Waldstein-Garten ist nach zwei Jahren wieder für die Öffentlichkeit zugänglich

Waldstein-Garten, Foto:CTK

Eine neue grüne Oase steht den Bewohnern und Besuchern Prags ab nun zur Verfügung. Nach einer Rekonstruktion wurde der Waldstein-Garten wiedereröffnet, d.h. der Garten am Waldstein-Palais auf der Kleinseite, in dem der tschechische Senat sitzt. Mehr dazu hören Sie im folgenden Beitrag von Markéta Maurová.

Der zweitgrößte öffentliche Garten im Zentrum Prags begrüßt seit Mittwoch wieder seine Besucher. Seine Renovierung dauerte zwei Jahre und die Gesamtkosten erreichten 79 Millionen Kronen. Worauf man sich konzentrierte, fasst der Direktor der Senatskanzlei, Pavel Pelant, zusammen:

"Das Hauptziel der Rekonstruktion war die Erneuerung der Kanalisation unter dem Garten, die zum Großteil gar nicht funktionierte und um 300 Jahre alt war. Weiter wurden neue Wege geschaffen; renoviert wurden auch alle Statuen und Vasen. Ansonsten wurde fast die gesamte Grünanlage gewechselt, die ursprüngliche verblieb nur im zentralen Teil des Gartens."

Waldstein-Garten, Foto:CTK
Als der ehrgeizige Herzog Albrecht Eusebius von Waldstein im 17. Jahrhundert seinen Palast unter der Prager Burg errichten ließ, rechnete er auch mit der Gründung eines großen Gartens, in dem sich alle Wunder der zeitgenössischen Gartenkunst befinden sollten. Diesem Anliegen entsprechend entstand eine künstliche Grotte, ein Tropfsteinfelsen, eine manieristische Voliere sowie der Wasserspiegel eines großen Teichs. Die meisten Statuen stammten aus der Werkstatt des berühmten manieristischen Bildhauers Adriaen de Vries. In den nachfolgenden Jahrhunderten machte der Garten zahlreiche und auch radikale Umbauten durch. Die neueste Renovierung will nicht zur ursprünglichen Gestalt zurückkehren, sondern an das beste aus allen Etappen anknüpfen. Die größten Änderungen beziehen sich auf den Raum am Teich. Außerdem wurde die Gartenfläche erweitert und die Deckengemälden in der Sala terrena wurden renoviert. Für die Besucher ist jedoch auf den ersten Blick am auffallendsten, dass aus dem Garten alte Kastanien verschwunden sind. Pavel Pelant dazu:

"Dieser Wechsel war notwendig, weil die Kastanien mit Krankheiten befallen waren. Nur wurden resistente Kastanien eingesetzt, die diesen Krankheiten widerstehen sollen. Es gibt dort auch wertvolle Holzgewächse, wie etwa Ginko."

Nicht nur die Flora, auch die Fauna ist neu:

"Sie finden dort Pfauen. Derzeit wird des weiteren noch die Voliere neben der Tropfsteinwand vorbereitet, in der ein Uhu-Pärchen untergebracht wird. Und natürlich gibt es im Wasserbecken Fische, darunter auch einen mehr als einen Meter langen Wels."

Wie schon erwähnt, dient der Waldstein-Palast heute als Sitz der oberen Parlamentskammer. Der Senatsvorsitzende Petr Pithart stellte im Zusammenhang mit der Gartenöffnung zufrieden fest:

"Es freut mich, dass der Senat seine Vorsätze, seine Versprechen erfüllt und seine Räume nicht nur renoviert, sondern auch öffnet. In diesem Trend wollen wir fortsetzen, soweit es möglich sein wird. Wir wollen keine geschlossene Staatsfestung innerhalb der Kleinseite sein."

Der Garten ist bis Ende Oktober jeden Tag von 10 bis 18 Uhr offen. Der Eintritt ist kostenlos.