Täglicher Nachrichtenüberblick

r_2100x1400_radio_praha.png
0:00
/
0:00

UN-Generalsekretär fordert zum Dialog in Ukraine-Krise auf

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, der Südkoreaner Ban Ki-moon, hat am Freitag in Prag zur Deeskalation in der Ukraine-Krise aufgerufen. Nach dem Gespräch mit dem tschechischen Premier Bohuslav Sobotka sagte der UN-Generalsekretär, dass Russland und die Ukraine in einen direkten und konstruktiven Dialog treten müssen. Zur Entscheidung der Nato, die Kontakte zu Russland auf Eis zu legen, wollte sich Ban Ki-moon nicht äußern. Er sagte, er erwarte in zwei Wochen einen Bericht von UN-Menschenrechtsbeobachtern zur Situation in der Ukraine. Premier Sobotka erklärte, Tschechien sei der Meinung, dass Russland seine Militärpräsenz an der Grenze zur Ukraine verringern soll. Ban Ki-moon würdigte das Engagement Tschechiens im Bereich der Menschenrechte. Sobotka unterstrich, dass die Menschenrechte auch weiterhin die Priorität der tschechischen Außenpolitik sein werden. Der UN-Generalsekretär ersuchte Sobotka um die Entsendung tschechischer Soldaten in die geplante UN-Mission in der Zentralafrikanischen Republik. Verteidigungsminister Martin Stropnický (Ano) wird den Einsatz der Soldaten mit dem Außenministerium besprechen. Ban Ki-moon bekundete vor allem das Interesse für die Entsendung eines Feldlazaretts nach Afrika.

Ban Ki-moon ist am Donnerstagabend zu einem offiziellen Besuch in Prag angekommen. Kurz nach seiner Anreise traf er sich bereits mit dem tschechischen Außenminister Lubomír Zaorálek zu einem informellen Abendessen. Dabei sollen die beiden Politiker über UNO-Einsätze von tschechischen Soldaten und das weltweite Eintreten der Tschechischen Republik für die Menschenrechte gesprochen haben.

UN-Generalsekretär von der Karlsuniversität ausgezeichnet

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon wurde am Freitag von der Prager Karlsuniversität ausgezeichnet. Von Rektor Tomáš Zima erhielt der UN-Generalsekretär eine Goldmedaille für die Unterstützung der Zusammenarbeit und der Verständigung zwischen den Völkern. Der Südkoreaner sagte, er habe die Medaille im Namen von Tausenden von UN-Mitarbeitern übernommen, die sich in der ganzen Welt oft unter schweren Bedingungen für den Frieden engagieren. Ban Ki-moon erinnerte zudem an den bevorstehenden 666. Gründungstag der Karlsuniversität.

Premier Sobotka: Babiš übt in Medien Druck auf Sozialdemokraten aus

Premier Bohuslav Sobotka kritisierte am Freitag den Chef der Ano-Partei und Finanzminister Andrej Babiš. Der Premier sagte, Babiš nutzt die Medien, die er besitzt, um Druck auf die Sozialdemokraten (ČSSD) auszuüben. Dies sagte Sobotka im Zusammenhang mit den Informationen über die angeblich ungünstige Privatisierung der Bergbaufirma OKD. Die Informationen über das Bergbauunternehmen veröffentlichte in den vergangenen Tagen die Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“, die Babiš gehört. Die Chefredakteurin der Tageszeitung wies Sobotkas Behauptungen zurück. Der Inhalt der Zeitung entstehe, so die Chefredakteurin, in der Redaktion und Babiš habe damit nichts zu tun.

Babiš vertraut Gesundheitsminister Němeček nicht

Finanzminister Andrej Babiš bereut, dass er sich bei den Koalitionsverhandlungen nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus nicht um die Übernahme des Gesundheitsressorts durch die Ano-Partei bemühte. Er ist nicht davon überzeugt, dass der sozialdemokratische Gesundheitsminister Svatopluk Němeček die Finanzierung des Gesundheitswesens gut analysieren kann. Das sagte Babiš am Rande der Tagung der Führung der Assoziation der Kreise. Němeček wies die kritischen Worte zurück. Ihm zufolge soll sich Babiš mehr auf sein Ressort konzentrieren. Der Finanzminister unterbreite die Unterlagen der Regierung mit Verspätung und verstehe das Gesundheitswesen nicht, so Němeček.

Vizepremier Bělobrádek hält Streitigkeiten zwischen Sobotka und Babiš für überflüssig

Vizepremier Pavel Bělobrádek (KDU-ČSL) hält die Streitigkeiten seiner Kollegen von der Koalitionsregierung, Premier Bohuslav Sobotka (ČSSD) und Finanzminister Andrej Babiš (Ano), für unglücklich und überflüssig. Dem Vizepremier zufolge sollen die beiden Koalitionspolitiker nicht vor der Öffentlichkeit streiten. Bělobrádek reagierte damit auf die Streitigkeiten wegen dem Gesundheitswesen und wegen der Privatisierung der Bergbaufirma OKD. Er wäre froh, wenn sich die Situation beruhigen würde, so der Christdemokrat.

GRECO kritisiert Tschechien wegen Finanzierung politischer Parteien

Die Staatengruppe gegen Korruption (GRECO), die beim Europarat arbeitet, forderte die Tschechische Republik erneut auf, ein unabhängiges Gremium für die Aufsicht über Finanzierung der politischen Parteien zu errichten. Dies ist dem am Freitag veröffentlichten Bericht der GRECO zu entnehmen. Darin heißt es unter anderem, dass Tschechien im letzten Jahr keinen sichtbaren Fortschritt bei der Umsetzung der Empfehlungen der GRECO erreichte.

Europawahl: In Tschechien werden 38 Gruppierungen registriert

Um die Posten im Europaparlament werden sich bei der bevorstehenden Europawahl in Tschechien 38 Gruppierungen bewerben. Dies ist um fünf Gruppierungen mehr als bei der vergangenen Europawahl. Das Innenministerium schloss von den registrierten Gruppierungen nur die Tschechoslowakische Sozialistische Partei aus, weil sie unter anderem den Beitrag für die Finanzierung der Wahlkosten nicht bezahlte. Das teilte am Freitag ein Sprecher des Innenministeriums mit.

Polizei will Vertrauten von Ex-Premier Topolánek anklagen

Die Polizei schlug vor, den Vertrauten von Ex-Premier Topolánek, Marek Dalík, im Zusammenhang mit dem Kauf von Panzerfahrzeugen vom Typ Pandur anzuklagen. Dalík wird des Betrugs beschuldigt, es drohen ihm bis zu zehn Jahre Gefängnis. Die Information veröffentlichte der Sprecher der Antikorruptionspolizei, Jaroslav Ibehej, am Freitag auf der Webseite der Polizei. Dalík soll angeblich 2007 bei den Verhandlungen mit der österreichischen Firma Steyr über den Kauf der Pandur-Panzerfahrzeuge Schmiergelder in Höhe von 18 Millionen Euro gefordert haben. Dalík bezeichnete den Fall bereits zuvor als Unsinn.

Jan Fischer kehrt zur Europäischen Bank für Erneuerung und Entwicklung zurück

Jan Fischer kehrt zur Europäischen Bank für Erneuerung und Entwicklung (EBRD) nach London zurück. Der 63-Jährige war bereits zwischen 2010 und 2012 Vizepräsident der Bank, nun wird er auf Vorschlag von Premier Bohuslav Sobotka tschechischer Vertreter bei der EBRD. Das berichtete die Tageszeitung Lidové noviny in ihrer Freitagsausgabe.

Fischer legte den Posten des Vizepräsidenten nieder, weil er für das Amt des tschechischen Staatspräsidenten kandidiert hatte. Nach seiner Niederlage im Rennen um das höchste Amt im Staat wurde er Finanzminister im Übergangskabinett von Premier Jiří Rusnok, von 2009 bis 2010 war der Statistiker selbst Premier einer Beamtenregierung.

Energiekonzern ČEZ plant mehr Auslandsinvestitionen in Deutschland, Polen und der Slowakei

Der tschechische staatliche Energiekonzern ČEZ plant zukünftig, mehr in Deutschland, Polen und der Slowakei zu investieren. Das sagte der zuständige Direktor für das Auslandsgeschäft, Tomáš Pleskač, am Freitag auf einer Pressekonferenz. Man suche Investitionen in erneuerbare Energien, dies solle aber vor allem westlich der Tschechischen Republik geschehen, zum Beispiel in Deutschland, so Pleskač. Auch in Polen und der Slowakei prüfe der Konzern derzeit Beteiligungsmöglichkeiten, vor allem an Windfarmen.

ČEZ wolle nun, nach den jüngsten Erfahrungen mit Auslandsinvestitionen, einen konservativeren Kurs als bisher fahren, sagte Pleskač mit Blick auf die Probleme des Konzerns mit seinen Niederlassungen in Bulgarien und Albanien. In Bulgarien droht dem Unternehmen der Verlust der Lizenz wegen angeblich zu hoher Stromrechnungen, in Albanien läuft ein Schiedsverfahren zwischen ČEZ und dem Staat.

Eröffnung der neuen Österreich-Bibliothek in Ústí nad Labem

An der Universität im nordböhmischen Ústí nad Labem / Aussig wurde am Donnerstag im Beisein von Rektor René Wokoun und des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl eine neue Österreich-Bibliothek eingerichtet. Der österreichische Botschafter Ferdinand Trauttmansdorff wies darauf hin, dass die enge Verbindung zwischen Tschechien und Österreich nicht in den unmittelbaren Grenzregionen ende. Gerade 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und 10 Jahre nach dem tschechischen EU-Beitritt müsse man neue Begeisterung für die Nachbarschaft wecken, so Trauttmansdorff. Die Österreich-Bibliothek in Ústí ist die 63. weltweit und der nunmehr achte Standort in Tschechien. Untergebracht in einem modern ausgestatteten Lesesaal der Universität, ist sie mit einem Grundstock von rund 3.000 auf Österreich bezogenen Titeln und Medien ausgestattet.

Davis Cup-Viertelfinale: Tschechien – Japan 2:0

Den tschechischen Tennisspielern fehlt ein Punktgewinn zum Einzug ins Davis-Cup-Halbfinale. Die Davis-Cup-Sieger von 2013 und 2012 führen im Viertelfinale im Auswärtsspiel über Japan mit 2:0. Radek Štěpánek besiegte am Freitag in Tokio zuerst Tatsuma Ito mit 6:7, 7:6, 6:1 und 7:5. Lukáš Rosol setzte sich danach gegen Taro Daniel mit 6:4, 6:4, 3:6, 4:6 und 6:2 durch. Über den Einzug ins Halbfinale können die Tschechen schon im Doppel am Samstag entscheiden.

Eishockey-Play-offs: Sparta Prag und Třinec siegen

In den Play-off-Halbfinals um die tschechische Eishockeymeisterschaft konnten sowohl Sparta Prag als auch Třinec Siege verbuchen. Kometa Brünn musste sich nach dem viel beachteten 5:2-Erfolg am Mittwoch dem Team von Sparta Prag am Donnerstag mit 0:3 geschlagen geben. Damit konnte Sparta in der Serie zum 1:1 ausgleichen. Třinec gelang auch im zweiten Spiel mit 5:2 ein klarer Sieg gegen das Team aus Zlín. Das Play-off-Halbfinale wird im Modus best of seven gespielt, die nächsten Begegnungen finden am Sonntag und Montagabend statt.

Eishockey: Prusek ist Torwarttrainer bei Nationalmannschaft

Martin Prusek wird als Torwarttrainer bei der tschechischen Eishockey-Nationalmannschaft arbeiten. Nach dem Rücktritt des Nationaltrainers Alois Hadamczik im Februar dieses Jahres übernahm der ehemalige Trainer von HC Slavia Prag, Vladimír Růžička, das Eishockeyteam Tschechiens. Als Co-Trainer arbeiten Jaroslav Špaček und Ondřej Weissmann mit Růžička zusammen. Martin Prusek werde sich der Nationalmannschaft erst vor den Duellen in Havlíčkův Brod anschließen, teilte ein Sprecher des tschechischen Eishockeyverbandes am Freitag mit. Die Nationalmannschaft trainiert seit dem Mittwoch im Prager Stadion Eden. Am kommenden Donnerstag und Freitag spielt das tschechische Team im nordböhmischen Děčín gegen die Nationalmannschaft Dänemarks. Am 16. und 17. April treffen die tschechischen Eishockeyspieler in Havlíčkův Brod auf das Team Norwegens. Der 38-jährige Prusek ist zurzeit auch Torwarttrainer im Extraligaklub von Vítkovice.

Das Wetter am Samstag: heiter bis wolkig, Schauer, bis 21 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien überwiegend heiter bis wolkig, gelegentlich Schauern und Gewitter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 17 bis 21 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter erreichen die Höchstwerte 12 Grad, im Böhmerwald bis zu 16 Grad.