Tschechisch-deutsche Schulpartnerschaften

r_2100x1400_radio_praha.png

An der tschechisch-deutschen Grenze sind in den letzten Jahren zahlreiche Schulpartnerschaften zustande gekommen. Eine ganz besondere gibt es zwischen der Agrarmittelschule in Horsovsky Tyn / Bischofteinitz in Westböhmen und der Wirtschaftsschule im Oberpfälzer Weiden. Es werden aber in diesem Fall keine gegenseitigen Besuche bzw. kein klassischer Schulaustausch organisiert. Stattdessen treffen sich die Schüler schon das dritte Jahr bei einem Seminar und befassen sich diesmal mit dem Thema Europa. Zur Sprache kommen dabei auch gegenseitige Vorurteile. Das es aber auch lustig zugeht, beweist der folgende Telefonbericht von unserem freien Mitarbeiter Martin Jezek:

Deutsche und Tschechen haben sich getroffen, um Gemeinsamkeiten zu suchen und Kontakte herzustellen. Das klingt an sich nicht so umwerfend. Eine Gemeinsamkeit, die sie auch gefunden haben, war das Trinklied Masinka. Die Deutschen sangen den Refrain, die Tschechen die Strophen. Die jungen Tschechen aus der Agrarmittelschule in Horsovsky Tyn / Bischofteiniz in Westböhmen haben es ihren Altersgenossen aus Weiden in der Oberpfalz einfach beigebracht. Die Gruppe von 20 Schülern verbrachte die ganze letzte Woche an der Jugendbildungsstätte in Waldmünchen, direkt an der tschechisch-deutschen Grenze bei Cham und Domazlice. Als die Schüler ihre Erwartungen von der Woche formulieren sollten, hieß es oft: Schulfrei. Das Anspruchsvollste hat sie aber noch erwartet. Wie die Leiterin des Seminars Sonja Schwarz Bücherl sagte, wichtig sei die gemeinsame Projektarbeit. Die jungen Tschechen und Deutschen bekommen Zeit, um etwas gemeinsam zu gestalten. So entstanden zum Beispiel eine Radiosendung und eine Fotogeschichte. Eine besondere Erfahrung machte die 18-jährige Jasmin aus Weiden: es sei sehr schwer gewesen, eine Woche lang Hochdeutsch zu reden.