Nordböhmen, am Sonntagmittag aber wurde sie von einem Militärhubschrauber aus im Böhmerwald entdeckt. Der Pilot konnte nur noch tot geborgen werden, die angeordnete Obduktion der Leiche wird in Tschechien vorgenommen, informierte die Polizeisprecherin. Zur Unfallzeit herrschten keine extremen Witterungsverhältnisse, es gab jedoch ständig wechselnde Luftbewegungen mit Schauern, leichtem Regen und Sonne, hieß es.

Fußball: Tschechien startet mit zwei Bundesligaprofis in EM-Qualifikation

Mit zwei Neulingen und dem wiedergenesenen Mittelfeldspieler Václav Pilař im Kader startet die tschechische Fußball-Nationalmannschaft in zwei Wochen in die EM-Qualifikation. Das verriet Nationaltrainer Pavel Vrba am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Prag, bei der er das Aufgebot seiner Mannschaft für die bevorstehenden zwei Länderspiele bekanntgab. Dies sind ein Testspiel gegen die USA und die Auftaktpartie zur EM-Qualifikation gegen die Niederlande, die am 3. und 9. September jeweils in Prag ausgetragen werden. Als wichtigste Stützen des tschechischen Teams reisen Torwart Petr Čech und Kapitän Tomáš Rosický aus London an. Im bisher 20-köpfigen Aufgebot der Nationalmannschaft sind mit Vladimír Darida (Freiburg) und Petr Jiráček (Hamburg) auch zwei Profis aus der deutschen Bundesliga.

US Open: Šafářová erste Tschechin in Runde zwei – Štěpánek strauchelt

Zum Auftakt der US Open in New York hat sich die tschechische Tennisspielerin Lucie Šafářová am Montag in zwei Sätzen mit 6:4 und 7:5 gegen die Ungarin Timea Babos behauptet. Die an Nummer 14 gesetzte Šafářová, die zweifache Fed-Cup-Siegerin ist, brauchte 104 Minuten für ihren Einzug in die zweite Runde. In dieser trifft sie am Mittwoch auf die Chinesin Zheng Saisai.

Überraschend schon in Runde eins ausgeschieden ist dagegen der tschechische Routinier und Davis-Cup-Spieler Radek Štěpánek. Der 35-Jährige unterlag am Montag dem deutschen Qualifikanten Matthias Bachinger in drei Sätzen mit 3:6, 2:6 und 2:6.