Tschechische Kurbäder kommen langsam aus den roten Zahlen

Karlsbad (Foto: Barbora Kmentová)

Die tschechischen Kur- und Heilbäder konnten dieses Jahr wieder mehr Zulauf verzeichnen. Dazu hat vor allem die Abschaffung der täglichen Zuzahlung von 100 Kronen (3,60 Euro) beigetragen. Der größte Kurort Karlsbad / Karlovy Vary musste allerdings den Ausfall russischer Übernachtungsgäste verschmerzen. Vergangene Woche trafen sich die Vertreter der tschechischen Kurorte auf einer Konferenz in Bělohrad und zogen schon einmal eine Bilanz für 2014.

Karlsbad (Foto: Barbora Kmentová)
Wie der Präsident des Heilbäderverbandes, Eduard Bláha, sagte, haben vor allem kleinere Badeorte von der Abschaffung der Zuzahlung profitiert. Diese seien auf Gäste angewiesen, deren Aufenthalt von den Krankenkassen übernommen wird. In diesem Jahr erwarten die Bäder Einkünfte von den Krankenkassen in der Höhe von etwa zwei Milliarden Kronen (ca. 72 Millionen Euro), im Vorjahr waren es 1,6 Milliarden Kronen (ca. 58 Millionen Euro). Die Zuzahlung wurde zum ersten Januar 2014 abgeschafft, sie galt auch für Krankenhausaufenthalte. Laut Bláha haben sich die Kurorte noch längst nicht von den massiven Einschnitten im Gesundheitswesen erholt, die 2012 unter der Regierung von Petr Nečas vorgenommen wurden. 2010 hatten die Heilbäder noch 3,2 Milliarden Kronen (116 Millionen Euro) aus gesetzlich gedeckten Kuraufenthalten eingenommen.



Petr Kulhánek (Foto: ČT24)
Leicht zurückgegangen ist in diesem Jahr die Zahl der Selbstzahler. Im größten Kurort Karlsabad wurde zudem ein Rückgang der Übernachtungen verzeichnet. Wie der Karlsbader Bürgermeister und Vorsitzende der vereinigten Badeorte, Petr Kulhánek, auf der Konferenz in Bělohrad sagte, stieg die Zahl der Kurgäste um 3,5 Prozent, die Zahl der Übernachtungen sank hingegen um 3 Prozent. Vor allem die russischen Gäste seien in diesem Jahr ausgeblieben.

Bláha wagte zum Abschluss der Konferenz noch einen Ausblick auf das kommende Jahr. Er rechne mit einem Anstieg der Kasseneinkünfte auf bis zu 2,4 Milliarden Kronen (87 Millionen Euro). Ab Januar 2015 tritt eine Gesetzesänderung in Kraft, nach der die gesetzlichen Kuraufenthalte von 21 auf 28 Tage verlängert werden. Damit könnten in den Badeorten auch wieder neue Arbeitsplätze entstehen.