Täglicher Nachrichtenüberblick

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Waffenlieferungen Tschechiens an Kurden könnten Ende August beginnen

Bereits Ende August könnte Tschechien erste Handfeuerwaffen oder Munition an die Kurden im Nordirak liefern. Dies ließ Außenminister Lubomír Zaorálek am Freitag bei einer außerordentlichen Verhandlung der Außenminister in Brüssel verlauten. Für den konkreten Ablauf gebe es zwei Optionen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Prag. Einerseits könne die Regierung kommerzielle Waffengeschäfte genehmigen, andererseits die Lieferung von Armeebeständen anordnen. In jedem Fall müsse darüber aber das Kabinett der Mitte-Links-Regierung unter Premier Bohuslav Sobotka entscheiden, das eine zweiwöchige Sommerpause angetreten hat.

Tschechischer Botschafter wird aus Berlin abberufen

Der tschechische Botschafter Rudolf Jindrák wird aus Deutschland abberufen. Der 50-jährige Diplomat soll schon zum 25. August eine neue Stelle als Staatssekretär für aktuelle politische Fragen im tschechischen Außenministerium antreten. Dies gab ein Sprecher des tschechischen Außenministers am Freitag bekannt. Bis ein Nachfolger gefunden ist, wird die Berliner Botschaft von der bisherigen Stellvertreterin Jindráks, Eva Dvořáková,geleitet. Es gibt Spekulationen, dass der Christdemokrat Tomáš Podivínský neuer Botschafter in Berlin werden könnte. Das Außenministerium wollte dies jedoch bislang nicht bestätigen. Rudolf Jindrák ist seit 2006 Botschafter in Deutschland und war zuvor in derselben Funktion auch schon in Österreich und Ungarn tätig.

Präsident Zeman ernennt 15 neue Richter

Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman hat am Freitag auf der Prager Burg 15 neue Richter ernannt. Unter ihnen ist der Verwaltungsrechtsexperte Filip Dienstbier, der ab dem 1. Oktober zum Obersten Verwaltungsgericht wechseln wird. Gegenwärtig ist Dienstbier noch an der Palacky-Universität in Olomouc / Olmütz angestellt. Die Mehrzahl der neuen Justizbeamten ersetzt jene Richter, die im zurückliegenden Quartal ihre Justizarbeit an den Nagel gehängt haben.

Tschechische Polizei verhindert Großbetrug im Treibstoffhandel

Die Sonderabteilung Kobra der tschechischen Polizei hat einen geplanten Großbetrug im Treibstoffhandel verhindert. Mit dem Übergriff auf die Händler haben die Ermittler einen Schaden in Höhe von 650 Millionen Kronen (umgerechnet über 23 Millionen Euro) abgewendet. Es wurden 700.000 Liter Treibstoff sichergestellt, mit dem nun zum Teil die Steuerrückstände beglichen werden sollen. Dies gab die Antikorruptionspolizei am Freitag in Prag bekannt. Die aufgeflogene Firma wollte große Mengen an Treibstoff steuerfrei überwiegend aus Deutschland nach Tschechien einführen und dort versteuert weiterverkaufen.

EU droht Schulministerium mit Entzug von Fördermitteln

Die Europäische Kommission droht mit dem Entzug von umgerechnet fast 90 Millionen Euro an Fördermitteln für Ausbildungsprogramme des tschechischen Schulministeriums. Dies berichtete die Tageszeitung „Lidové Noviny“ am Freitag. Nach Recherchen des Blattes hat das Schulministerium unter Marcela Chládka einen Brief von EU-Begutachtern erhalten, in dem massive Verbesserungen des Programmes "Ausbildung zum Wettbewerb" eingefordert werden. Die Revision wurde im Mai durchgeführt, es wurden dabei etwa 50 Prozent der Projekte unter die Lupe genommen. Das tschechische Schulministerium hat nun zwei Monate Zeit, um auf die Kritik aus Brüssel zu reagieren.

Tschechische Kinderferienlager sind häufig in schlechtem Zustand

Kinderferienlagern in Tschechien mangelt es an Hygiene und geeigneter Einrichtung. Dies gab der tschechische Chefhygieniker Vladimír Valenta bekannt. Bei den Kontrollen wurden unter anderem abgelaufene und schlecht gelagerte Lebensmittel aufgefunden. Auch die hygienischen Bedingungen in einigen Ferienlagern wurden bemängelt. Über 184.000 Kinder verbringen die Sommerferien dieses Jahr in einem der fast 2000 Ferienlager in der Tschechischen Republik.

Zeitung "HN": Russland handelt wie vor ČSSR-Invasion 1968

Die tschechische Tageszeitung "Hospodářské noviny" fühlt sich angesichts der Ukraine-Krise an den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in der Tschechoslowakei 1968 erinnert. Am Freitag schreibt sie: "Immer weniger Menschen kennen den sowjetischen Einmarsch in der Tschechoslowakei und seine Begründung noch aus eigener Erfahrung. Daher gibt es auch immer weniger Menschen, denen einige Details der Ukraine-Krise unangenehm aufstoßen müssen. Heute argumentiert Moskau mit seinen nationalen Interessen. Damals waren es die Sorgen um den Zusammenhalt des kommunistischen Blocks, den jegliche Instabilität erschüttern könnte. Jetzt schickt Moskau einen humanitären Konvoi aus 300 Lastwagen. Es ist gut möglich, dass auf den Lastwagen tatsächlich keine versteckten Waffen oder Patronen für die Separatisten sind. Putin geht es um etwas anderes. Falls der humanitäre Konvoi angegriffen wird, was keineswegs auszuschließen ist, gibt es einen Grund, ihn mit ´friedensschaffenden Kräften´ zu schützen."

Gottesdienst und Elijah Wood eröffnen Musikfestival Trutnoff

Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde am Donnerstagabend im ostböhmischen Trutnov / Trautenau das populäre Trutnoff Open Air Festival eröffnet. Das Rockfestival, das auch als tschechisches Woodstock bezeichnet wird, war eine der Lieblingsveranstaltungen des ehemaligen Dichterpräsidenten Václav Havel. Der vor knapp drei Jahren verstorbene Havel hatte nahe Trutnov ein Anwesen und besuchte den Event regelmäßig. An den einstigen Dissidenten, Schriftsteller und Präsidenten erinnerte auch der erste Stargast des diesjährigen Festivals, der US-amerikanische Schauspieler Elijah Wood. Der in der Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“ durch die Rolle des Frodo Beutlin sehr bekannt gewordene Wood begleitete seine zwei Kollegen vom Projekt Wooden Wisdom & DJ Fitz, Zach Cowie und John Fitzgerald. Nach dem Auftritt Woods überreichte ihm Festivaldirektor Martin Věcheta eine holzgeschnitzte Pfeife. Das Festival endet am Sonntag.

Leichtathletik: Speerwerferin Špotáková gewinnt erstmals EM-Titel

Bei der Leichtathletik-EM in Zürich hat die tschechische Speerwerferin Barbora Špotáková ihrer großartigen Erfolgsbilanz einen weiteren Triumph hinzugefügt. Mit der Weite von 64,41 Meter gewann sie am Donnerstagabend die Finalkonkurrenz der Frauen und damit auch ihren ersten Europameistertitel. Im Wettkampf lag Špotáková dabei lange hinter der Deutschen Linda Stahl auf dem zweiten Platz. Im fünften Durchgang aber überflügelten zuerst die Serbin Tatjana Jelaca und danach auch Špotáková die Ex-Europameisterin. Die 33-jährige Tschechin kann nunmehr zwei Olympiasiege sowie je einen WM- und EM-Titel vorweisen. Im vergangenen Jahr hatte sie eine Babypause eingelegt.

Ihren Titel nicht verteidigen konnte hingegen die tschechische Stabhochspringerin Jiřina Svobodová. Die Europameisterin von 2012 übersprang am Donnerstag lediglich die Höhe von 4,45 Meter und belegte damit den 6. Platz. Neue Titelträgerin ist die Russin Anschelika Sidorowa, die als Einzige die Höhe von 4,65 Meter meisterte.

Radsport: Querfeldein-Weltmeister Štybar bei Tour in Belgien schwer gestürzt

Der dreifache Querfeldein-Weltmeister aus Tschechien, Zdeněk Štybar, ist bei einem Radrennen in Belgien am Donnerstag schwer gestürzt. Kurz vor dem Ziel der vierten Etappe der Eneco Tour wurde Štybar in voller Fahrt von einem Konkurrenten gegen eine Metallbarriere gedrückt, nach der Karambolage flog Štybar kopfüber auf den Asphalt. Der 28-jährige Tscheche blieb mit blutüberströmtem Gesicht und blutigen Beinen liegen und musste von Ärzten viele Minuten lang behandelt werden. Er war bei Bewusstsein, verlor jedoch mehrere Zähne und musste operiert werden. Die Tour ist für ihn damit zu Ende.

Štybar hat die Eneco Tour im vorigen Jahr gewonnen. Nach seinem Sieg auf der Etappe am Dienstag lag er auch diesmal vorn, beim Zeitfahren am Mittwoch fiel er dann aber auf den fünften Platz zurück. Das Sieben-Etappen-Rennen endet am Sonntag.

Das Wetter am Samstag: wechselhaft und regnerisch, bis 21 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien wechselhaft und zumeist stark bewölkt sowie regnerisch. Vereinzelt kann es auch gewittern. Gegen Abend lassen die Niederschläge nach. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 17 bis 21 Grad, in Höhenlagen ab 1000 Metern werden 11 Grad erreicht.