Täglicher Nachrichtenüberblick

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Schuljahr mit Zeugnisausgabe beendet – Verstärkte Verkehrskontrollen in den Sommerferien

Mit der Ausgabe der Zeugnisse wurde am Freitag an den Schulen Tschechiens das Schuljahr 2013/14 beendet. Zu diesem Anlass besuchte Bildungsminister Marcel Chládek die Grundschule im nordböhmischen Louny / Laun und übergab in einem feierlichen Rahmen die Zeugnisse an die dortigen Erstklässler. Am Samstag beginnen hierzulande die zweimonatigen Sommerferien.

Am ersten Ferienwochenende werden insgesamt 1500 Polizisten den Straßenverkehr in Tschechien überwachen. Auch an den weiteren Wochenenden im Sommer setzt die Polizei verstärkt Verkehrskontrollen ein. Die Monate Juli und August gehören statistisch gesehen in Tschechien zu der Periode mit einer auffallend hohen Anzahl an Verkehrsunfällen. Im vergangenen Jahr sind während der Ferien 130 Menschen bei Autounfällen ums Leben gekommen.

Budget für Schulwesen in Tschechien wird um mehrere Mrd. Kronen erhöht

Das Budget im tschechischen Schulwesen wird im kommenden Jahr um einiges mehr erhöht als ursprünglich vorgesehen war. Neben dem geplanten Zuschuss von zwei Milliarden Kronen zur Erhöhung der Lehrergehälter sollen im Vergleich zu diesem Jahr noch weitere 1,8 Milliarden Kronen hinzukommen. Das erklärte der sozialdemokratische Bildungsminister Marcel Chládek am Freitag bei einem Briefing in Prag. Dieser erfreulichen Tatsache für sein Ressort seien am Dienstag konstruktive Gespräche mit Finanzminister Andrej Babiš vorausgegangen. Premier und Parteikollege Bohuslav Sobotka habe ihn in diesem Vorhaben von Anfang an unterstützt, betonte Chládek. Darüber hinaus werde bereits die weitere Erhöhung der Zuschüsse für die Bildung auf insgesamt 5,1 Milliarden Kronen (ca. 185 Millionen Euro) debattiert. Das zusätzliche Geld werde beispielsweise in die Verbesserung der Ausstattung an den Schulen oder die Einführung eines Karriere-Systems für die Lehrer investiert, ergänzte der Minister.

Miloš Petera zum neuen Kreishauptmann Mittelböhmens gewählt

Der Kreis Mittelböhmen, der die Hauptstadt Prag umschließt, hat einen neuen Kreishauptmann. Es ist der Chef der regionalen Organisation der Sozialdemokraten (ČSSD), Miloš Petera. Er löst seinen Parteikollegen Josef Řihák ab. Řihák war am vergangenen Montag dem Aufruf seiner Parteikollegen gefolgt und von seinem Posten zurückgetreten.

Bei der Wahl am Freitag stimmten 36 Kreisvertreter für Petera, sieben stimmten gegen ihn, sechs enthielten sich der Stimme. Von Seiten der Opposition wurde der neue Regionalchef nicht unterstützt. Die Opposition verweist auf dessen Verbindung mit der Ära des ehemaligen Kreishauptmanns David Rath, der sich gegenwärtig wegen des Vorwurfs der Korruption vor Gericht zu verantworten hat. Petera war seit 2008 der stellvertretende Kreishauptmann.

Prag gedenkt der Opfer der kommunistischen Schauprozesse der 1950er Jahre

Die Tschechische Republik erinnert dieser Tage ein weiteres Mal an die Reihe politisch motivierter Schauprozesse in den 1950er Jahren, bei denen sich die herrschenden Kommunisten in undemokratischer Weise unliebsamen Kritikern entledigten. So wurde vor 64 Jahren die Politikerin Milada Horáková nach einem Schauprozess von den Kommunisten zum Tode verurteilt und am 27. Juni 1950 hingerichtet. Aus diesem Anlass wurde am Freitag eine Gedenkfeier veranstaltet im Gefängnis in Prag-Pankrác, in dem die Hinrichtung vollzogen wurde. Daran nahmen unter anderem die tschechische Justizministerin Helena Válková und der Prager Erzbischof Dominik Duka teil.

Bereits am Donnerstag fanden Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer des kommunistischen Regimes am Denkmal der Opfer des Kommunismus im Zentrum Prags sowie auf zwei Friedhöfen der Hauptstadt statt. Im Prager Nationaltheater ließ die Hilfsorganisation „Člověk v tísni“ (Mensch in Not) vor Schülern einen Dokumentarfilm über Milada Horáková ausstrahlen. An einigen Orten Prags wurden Kunstinstallationen mit der Aufschrift „Der Kommunismus schmerzt bis heute“ platziert.

Tschechische Afghanistan-Soldaten mit Medaille ausgezeichnet

Nahezu 60 tschechische Soldaten sind am Freitag für ihren Einsatz in Afghanistan ausgezeichnet worden. Bei der nationalen Gedenkstätte auf dem Prager Vítkov-Hügel wurden sie von Verteidigungsminister Martin Stropnický und dem Oberbefehlshaber des Generalstabs der tschechischen Armee, Petr Pavel, mit einer Medaille geehrt. Die Soldaten waren erst kürzlich von ihrem halbjährigen Einsatz am Hindukusch zurückgekehrt. Einige von ihnen waren gleich mehrere Male für sechs Monate in Afghanistan. Minister Stropnický und Stabschef Pavel würdigten ihre Leistungen mit den Worten, dass die Soldaten ihrem Heimatland viel Ehre und einen guten Ruf eingebracht hätten.

15 Monate nach Amnestie von Klaus sitzt ein Fünftel der Häftlinge wieder im Gefängnis

Zirka 18 Prozent der Häftlinge, die auf Grund der von Ex-Präsident Václav Klaus im Januar 2013 verfügten Amnestie freigelassen wurden, sitzen heute wieder im Gefängnis. Im Rahmen der ungewöhnlich umfangreichen Amnestie kamen vor anderthalb Jahren fast 6500 Gefangene frei. Nach Angaben der Gefängnisverwaltungen vom März dieses Jahres sind 1172 von ihnen erneut hinter Gitter. Nach Aussage von Justizministerin Helena Válková drohe nun wieder der Missstand, dass die tschechischen Haftanstalten innerhalb von ein, zwei Jahren überfüllt sein werden. Válková sieht die Verhängung alternativer Strafen sowie die Aufhebung der Gefängniseinteilung in vier Kategorien als einen möglichen Weg, dieser Überfüllung zu begegnen. Das erklärte die Justizministerin am Donnerstag nach einer Beratung mit den Vorsitzenden der Gerichte gegenüber der Presseagentur ČTK.

Polizei entdeckt nach Großfahndung 62 Drogenküchen und 63 Marihuana-Plantagen

Nach einem zweimonatigen, verschärften Einsatz bei der Drogenfahndung hat die tschechische Polizei insgesamt 62 Drogenküchen und 63 Marihuana-Plantagen entdeckt. Bei den Razzien wurden in den Küchen 16 Kilogramm Drogen und bei den Hanfanbau-Flächen 43 Kilogramm Marihuana sichergestellt. Einer Straftat beschuldigt wurden 429 Personen, darunter 108 Ausländer, sagte Polizeipräsident Tomáš Tuhý am Freitag vor Journalisten in Prag. 80 Prozent der entdeckten Plätze zur Drogenherstellung stünden in Verbindung mit den sogenannten Vietnamesen-Märkten. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden in diesem Jahr 150 Polizisten mehr zur Drogenfahndung eingesetzt, ergänzte Tuhý.

Tschechen leihen sich wieder mehr Geld von den Banken aus

Der Umfang der Bankenkredite in Tschechien ist zu Ende April im Jahresvergleich um 5,4 Prozent auf nunmehr 2,53 Billionen Kronen (ca. 92 Milliarden Euro) gestiegen. Der Umfang der Kredite von Unternehmen erhöhte sich in jenem Jahr um 1,8 Prozent, die den privaten Bankkunden eingeräumten Kredite wuchsen um 4,8 Prozent. Das geht aus den Daten hervor, die der Tschechische Banken-Verband (ČBA) am Freitag veröffentlichte.

Die Privatkunden aus der Bevölkerung leihen sich das meiste Geld zum Erwerb von Häusern oder Wohnungen aus. Anhand der Vergleichsdaten zum Vorjahr ist aber ebenso ersichtlich, dass die Entwicklung der Verbraucherkredite dynamisch und positiv ist. Zu Ende April hatten diese Kredite gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres um 1,4 Prozent zugelegt.

Station Národní třída der Prager Metro wieder in Betrieb

Nach einem zweijährigen Aus- und Umbau wurde die Station Národní třída (Nationalstraße) der Prager Metro am Freitag wieder in Betrieb genommen. Die ersten U-Bahn-Züge hielten in der Station am Freitagnachmittag. Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich auf 671 Millionen Kronen (umgerechnet ca. 25 Millionen Euro). Die im Zentrum gelegene Station war im Juli 2012 wegen des Baus eines neuen Geschäfts- und Bürokomplexes geschlossen worden. Der Komplex mit Namen Quadrio soll innerhalb der nächsten Monate fertiggestellt werden. In der Nacht von Freitag auf Samstag wird zudem der über den Wenzelsplatz führende Straßenbahnabschnitt zwischen den Straßen Lazarská und Jindřišská wieder für den Verkehr freigegeben.

Tschechien hat siebt- und achtgrößten Markt für Lkw und Busse in Europa

Im Segment des An- und Verkaufs von Lastkraftwagen und Bussen in Europa hat der tschechische Markt an Bedeutung gewonnen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden in Tschechien knapp 3800 Lkw verkauft, das ist ein Zuwachs von 29 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres. Damit liegt Tschechien auf dem siebten Platz in Europa, Marktführer ist Deutschland mit über 36.400 Fahrzeugen. Von Januar bis Mai wurden in Tschechien zudem 401 Busse verkauft, was einem Zuwachs von 25 Prozent entspricht. Hier belegt Tschechien Rang acht, Spitzenreiter ist Großbritannien mit 3060 Bussen. Diese Angaben veröffentlichte der tschechische Verband der Automobilindustrie (SAP) am Freitag.

Tennis: Tschechien hat in Wimbledon vier Spielerinnen im Achtelfinale

Am Freitag feierte das tschechische Damentennis einen beeindruckenden Durchmarsch bei den Wimbledon Championships. Alle vier Spielerinnen, die zur dritten Runde des Grand-Slam-Turniers antraten, kamen eine Runde weiter. Damit stellt Tschechien gleich ein Viertel der Achtelfinalistinnen im Damen-Einzel! Für die größte Überraschung sorgte Barbora Záhlavová-Strýcová, die die favorisierte Chinesin Li Na in zwei Sätzen jeweils mit 7:6 im Tiebreak bezwang. Nicht minder stark war die Vorstellung der erst 19-jährigen Tereza Smítková, die die Serbin Bojana Jovanovski in drei Sätzen mit 4:6, 7:6 und 10:8 ausschaltete. Einen ebenso großen Krimi lieferten sich Petra Kvitová und die ehemalige Weltranglisten-Erste Venus Williams. Den hart umkämpften Fight gewann die 24-jährige Tschechin mit 5:7, 7:6 und 7:5. Am klarsten aus dem tschechischen Quartett setzte sich Lucie Šafářová durch. Sie gewann ihre Drittrunden-Begegnung mit der Slowakin Dominika Cibulková in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:2. Záhlavová-Strýcová und Smítková gelang der Einzug in das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers zum ersten Mal.

Das Wetter am Samstag: bewölkt, Schauer und Gewitter, bis 28 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt, im Tagesverlauf können von Westen her örtlich auch Schauer oder Gewitter auftreten. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 22 und 26 Grad, im Südosten des Landes sind auch bis zu 28 Grad Celsius möglich. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 18 Grad Celsius erreicht.