Täglicher Nachrichtenüberblick

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Prague Pride: 17.000 Teilnehmer beim Umzug durch die Prager Innenstadt

Am Umzug der Prague Pride durch die tschechische Hauptstadt haben am Samstag etwa 17.000 Menschen teilgenommen. Mittags versammelten sich die Teilnehmer im Stadtzentrum von Prag, um gegen die Diskrimination homo-, bi- oder transsexueller Menschen (LGTB) zu demonstrieren. Der Umzug führte vom Wenzelsplatz zum Letná-Park auf der Kleinseite, wo am Abend ein Musik- und Unterhaltungsprogramm stattfindet. Angeführt wurde der Umzug von einer Menschengruppe, die Karikaturen Wladimir Putins in den Händen hielten. Das Festivals möchte dieses Jahr insbesondere Homosexuelle in Osteuropa unterstützen. Laut Polizeiangaben wurden elf Gegendemonstranten und potentielle Störer vorübergehend festgenommen, insgesamt sei der Umzug aber friedlich verlaufen. An einer zeitgleich stattfindenden Gegenveranstaltung der Nachwuchsorganisation der Christdemokraten (KDU-ČSL) nahm auch der Vorsitzende der Partei und Vizepremier, Pavel Bělohradek, teil. Das Festival Prague Pride geht am Sonntag nach einer Woche zu Ende.

Zeman: Veto gegen Beamtengesetz ist sehr wahrscheinlich

Staatspräsident Miloš Zeman hat verlauten lassen, dass er das sogenannte Beamtengesetz in seiner jetzigen Form höchstwahrscheinlich nicht unterzeichnen werde. Dies gab der Sprecher des Präsidenten, Jiří Ovčáček, bekannt. Vergangene Woche hatte sich die Regierungskoalition mit den Oppositionsparteien ODS und Top 09 über einen Kompromiss geeinigt. Demnach sollen künftig in den Ministerien jeweils ein fachlicher Staatssekretär und ein politischer einen Aufgabenbereich gemeinsam verwalten. Zeman bezeichnete die politischen Staatssekretäre daraufhin als „Taugenichtse“. Um das Beamtengesetz wird in Prag seit Monaten gerungen. Es soll Korruption und Vetternwirtschaft in den Staatsministerien verhindern. Tschechien ist das einzige Land der EU, in dem bislang eine gesetzliche Regelung dafür fehlt.

Tschechischer Nationalist kämpft auf pro-russischer Seite in der Ukraine

Im Bürgerkrieg zwischen der ukrainischen Armee und pro-russischen Separatisten im Osten des Landes kämpfen vereinzelt auch Ausländer – unter ihnen befindet sich offenbar mindestens ein Tscheche. Wie die deutsche Presseagentur dpa meldete, kommen die Freiwilligen auf Seiten der Aufständischen überwiegend aus dem rechtsradikalen und nationalistischen Spektrum aus Ländern in Ost- und Südosteuropa. Tschechische Medien hatten bereits im Juni über den Sportlehrer Ivo Stejskal aus Brünn /Brno berichtet, nachdem sich dieser im russischen Fernsehen mit seinem Einsatz für die pro-russischen Separatisten gebrüstet hatte. Dem tschechischen Geheimdienst BIS liegen nach eigenen Angaben keine Informationen über weitere Kämpfer in der Ukraine vor. Tschechischen Staatsbürgern ist es gesetzlich verboten, in Armeen außerhalb der Nato zu kämpfen. Bei einem Verstoß drohen mehrjährige Haftstrafen.

In dem Konflikt kämpfen die Aufständischen seit Monaten für eine Loslösung ihrer selbst ernannten «Volksrepubliken» Donezk und Lugansk von der Ukraine. Die Führung in Kiew, die Nato und westliche Staaten werfen Russland vor, die Separatisten mit Waffen zu unterstützen.

Zahl der Drogenabhängigen in Prag steigt

Im kommenden Jahr wird die Zahl der Drogenabhängigen in Prag auf 16.000 Personen anwachsen. Dies prognostizieren die Autoren des jährlich erscheinenden Berichts der Prager Anti-Drogen-Polizei. Damit verbunden sei auch ein steigende Anzahl an Arbeits- sowie Obdachlosen, mehr und mehr Abhängige werden zudem mit weiteren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben. Der Anstieg dürfte zu vermehrten Kosten in der Drogenbekämpfung führen. Prag gibt in laufenden Jahr umgerechnet über zwei Millionen Euro für Hilfs- sowie Präventionsmaßnahmen aus.

Die Autoren des Bericht bemängelten weiterhin, dass es in Prag zu wenig Hilfseinrichtungen für Abhängige gebe. Zwar habe die Stadt die Einrichtung geeigneter Kontaktzentren und Notunterkünfte in den 57 Stadtteilen verlangt, diese seien den Anforderungen jedoch bislang kaum nachgekommen.

Nato-Luftübungen für September angekündigt

1 400 Soldaten aus zwölf Nato-Mitgliedsstaaten kommen im September für militärische Luftübungen in Tschechien zusammen. Dies gab der Generalstab der Nato am Freitag bekannt. Bei dem Training unter dem Namen „Ample Strike 2014“ sollen 30 Flugzeuge und Hubschrauber, darunter auch F-16 Kampfjets und Gripen-Maschinen, sowie 50 Bodenfahrzeuge eingesetzt werden. Neben tschechischen Soldaten nehmen auch 300 Militärangehörige aus dem Ausland an den Übungen teil.

Beflogen werden überwiegend Gebiete um die Ortschaften Náměšť, Libavá, Boletice und Bechyně. Nachtflüge sollen auf ein Minimum beschränkt werden, so der Leiter der Übung, Miroslav Svoboda. Die Luftübung findet vom 3. bis zum 15. September statt.

Weltbeste Deutschschülerinnen kommen aus Tschechien

Zwei Schülerinnen aus Tschechien und eine Schülerin aus Thailand haben die internationale Deutscholympiade in Frankfurt am Main gewonnen. Der Preis für ihre ausgezeichneten Deutschkenntnisse ist ein Praktikum in deutschen Unternehmen oder Institutionen oder ein Sprachaufenthalt in Deutschland, teilte das Goethe-Institut am Freitag mit. Kateřina Martincová, Jelizaveta Laškevičová und Punyisa Sangprecharat nahmen ihre Preise demnach am Freitagnachmittag im Haus der Jugend in Frankfurt entgegen. Zwei Wochen lang hatten rund 100 Schüler aus 48 Ländern um den Titel des weltbesten Deutschschülers konkurriert. Die Finalisten der nationalen Vorrunden im Alter von 14 bis 19 Jahren waren aus allen fünf Kontinenten nach Frankfurt gereist. Die Deutscholympiade wird alle zwei Jahre vom Goethe-Institut und dem Internationalen Deutschlehrerverband veranstaltet.

Leichathletik-EM: Bronze für Jan Kudlička im Stabhochsprung

Bei der Leichtathletik-EM in Zürich hat der tschechische Stabhochspringer Jan Kudlička die Bronze-Medaille gewonnen. Sieger wurde der Weltrekordler Renaud Lavillenie, der sich zum dritten Mal in Serie den Titel des Europameisters sicherte. Der Franzose überquerte in Zürich als einziger die Höhe von 5,80 Meter. Silber gewann Ex-Weltmeister Pawel Wojciechowski aus Polen, der wie Jan Kudlička und Kevin Menaldo (Frankreich) die 5,70 Meter-Marke übersprang. Kudlička und Menaldo mussten sich mit Bronze begnügen, weil sie mehr Fehlversuche hatten.

Das Wetter am Sonntag: leicht bewölkt bis wechselhaft, bis 23 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien leicht bewölkt bis wechselhaft. Morgens gibt es vereinzelt Frühnebel. Im Tagesverlauf kommt es zu vereinzelten Schauern, später klart es auf. Die Höchsttemperaturen liegen bei 19 bis 23 Grad, in Höhenlagen bei 13 Grad.