Tanzfestival Dance transit feiert Premiere – in Prag, Leipzig und Dresden

Foto: Archiv des Theaters Ponec

Mit einem grenzüberschreitenden Tanzfestival rücken die Städte Prag, Leipzig und Dresden näher zusammen. Die Prager Theaterhäuser Archa und Ponec, das Europäische Zentrum der Künste Dresden-Hellerau und das Leipziger Lofft Theater präsentieren jeweils Tänzer aus dem Nachbarland.

Das Festival Dance transit gibt den Künstlern die Möglichkeit, ihre Produktionen an neuen Orten zu zeigen. Vier Theater haben sich dafür zusammengetan. Anna Kučerová ist Pressesprecherin des Theaters Ponec in Prag. Sie ist der Meinung, dass es zwischen Prag, Leipzig und Dresden reichlich Berührungspunkte gibt, und auch die teilnehmenden Kulturinstitutionen haben vieles gemeinsam:

„Alle vier haben eine ähnliche Dramaturgie, sie unterstützen und fördern junge Künstler oder arbeiten mit dem Publikum zusammen. Das waren einige der Gründe, dieses mobile Festival zu veranstalten.“

Anna Kučerová (Foto: Archiv des Theaters Ponec)
Dance transit in diesem Jahr soll der Auftakt zu einem jährlichen Festival sein. Wichtig ist vor allem, dass Künstler die Gelegenheit haben, Kontakte zu knüpfen.

Nach Prag geht es hinüber ins Nachbarland. Leipzig und Dresden erwarten spannende Performances aus der Tschechischen Republik. Anna Kučerová:

„Ein Stück wird getanzt von einem Duo. Es heißt ‚Boys who like to play with dolls‘ und ist von Tereza Ondrová aus Tschechien und Peter Šavel aus der Slowakei. Dieses Stück ist unter den Top 20 der‚ aerowaves priority companies‘ – dem wichtigsten europaweiten Netzwerk für Tänzer und Tänzerinnen. Wir hoffen, dass die ausländischen Künstler auch in Deutschland Erfolg haben werden.“

Die Dresdener Künstlerin Anna Till ist nun hingegen nach Tschechien gekommen, um im Theater Ponec ihr Stück ‚Flat Scream‘ zu zeigen. Erst zum zweiten Mal präsentiert sie ein selbst choreographiertes Werk im Ausland. Das translokale Tanzfestival ist für sie eine aufregende Erfahrung.

Anna Till (Foto: YouTube)
„Oft ist es so, dass ich ein Gastspiel habe und mich einrichten, proben, schlafen und essen muss. Dann habe ich den Auftritt und bin wieder weg, und in der Zeit habe ich niemanden kennen gelernt. Deswegen finde ich es toll, dass das Dance transit-Festival versucht, Begegnungen zu schaffen. Wenn es das nicht gäbe, hätte ich als Künstlerin nicht viel davon, außer viel Arbeit, wenn ich mein Bühnenbild auf die Bühne zuschneide“, sagt Anna Till.

Am Freitag geht es für sie schon wieder zurück nach Deutschland, genauer nach Leipzig. Dort heißt es dann wieder: einrichten, proben, schlafen, essen und das Bühnenbild zuschneiden. Das alles für eine Aufführung Ende Februar, für die sie gemeinsam mit ihrer Kollegin selbst auf der Bühne stehen wird:

Tanzfestival Dance transit (Foto: Archiv des Theaters Ponec)
„Der Titel von dem Projekt lautet ‚ich und du ist nicht gleich wir‘. Von der Art wie wir uns bewegen und von der Art wie wir an Tanz und Choreographie herangehen, sind wir beide sehr verschieden. Jetzt ist es ein sehr gegensätzliches Duett geworden. Manchmal sind wir uns sehr nah, manchmal hat es die Form eines Kampfes. Das ist immer der Versuch sich anzunähern und zu gucken, wie nah man sich kommen kann, ohne sich selbst zu verlieren.“

Anna Till hat in Prag schon erste Kontakte mit anderen Künstlern und Tänzern geknüpft. Noch hat sie keine konkreten Pläne, mit wem sie sich auf eine Kooperation einlässt, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Am Donnerstagabend zeigt sie im Theater Ponec in Prag ihr Stück „Flat Scream“. Dance transit zieht anschließend weiter nach Leipzig und endet in Dresden-Hellerau mit Performances vom 28. Februar bis zum 6. März. Mehr Informationen finden sich unter www.hellerau.org und www.lofft.de.

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