Täglicher Nachrichtenüberblick

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Staatspräsident Zeman: Annexion der Ostukraine wäre „rote Linie“

Mit einem Einmarsch in der Ostukraine würde Russland nach Ansicht von Staatspräsidenten Miloš Zeman eine „rote Linie“ überschreiten. In einem solchen Fall plädiere er nicht nur „für die schärfest möglichen Sanktionen, sondern auch für eine militärische Bereitschaft des Nordatlantik-Pakts und den Einsatz von Nato-Soldaten auf ukrainischem Gebiet“, sagte Zeman am Sonntag in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks. Zugleich betonte der Linkspolitiker, eine stärkere Föderalisierung der Ukraine wäre nicht zu ihrem Schaden. Er sagte, Deutschland und die Schweiz seien föderal aufgebaut. Mit der Angliederung der Krim an Russland werde sich der Westen indes langfristig abfinden müssen, räumte Zeman ein.

Militärveteranen aus Tschechien nehmen an 70-Jahr-Feier der Befreiung von Odessa teil

An den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Befreiung der ukrainischen Schwarzmeerstadt Odessa von den Nazis werden auch 90 Legionäre und Militärveteranen aus Tschechien teilnehmen. Die tschechischen Gäste wollen das Andenken der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Menschen ehren, durch ihr Kommen aber ebenso ihre Unterstützung für die demokratischen Prozesse in der heutigen Ukraine zum Ausdruck bringen. Das erklärte das Mitglied des Vereins der tschechoslowakischen Legionäre, Radim Chrást, gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK. Die tschechische Delegation wird am Donnerstag mit zwei Bussen nach Odessa aufbrechen, die dortigen Feierlichkeiten finden am kommenden Wochenende statt.

Umfrage: Tschechen betrachten EU noch skeptischer als früher

Die Tschechinnen und Tschechen betrachten die Europäische Union weiterhin sehr skeptisch. Nur ein Viertel von ihnen ist der Meinung, dass die EU ein effektiv funktionierendes Gebilde sei, lediglich zwei Fünftel halten die Union für demokratisch. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Stem hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Den Ergebnissen der Umfrage zufolge lässt das Vertrauen der tschechischen Bürger in die EU seit 2010 stetig nach. Während im April vorigen Jahres noch 45 Prozent der Befragten sagten, dass die EU für sie auf demokratischer Basis funktioniere, so meinten das im März dieses Jahres nur noch 41 Prozent. Nicht weniger als 22 Prozent der Befragten denken sogar, dass es in der EU ganz sicher nicht demokratisch zugehe. An der Umfrage, die vom 11. bis 20. März durchgeführt wurde, haben über 1000 Erwachsene teilgenommen.

ČSÚ: Tschechiens Außenhandelsüberschuss im Februar gesunken

Der Außenhandel der Tschechischen Republik schloss den vorläufigen Angaben nach im Februar mit einem Plus von 13,6 Milliarden Kronen (ca. 495 Millionen Euro) ab. Das ist ein Rückgang von umgerechnet etwas über 100 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Im Jahresvergleich stieg der Export der tschechischen Firmen um 15,3 Prozent, während der Import um 17,9 Prozent zunahm. Das gab am Montag das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) bekannt.

Tschechische Industrieproduktion wächst noch stärker

Das Wachstum der tschechischen Industrieproduktion hat im Februar weiter zugenommen. Im Jahresvergleich stiegen die Ergebnisse um 6,7 Prozent. Im Januar war ein Zuwachs von 5,7 Prozent registriert worden. Dies gab das Tschechische Statistikamt am Montag bekannt. Wirtschaftsanalytiker sehen darin ein gutes Zeichen. In den Zahlen der Industrieproduktion habe sich die Belebung der tschechischen Wirtschaft bestätigt, sagte Analytiker Michal Kozub vom Kreditinstitut Home Credit. Für die kommenden Monate seien die Aussichten in diesem Sektor sehr gut, so Kozub.

Zum Anstieg der Industrieproduktion am meisten bei trugen die Autoindustrie, die Metallverarbeitung sowie die Plastik- und Gummiproduktion.

Irak kauft tschechische Kampf- und Trainingsflugzeuge

Der Irak kauft Tschechien zwölf leichte Kampfflugzeuge vom Typ L-159 ab. Ein Vertrag zwischen Vertretern des irakischen Verteidigungsministeriums und dem Flugzeugbauer Aero Vodochody als Zwischenhändler sei am Wochenende unterzeichnet worden, berichtete die Zeitung „Lidove Noviny“ am Montag in ihrer Onlineausgabe. An den Maschinen sollen irakische Piloten trainieren, bevor sie in F16-Kampfjets eingesetzt werden. Der Wert der Transaktion liegt dem Bericht zufolge bei umgerechnet rund 150 Millionen Euro. Tschechien sucht seit Jahren einen Käufer für die nicht mehr benötigten und konservierten Flugzeuge. Eine Einigung mit dem Irak war vor zwei Jahren bereits einmal in letzter Minute geplatzt.

ČEZ-Chef Beneš: Ohne Staatszuschüsse wird Temelín nicht ausgebaut

Der Generaldirektor des Energiekonzerns ČEZ, Daniel Beneš, kann sich nicht vorstellen, dass seine Firma in der gegenwärtigen Situation ohne staatliche Unterstützung noch zwei Reaktorblöcke im Atomkraftwerk Temelín errichten wird. In einer Zeit, in der sich die europäische Energiewirtschaft in der Krise befindet, konnte er dieses Vorhaben nicht vor den Aktionären und Investoren verteidigen. Das marktwirtschaftliche Risiko für eine solche Investition sei ohne Unterstützung oder eine Garantie einfach zu groß, sagte Beneš am Montag nach dem Aktionärstreffen vor Journalisten.

Die zwei neuen Reaktoren sollen die Leistung des Kraftwerks, die bei 2000 Megawatt liegt, mehr als verdoppeln. Laut Plan soll der Bau im Jahr 2025 beendet sein, die Betriebszeit der neuen Blöcke soll 60 Jahre betragen. Die Kosten für den Auftrag werden mit einer zweistelligen Euro-Milliardenhöhe beziffert.

Kompromiss: Grube Paskov soll erst Ende 2017 schließen – Staat steuert 22 Mio. Euro bei

Der tschechische Finanzminister Andrej Babiš und die Firma NWR, Mehrheitsaktionär des Bergbauunternehmens OKD, sind am Montag übereingekommen, die Grube Paskov erst in dreieinhalb Jahren zu schließen. Die dortige Steinkohleförderung wird bis Ende des Jahres 2017 fortgesetzt, die soziale Absicherung der Bergarbeiter wird vom Staat mit 600 Millionen Kronen (ca. 21,9 Millionen Euro) unterstützt, sagte Babiš am Montag nach dem Treffen mit NWR-Vorstandschef Gareth Penny. Der Finanzminister wird der Regierung den ausgehandelten Kompromissvorschlag bei der nächsten Kabinettssitzung vorlegen. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Staat 1,1 Milliarden Kronen für die Grube zuzahle. Auf diesen Vorschlag konnte sich die Koalition indes nicht einigen. Premier Bohuslav Sobotka begrüßte die Vereinbarung von Babiš mit NWR. Jetzt wolle die Regierung aber noch schriftliche Garantien bekommen, so Sobotka.

Ursprünglich sollte die Steinkohleförderung in der Grube Paskov im Mährisch-Schlesischen Kreis bis Ende 2016 fortgesetzt werden. Auch die jetzt um eine halbe Milliarde Kronen geringere Subvention des Staates muss erst durch die EU-Kommission gebilligt werden. Die Regierung will mit der Subvention die steigende Arbeitsloslosigkeit bekämpfen. Die Firma OKD hatte im September letzten Jahres angekündigt, die Grube Paskov wegen Unrentabilität schon Ende 2014 zu schließen.

Aufnahme einer Fotofalle bestätigt Rückkehr des Wolfes nach Tschechien

Die Aufnahmen einer Fotofalle in Nordböhmen haben die Rückkehr des Wolfes nach Tschechien bestätigt. In den vergangenen Tagen hatte eine Wildkamera nahe Doksy / Hirschberg ein Exemplar des Raubtiers aufgenommen. Dies teilte der Leiter der tschechischen Agentur für Umwelt- und Landschaftsschutz, František Pelc, am Montag mit.

Tierschützer hatten mit der Rückkehr nach Nordböhmen gerechnet. In den Jahren zuvor waren immer wieder Wölfe aus Sachsen in die grenznahen Gebiete auf tschechischer Seite gekommen. Die Aufnahme weiter im Landesinneren dürfte eine langfristige Rückkehr bedeuten, glaubt Pelc. Selbst wenn es sich beim jetzigen Tier nur um einen Einzelgänger handeln sollte, sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich wieder ein ganzes Rudel ansiedle, so der Umweltschützer. Wölfe waren auch in den böhmischen Ländern seit dem 19. Jahrhundert durch den Abschuss ausgerottet.

Eishockey-Playoffs: Brünn und Zlín gewinnen dritte Halbfinalspiele

Im Play-off-Halbfinale um die tschechische Eishockeymeisterschaft haben am Sonntag die Außenseiter gewonnen. Kometa Brünn gelang im dritten Match ein 3:2-Heimsieg nach Verlängerung gegen Sparta Prag. Das entscheidende Tor schoss Stürmer Jan Káňa in der 15. Minute der Overtime. In der Serie mit dem Titelfavoriten liegt Brünn nun mit 2:1 Siegen vorn. Die PSG Zlín behielt ebenfalls vor eigenem Publikum mit 2:0 gegen Oceláři Třinec die Oberhand und verkürzte den Rückstand in dieser Paarung auf 1:2. Die Halbfinalserien werden im Modus best of seven gespielt, am Montagabend finden in Zlín und Brno / Brünn die vierten Spiele statt.

Fußball: Sparta Prag bleibt ohne Niederlage – drei Traditionsclubs im Keller

In der ersten tschechischen Fußball-Liga führt Spitzenreiter Sparta Prag nach dem 23. Spieltag die Tabelle weiter mit acht Punkten Vorsprung auf Titelverteidiger Škoda Pilsen an. Am Sonntag gewann Sparta beim 1.FC Slovácko knapp mit 1:0, tags zuvor war Plzeň / Pilsen ein 3:0-Auswärtssieg bei Dukla Prag gelungen. Die Hauptstädter sind damit – im Gegensatz zum FC Bayern München – in der nationalen Meisterschaft weiter ohne Niederlage. Am Tabellenende haben Bohemians Prag 1905 und Baník Ostrava durch Niederlagen weiter an Boden verloren. Nur drei Punkte vor den beiden Kellerkindern liegt mit Slavia Prag ein weiterer Traditionsverein. Die Prager haben indes noch ein Spiel in der Hinterhand, erst am Dienstag empfangen sie die Mannschaft aus Jablonec nad Nisou / Gablonz.

Weitere Resultate, 23. Spieltag: Teplice – Příbram 1:0, Liberec – Ostrava / Ostrau 3:2, Jihlava / Iglau – Mladá Boleslav 2:1, Znojmo / Znaim – Brno / Brünn 1:1, Olomouc / Olmütz – Bohemians 1905 2:1.

Das Wetter am Dienstag: bewölkt mit Schauern und Gewittern, bis 23 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, im Tagesverlauf zuerst in Böhmen und später in Mähren verstärkt Schauer, in der Osthälfte des Landes örtlich auch Gewitter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen in Böhmen zwischen 15 und 19 Grad, in Mähren zwischen 19 und 23 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 9 Grad erreicht, mit Ausnahme des Altvatergebirges und der Beskiden, wo auch 13 Grad Celsius drin sind.