Täglicher Nachrichtenüberblick

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Tschechien hofft auf Dialog zwischen Russland und der Ukraine

Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka glaubt nach eigenen Worten nicht an eine kurzfristige Lösung im Ukraine-Konflikt. Die politische und wirtschaftliche Lage in der Ukraine lasse sich langfristig nicht ohne eine Einigung zwischen der Ukraine und Russland stabilisieren, sagte der Sozialdemokrat am Montag auf der Jahrestagung der tschechischen Botschafter in Prag. Eine Ausweitung der Sanktionen zwischen der Europäischen Union und Russland sei nicht im Interesse seines Landes, betonte Sobotka gegenüber der Presseagentur ČTK. Er forderte die Botschafter auf, bei der Suche nach alternativen Absatzmärkten für von Sanktionen betroffene Betriebe zu helfen.

Die regelmäßige Jahreskonferenz der tschechischen Botschafter und Leiter der Konsular-Abteilungen ist am Vormittag im Auswärtigen Amt in Prag im Beisein von Premier Sobotka und Außenminister Lubomír Zaorálek eröffnet worden. Es sei das außenpolitische Ziel der Regierung Sobotka, die so genannte Wirtschaftsdiplomatie zu stärken, hieß es. Während des fünftägigen Diplomaten-Treffens sollen dabei vorrangig Lösungen erörtert werden, wie die gegenwärtigen Exportausfälle nach Russland kompensiert werden können.

Regierung Sobotka will Soldaten weiter in Mali und Afghanistan einsetzen

Die Tschechische Republik sollte sich auch in den Jahren 2015 und 2016 an der militärischen Mission in Mali beteiligen. Zudem werde sie ihren Beitrag zum Schutz des Luftraums der Nato-Länder leisten, und sie sollte sich bei einer Mission zum Aufbau in Afghanistan einbringen. Diese Vorschläge seiner Regierung unterbreitete Ministerpräsident Sobotka den führenden Diplomaten des Landes am Montag auf ihrer Jahrestagung in Prag. Nach Aussage des Premiers werde er diesen Plan zum Einsatz tschechischer Soldaten im Ausland bis Ende des Jahres auch im Parlament vorlegen. Außenminister Zaorálek wiederum betonte, dass die Teilnahme an diesen Missionen ein klares politisches Ziel haben müsse.

Tschechien plant wegen Russland-Sanktionen Kurzarbeit

Wegen der negativen Auswirkungen der russischen Sanktionen erwägt Tschechien die beschleunigte Einführung von Kurzarbeit nach deutschem Vorbild. Das sei eine Lösung, über die lebhaft nachgedacht werde, bestätigte Regierungssprecher Martin Ayrer am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Das Kabinett von Ministerpräsident Bohuslav Sobotka werde sich noch in dieser Woche mit den Empfehlungen einer Expertengruppe befassen. Bei Kurzarbeit soll der Staat künftig den Verdienstausfall zum Teil abgelten.

Unternehmerverbände und Gewerkschaften signalisierten Unterstützung. Als Antwort auf EU-Sanktionen im Ukrainekonflikt hat Russland seine Einfuhren aus EU-Staaten beschränkt. Von den wechselseitigen Sanktionen sind nach eigenen Angaben mehrere tschechische Lebensmittelhersteller und ein Drohnenzulieferer betroffen. Die Maßnahmen zur Exporthilfe, auf die sich Wirtschaftsvertreter verständigt haben, werden dem Staat einige hundert Millionen Kronen kosten, sagte der Staatssekretär für europäische Angelegenheiten, Tomáš Prouza, am Montag nach den Verhandlungen der Expertengruppe.

Vertrauen in tschechische Wirtschaft nimmt wieder zu

Das Vertrauen in die tschechische Wirtschaft ist im August leicht gewachsen. Der Kennziffer-Wert, nach dem das Vertrauen beurteilt wird, ist gegenüber Juli um 0,4 Punkte auf nunmehr 8 Punkte gestiegen. Das Vertrauen sei indes nur bei den Firmen, nicht aber unter den Verbrauchern gewachsen, informierte das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Montag. Unter den Unternehmern habe das Vertrauen besonders im Bau-, im Dienstleistungs- und im Industriebereich zugenommen, bei den Vertretern des Handels sei es indes gesunken. Für die verbesserte Stimmung sorge in erster Linie der ökonomische Aufschwung, der in nahezu allen Zweigen spürbar sei, sagte der Analyst des Finanzunternehmens Home Credit, Michal Kozub.

Presse: Konzern ČEZ will Enel-Anteil an Slowakischen E-Werken kaufen

Der Energiekonzern ČEZ hegt die Absicht, die Zwei-Drittel-Aktienmehrheit an den Slowakischen Elektrizitätswerken (SE) zu übernehmen, die die italienische Energy Group Enel zum Verkauf anbietet. Das schrieb das italienische Finanzblatt Il Sole 24 Ore am Montag. Bereits in den nächsten Tagen will ČEZ ein entsprechendes Angebot abgeben, sagte die Sprecherin des Konzerns, Barbora Půlpánová, am Montag der Presseagentur ČTK. Es sei jedoch verfrüht, über weitere Einzelheiten zu debattieren, so Půlpánová. Auch das Mitglied des ČEZ-Vorstandes, Pavel Cyrani. bestätigte die Verhandlungen mit Enel.

Staat investiert nächstes Jahr 3,4 Milliarden Euro in Verkehrsbauten

Insgesamt 95 Milliarden Kronen (3,4 Milliarden Euro) sollen im kommenden Jahr in Verkehrsbauten in Tschechien investiert werden. Wie das Tschechische Fernsehen am Sonntag berichtete, sei diese Summe im Haushaltsentwurf des Staatlichen Fonds für Verkehrsinfrastruktur verankert. Der Finanzstrategie zufolge sollen die Verkehrsinvestitionen auch für die Jahre 2016 und 2017 konstant hoch bleiben – die Jahresausgaben sollen jeweils nicht unter 90 Milliarden Kronen sinken.

Finanzministerium: Zahl neuer Bausparverträge stieg um 50 Prozent

Der rückläufige Trend des Bausparens in Tschechien wurde vorerst gestoppt. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden nahezu 280.000 neue Bausparverträge abgeschlossen, das sind um 50 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das geht aus den Daten hervor, die das Finanzministerium in Prag am Montag veröffentlicht hat.

Die durchschnittliche Bausparsumme, die in den neuen Verträgen vereinbart wurde, ist allerdings schon nicht mehr so hoch wie im Jahr zuvor. Sie liegt um 47.000 Kronen (ca. 1700 Euro) unter dem Betrag von 2013 und weist jetzt die durchschnittliche Summe von 326.000 Kronen (ca. 11.700 Euro) aus. Viele Kleinanleger lassen sich aber die Möglichkeit offen, ihre Bausparsumme gegebenenfalls noch erhöhen zu können.

Diamond-League: zweiter Platz für Špotáková, dritter Platz für Rosolová

Die tschechische Speerwerferin Barbora Špotáková hat am Sonntag beim Diamond-League-Meeting in Birmingham den zweiten Platz belegt. Mit ihrer Bestweite von 62,89 Metern wurde sie erstmals in dieser Saison in einem Wettkampf bezwungen, und zwar von der Kanadierin Elizabeht Gleadle, die 1,60 Meter weiter warf. Dennoch behielt die Europameisterin ihre führende Position in der Diamond-League-Gesamtwertung der Speerwurf-Disziplin inne. Auch Denisa Rosolová hat in Birmingham eine Podiumsplatzierung erreicht. Im Rennen über 400 Meter Hürden belegte sie den dritten Platz hinter Kaliese Spencer aus Jamaika und Eilidh Child aus Großbritannien.

Basketball: Tschechien siegt in EM-Qualifikation gegen Portugal

Die tschechischen Basketballspieler haben in der Qualifikation zur Europameisterschaft den vierten Sieg von fünf Begegnungen erreicht. Am Sonntagabend besiegten sie in Gondomar das Team Portugals mit 75:61. Trotzdem ist ihre Teilnahme an den Titelkämpfen noch nicht sicher. Darüber wird bei dem Schlussspiel gegen Ungarn entschieden.

Kälteschock: Bodenfröste im Böhmerwald und im Isergebirge

In einigen Bergregionen Tschechiens wurden in der Nacht zu Montag wiederholt Bodenfröste im für die Jahreszeit zu kalten Monat August festgestellt. An der Wetterstation Horská Kvilda im Böhmerwald wurden dabei minus 4,2 Grad Celsius gemessen, und auch im Isergebirge fiel die Quecksilbersäule unter den Gefrierpunkt. An der Wetterstation Jizerka zeigte das Thermometer minus 2,8 Grad Celsius an. Neue Kälterekorde für einen 25. August wurden gleich an 42 Wetterstationen registriert, an denen seit mindestens 30 Jahren gemessen wird. Bis zum Ende der Woche rechne man indes nicht mehr mit solch kalten Nächten, sagten Vertreter des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts (ČHMÚ) am Montag.

Das Wetter am Dienstag: bedeckt, Regen, bis 16 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien überwiegend bedeckt und regnerisch. Erst am Nachmittag lassen die Niederschläge allmählich nach, die Regenwolken werden durch örtliche Schauer ersetzt. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei nur 12 bis 16 Grad Celsius, im Süden des Landes kann es aber auch 19 Grad warm werden. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 10 Grad Celsius erreicht, mit Ausnahme des Böhmerwaldes, wo auch 13 Grad möglich sind.